Wie viel Energie steckt in einer Silvesterrakete?

Foto: Silvesterrakete und Jahreswechsel 2016
Foto: Silvesterrakete und Jahreswechsel 2016

Bevor es über­mor­gen ans große Knallen, Leuchten und Fackeln geht noch eine kleine Überlegung, was eigent­lich an Energie ver­pul­vert wird und was man statt des­sen damit hätte anfan­gen kön­nen.

Eine Silvesterrakete hat etwa 10 g Schwarzpulver als Treibsatz und 10 g für die far­ben­fro­hen Effekte. Letzter kann man ver­nach­läs­si­gen, da sie als metal­li­sche Pulver kaum Energie besit­zen. Beim Treibsatz sieht das schon anders aus. 10 g Schwarzpulver haben unge­fähr 27 kJ Energiegehalt, das ent­spricht 7,5 Wh. Damit könnte man 20 Minuten am Laptop arbei­ten oder 3 Minuten Fernsehen gucken. Geschenkt.

Mehr als ein Atomkraftwerk

Doch wie seht das hoch­ge­rech­net auf alle deut­schen Silvesterraketen aus? Offizielle Zahlen, wie viele Raketen in der Silvesternacht in den Himmel über Deutschland gebal­lert wer­den, gibt es nicht. Es hilft also nur eine über­schlä­gige Berechnung.

129 Millionen Euro geben die Deutschen für das Silvesterfeuerwerk aus. Gekauft wer­den davon rund 10.000 Tonnen Feuerwerk (Knallfrösche, Tischfeuerwerke und ande­res las­sen wir an die­ser Stelle mal unbe­rück­sich­tigt). Ziehen wir 10 % für die Verpackung ab und vom Rest noch mal die Hälfte für die Farbeffekte, blei­ben noch 4.500 Tonnen Schwarzpulver. Diese haben einen Energiegehalt von 2,531 GWh. Und das ist immer­hin 1 GWh mehr, als das größte Atomkraftwerk der Welt in einer Stunde an Strom erzeu­gen kann. Und ein Niedrigenergiehaus mit 140 qm Wohnfläche könnte bei einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh gut 1.012 Jahre mit Strom ver­sorgt wer­den. Oder bes­ser anders herum: 1.012 Niedrigenergiehäuser hät­ten so rund 1 Jahr lang Strom.

Eine Menge Energie. Doch bes­ser, die ver­pul­vert sich am Himmel als dass sie ein Atomkraftwerk zum Leuchten bringt.

Mit die­ser klei­nen, nicht ganz ernst gemein­ten Betrachtung ver­ab­schie­det sich EnWiPo von sei­nen treuen Lesern und wünscht einen unfall­freien Rutsch in ein hof­fent­lich gesun­des und erfolg­rei­ches Jahr 2016.

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