Studie: Genossen auch bei Wind-Ausschreibungen benachteiligt

Foto: Urbansky
Foto: Urbansky

Die Ausschreibungen für Erneuerbare Energien, bisher nur für Photovoltaik ange­wendet, gelten ab 2017 auch für Windenergieanlagen an Land. Bei den bis­he­rigen Ausschreibungs-Runden kamen Energiegenossenschaften schon kaum zum Zuge. Zu kom­plex scheint die Teilnahme an diesem Verfahren, so dass sie von den meist ehren­amt­lich orga­ni­sierten Genossenschaften kaum zu stemmen sind.

Eine aktu­elle Studie der World Wind Energy Association (WWEA) und  des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), die heute vor­ge­stellt wurde, kommt zu ganz ähn­li­chen Schlüssen auch für die Windenergie ons­hore.
Danach erwarten die befragten Bürgerwind-Experten nicht, dass der Umstieg weg von der festen Vergütung  mit einer fairen Preissetzung ein­her­gehen wird, die Kosten auf Dauer sinken oder dass  die Akteursvielfalt bewahrt werden kann.

Entsprechend wird die Umstellung auf Ausschreibungen von allen befragten Akteuren negativ bis sehr negativ beur­teilt, wohin­gegen die feste Einspeisevergütung als zen­trales Kriterium für den bis­he­rigen Erfolg der Bürgerenergie benannt wird. Hemmnisse werden zudem gesehen in:

  • Steigender Komplexität von Planung und Betrieb
  • Hohem Pachtniveau
  • Abnahme des gesell­schaft­li­chen Interesses an der Energiewende
  • Zunehmender Opposition von Natur- und Artenschutzverbänden

Der LEE for­dert daher umfas­sende Änderungen an den der­zei­tigen Plänen für ein neues EEG 2016. Das aktu­elle EEG-Eckpunktepapier sieht bei­spiels­weise vor, dass nur Projekte kleiner als 1 MW von der Ausschreibungsregel aus­ge­nommen sind. Dies hätte jedoch für heu­tige Windenergieprojekte, bei denen bereits eine ein­zelne Anlage regel­mäßig 2,5 MW und mehr auf­weist, prak­tisch keine Relevanz. Statt dessen werden Ausnahmeregeln für Windenergieprojekte bis 18 MW gefor­dert, die zudem mit EU-Vorgaben ver­einbar seien. Zudem wird eine Anhebung des bisher geplanten garan­tierten Ausbauvolumens für die Windenergie von 2.000 Megawatt auf 4.400 MW jähr­lich gefor­dert.

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Weitere Ergebnisse:

  • NRW-Windenergieerlass hat sich positiv auf  Bürgerwindprojekte aus­ge­wirkt
  • Regionale Stromvermarktung ist für Bürgerenergiegesellschaften ein poten­ziell inno­va­tives Geschäftsmodell
  • Potenzielle Geschäftsfelder: Repowering, Energieeffizienz, Energiespeicherung oder Elektromobilität