Wie viel Energie steckt in einer Silvesterrakete?

Foto wonderwoman627 / pixabay

Aus dem Archiv. Aber die Fakten sind auch in diesem Jahr die gleichen.

Morgen wird es ja wohl dank Corona erst­mals seit Men­schen­ge­den­ken (oder jeden­falls seitdem man Jahre zählt) nicht ans große Knallen, Leuch­ten und Fackeln gehen. Dennoch eine kleine Über­le­gung, was eigent­lich an Energie bei einem »nor­ma­len« Sil­ves­ter ver­pul­vert wird und was man statt dessen damit hätte anfan­gen können.

Eine Sil­ves­ter­ra­kete hat etwa 10 g Schwarz­pul­ver als Treib­satz und 10 g für die far­ben­fro­hen Effekte. Letz­tere kann man ver­nach­läs­si­gen, da sie als metal­li­sche Pulver kaum Energie besit­zen. Beim Treib­satz sieht das schon anders aus. 10 g Schwarz­pul­ver haben unge­fähr 27 kJ Ener­gie­ge­halt, das ent­spricht 7,5 Wh. Damit könnte man 20 Minuten am Laptop arbei­ten oder 3 Minuten Fern­se­hen gucken. Geschenkt.

Mehr als ein Atomkraftwerk

Doch wie seht das hoch­ge­rech­net auf alle deut­schen Sil­ves­ter­ra­ke­ten aus? Offi­zi­elle Zahlen, wie viele Raketen in der Sil­ves­ter­nacht in den Himmel über Deutsch­land gebal­lert werden, gibt es nicht. Es hilft also nur eine über­schlä­gige Berechnung.

129 Mil­lio­nen Euro geben die Deut­schen für das Sil­ves­ter­feu­er­werk aus. Gekauft werden davon rund 10.000 Tonnen Feu­er­werk (Knall­frö­sche, Tisch­feu­er­werke und anderes lassen wir an dieser Stelle mal unbe­rück­sich­tigt). Ziehen wir 10 % für die Ver­pa­ckung ab und vom Rest noch mal die Hälfte für die Farb­ef­fekte, bleiben noch 4.500 Tonnen Schwarz­pul­ver. Diese haben einen Ener­gie­ge­halt von 2,531 GWh. Und das ist immer­hin 1 GWh mehr, als das größte Atom­kraft­werk der Welt in einer Stunde an Strom erzeu­gen kann. Und ein Nied­rig­ener­gie­haus mit 140 qm Wohn­flä­che könnte bei einem Jah­res­ver­brauch von 2.500 kWh gut 1.012 Jahre mit Strom ver­sorgt werden. Oder besser anders herum: 1.012 Nied­rig­ener­gie­häu­ser hätten so rund 1 Jahr lang Strom.

Eine Menge Energie. Doch besser, die ver­pul­vert sich am Himmel als dass sie ein Atom­kraft­werk zum Leuch­ten bringt.

Mit dieser kleinen, nicht ganz ernst gemein­ten Betrach­tung ver­ab­schie­det sich EnWiPo in diesem Jahr von seinen treuen Lesern und wünscht einen unfall­freien Rutsch in ein hof­fent­lich gesun­des und erfolg­rei­ches 2021, das ja eigent­lich nur besser werden kann.

2 Kommentare

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*