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Wie viel Energie steckt in einer Silvesterrakete?

von | 30. Dezember 2020

Aus dem Archiv. Aber die Fakten sind auch in diesem Jahr die gleichen.

Morgen wird es ja wohl dank Corona erstmals seit Menschen­ge­denken (oder jeden­falls seitdem man Jahre zählt) nicht ans große Knallen, Leuchten und Fackeln gehen. Dennoch eine kleine Über­legung, was eigentlich an Energie bei einem „normalen” Silvester verpulvert wird und was man statt dessen damit hätte anfangen können.

Eine Silves­ter­rakete hat etwa 10 g Schwarz­pulver als Treibsatz und 10 g für die farben­frohen Effekte. Letztere kann man vernach­läs­sigen, da sie als metal­lische Pulver kaum Energie besitzen. Beim Treibsatz sieht das schon anders aus. 10 g Schwarz­pulver haben ungefähr 27 kJ Ener­gie­gehalt, das entspricht 7,5 Wh. Damit könnte man 20 Minuten am Laptop arbeiten oder 3 Minuten Fernsehen gucken. Geschenkt.

Mehr als ein Atomkraftwerk

Doch wie seht das hoch­ge­rechnet auf alle deutschen Silves­ter­ra­keten aus? Offi­zielle Zahlen, wie viele Raketen in der Silves­ter­nacht in den Himmel über Deutschland geballert werden, gibt es nicht. Es hilft also nur eine über­schlägige Berechnung.

129 Millionen Euro geben die Deutschen für das Silves­ter­feu­erwerk aus. Gekauft werden davon rund 10.000 Tonnen Feuerwerk (Knall­frösche, Tisch­feu­er­werke und anderes lassen wir an dieser Stelle mal unbe­rück­sichtigt). Ziehen wir 10 % für die Verpa­ckung ab und vom Rest noch mal die Hälfte für die Farb­ef­fekte, bleiben noch 4.500 Tonnen Schwarz­pulver. Diese haben einen Ener­gie­gehalt von 2,531 GWh. Und das ist immerhin 1 GWh mehr, als das größte Atom­kraftwerk der Welt in einer Stunde an Strom erzeugen kann. Und ein Nied­rig­ener­giehaus mit 140 qm Wohn­fläche könnte bei einem Jahres­ver­brauch von 2.500 kWh gut 1.012 Jahre mit Strom versorgt werden. Oder besser anders herum: 1.012 Nied­rig­ener­gie­häuser hätten so rund 1 Jahr lang Strom.

Eine Menge Energie. Doch besser, die verpulvert sich am Himmel als dass sie ein Atom­kraftwerk zum Leuchten bringt.

Mit dieser kleinen, nicht ganz ernst gemeinten Betrachtung verab­schiedet sich EnWiPo in diesem Jahr von seinen treuen Lesern und wünscht einen unfall­freien Rutsch in ein hoffentlich gesundes und erfolg­reiches 2021, das ja eigentlich nur besser werden kann.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

2 Kommentare

  1. Helen Steiniger

    Tatsächlich ein lustig-​interessanter Beitrag! Vielen Dank dafür und einen guten Start ins neue Jahr. =)

    • Frank Urbansky

      Danke, gleiches zurück!

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