Grafik mit AI generiert

Wie viel Energie steckt in einer Silvesterrakete?

von | 30. Dezember 2024

Aus dem Archiv. Aber die Fakten sind auch in diesem Jahr die gleichen.

Aus gegebenen heutigen Anlass eine kleine Über­legung, was eigentlich an Energie bei einem „normalen” Silvester verpulvert wird und was man statt dessen damit hätte anfangen können.

Eine Silves­ter­rakete hat etwa 10 g Schwarz­pulver als Treibsatz und 10 g für die farben­frohen Effekte. Letztere kann man vernach­läs­sigen, da sie als metal­lische Pulver kaum Energie besitzen. Beim Treibsatz sieht das schon anders aus. 10 g Schwarz­pulver haben ungefähr 27 kJ Ener­gie­gehalt, das entspricht 7,5 Wh. Damit könnte man 20 Minuten am Laptop arbeiten oder 3 Minuten Fernsehen gucken. Geschenkt.

Mehr als ein Atomkraftwerk

Doch wie seht das hoch­ge­rechnet auf alle deutschen Silves­ter­ra­keten aus? Offi­zielle Zahlen, wie viele Raketen in der Silves­ter­nacht in den Himmel über Deutschland geballert werden, gibt es nicht. Es hilft also nur eine über­schlägige Berechnung.

129 Millionen Euro geben die Deutschen für das Silves­ter­feu­erwerk aus. Gekauft werden davon rund 10.000 Tonnen Feuerwerk (Knall­frösche, Tisch­feu­er­werke und anderes lassen wir an dieser Stelle mal unbe­rück­sichtigt). Ziehen wir 10 % für die Verpa­ckung ab und vom Rest noch mal die Hälfte für die Farb­ef­fekte, bleiben noch 4.500 Tonnen Schwarz­pulver. Diese haben einen Ener­gie­gehalt von 2,531 GWh. Und das ist immerhin 1 GWh mehr, als das größte Atom­kraftwerk der Welt in einer Stunde an Strom erzeugen kann. Und ein Nied­rig­ener­giehaus mit 140 qm Wohn­fläche könnte bei einem Jahres­ver­brauch von 2.500 kWh gut 1.012 Jahre mit Strom versorgt werden. Oder besser anders herum: 1.012 Nied­rig­ener­gie­häuser hätten so rund 1 Jahr lang Strom.

Eine Menge Energie. Doch besser, die verpulvert sich am Himmel als dass sie ein Atom­kraftwerk zum Leuchten bringt.

Mit dieser kleinen, nicht ganz ernst gemeinten Betrachtung verab­schiedet sich EnWiPo in diesem Jahr von seinen treuen Lesern und wünscht einen unfall­freien Rutsch in ein hoffentlich gesundes und erfolg­reiches 2025, das ja eigentlich nur besser werden kann (obwohl, das dachten wir vom letzen Jahr auch schon).

Und nun noch (und ein wenig ernst­hafter weiter): Inno­va­tionen verändern auch 2025 unser Leben und unsere Arbeit. Wir haben gelernt, dass nicht jede KI-​Antwort Gold ist – aber manchmal kann sie der Ausgangs­punkt für neue Ideen sein. Genau darin liegt die Stärke der Zusam­men­arbeit: Gemeinsam Lösungen finden, die weiter­denken, ob mit mensch­lichem Instinkt oder maschi­neller Präzision.

2025 ist für mich und hoffentlich auch für euch eine Chance. Gemeinsam wollen wir gute Beiträge schaffen, Projekte umsetzen und daran arbeiten, dass Fort­schritt für uns alle ein Gewinn bleibt – sei es durch Tech­no­logie, Zusam­men­arbeit oder eine Prise Humor, die nie fehlen sollte.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch ein frohes und entspanntes Weih­nachtsfest. Möge das neue Jahr für uns alle Gesundheit, Erfolg und viele positive Über­ra­schungen bereit­halten – viel­leicht sogar die eine oder andere bahn­bre­chende KI, die uns das Leben ein wenig leichter macht. (Immerhin: für das Bild zu diesme Beitrag hat es gereicht).

Wir freuen uns auf die weitere Zusam­men­arbeit und bedanken uns herzlich!

Ihr Frank Urbansky

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

2 Kommentare

  1. Helen Steiniger

    Tatsächlich ein lustig-​interessanter Beitrag! Vielen Dank dafür und einen guten Start ins neue Jahr. =)

    • Frank Urbansky

      Danke, gleiches zurück!

EnWiPo
EnWiPo
Synthe­ti­scher Kraft­stoff aus dem Offshore-Windpark

Synthe­ti­scher Kraft­stoff aus dem Offshore-Windpark

Eine erste schwimmende Produktionsplattform für Power-to-X-Kraftstoffe geht in den Probebetrieb. Forschende wollen so die Offshore-Herstellung von E-Fuels aus Wind, Wasser und Luft vor Helgoland testen. Netzunabhängig, modular und hochseetauglich – mit diesen...

Vom Facility Manager zum Building Perfor­mance Manager

Vom Facility Manager zum Building Perfor­mance Manager

Digitale Technologien wie BIM, KI und digitale Zwillinge verschieben den Fokus im Gebäudebetrieb hin zur messbaren Performance. Wie sich dadurch die Rolle von Facility Managern verändert, erklärt Walter von Koskull, Leiter Operational Systems bei Caverion Deutschland....

2026 wird Jahr mit vielen ener­gie­po­li­ti­schen Konflikten

2026 wird Jahr mit vielen ener­gie­po­li­ti­schen Konflikten

2026 wird keine neuen energiepolitischen Zielversprechen bringen, dafür jedoch eine spürbare Neujustierung der Instrumente. In nahezu allen zentralen Politikfeldern verschiebt sich der Fokus: weg von pauschalen Fördermechanismen und detailverliebter Regulierung, hin...

Mit Biochar CO2 in Beton binden

Mit Biochar CO2 in Beton binden

Neue Projekte aus Industrie- und Stadtbaukontext zeigen, wie CO2 mit Biochar-Zuschlägen dauerhaft in Beton gebunden werden kann. Zwei Beispiele markieren einen möglichen Entwicklungspfad, der technische, ökologische und normative Fragen neu ordnet. Die Bauindustrie...