Foto: Endoman23/Wikimedia

Sanie­rungs­quote: Regierung weiß von nichts

von | 10. November 2015

Nichts genaues weiß man nicht. Insbe­sondere nicht, wenn es um den ener­ge­ti­schen Sanie­rungsstau geht. Die Linke wollte es etwas genauer von der Bundes­re­gierung wissen, insbe­sondere vor dem Hinter­grund der Miet­rechts­än­derung, die, so die Vermutung, gern zum Anlass genommen würde, um Luxus­sa­nie­rungen durch­zu­setzen und altein­ge­sessene Mieter entweder stärker zur Kasse zu bitten oder aber ganz zu vertreiben. 

Doch nicht mal das ist gewiss. Dieses Rumge­eiere muss man sich mal im Original rein­ziehen: Die Regierung äußerst sich wie folgt (oder eben auch nicht):

Die Bundes­re­gierung geht davon aus, dass mit den durch das MietRÄndG geschaf­fenen Erleich­te­rungen für die ener­ge­tische Moder­ni­sierung ein positiver Effekt auf die Sanie­rungs­tä­tigkeit im Miet­wohn­ge­bäu­de­be­stand und die Einsparung von CO2-​Emissionen verbunden ist. Aller­dings kann die Wirkung der Verbes­serung der miet­recht­lichen Rahmen­be­din­gungen für die ener­ge­tische Sanierung von Miet­woh­nungen durch das MietRÄndG nicht an konkreten Zahlen fest­ge­macht werden, da diese nicht isoliert von den anderen genannten Faktoren betrachtet werden kann. 

Die Linke fragt noch nach konkreten zahlen zu Gentri­fi­zierung, Härte­fällen und über­höhten Mieten nach Sanierung. Doch die Antwort ist immer gleich: niente!

Aber auch Fragen nach dem pauschalen Erreichen von Ener­gie­spar­zielen durch die Sanie­rungen kann niemand beant­worten. Wobei dies doch einfach zu ermitteln wäre, wenn man davon ausgeht, dass ener­ge­tische Sanierer zu einem Großteil staat­liche Förder­pro­gramme in Anspruch nehmen. Mit einer entspre­chenden Nach­weis­pflicht, die den Programmen meist eh eigen ist, sollten sich hier doch halbwegs brauchbare Zahlen ermitteln lassen.

So wird der Staat bei der Ener­gie­wende nicht mal seiner Nacht­wäch­ter­rolle gerecht.

Vroschaubild: Endoman23/​Wikimedia

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
„Diesel­ag­gregate haben mit Holz­ver­gaser eine Zukunft“

Diesel­ag­gregate haben mit Holz­ver­gaser eine Zukunft“

Interview mit Matthias von Senfft, International Sales Manager bei Spanner Re², www.holz-kraft.com Brennstoffspiegel: Wie würden Sie kurz den Vorteil von Holzvergasern gegenüber anderen Heiztechnologien beschrieben? von Senfft: Sie sind effizienter als...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...