Ener­gie­be­darf von Büro­ge­bäu­den ermit­teln

Mit automatisierter TGA, wie hier einer Verteileranlage einer Wärmepumpe, lässt sich die Energieeffizienz eines Gebäudes steigern. Foto: Urbansky Gebäudeautomation, Effizienz, Automatisierung, Gebäudetechnik, TGA, Energieeffizienz, IGT, Einsparpotenzial
Mit automatisierter TGA, wie hier einer Verteileranlage einer Wärmepumpe, lässt sich die Energieeffizienz eines Gebäudes steigern. Foto: Urbansky

Die Ener­gie­wende im Haus und ins­be­son­dere die Hebung von Ein­spar­po­ten­zia­len wird nicht ohne Digi­ta­li­sie­rung gelin­gen. Das Mün­che­ner IGT – Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps her­aus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA-Verantwortlichen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht wer­den soll.

Im Februar zeigen die Wis­sen­schaft­ler, wie man schnell das jähr­li­che Ein­spar­po­ten­zial durch Gebäu­de­au­to­ma­tion erhöht?  Man nehme, so die Emp­feh­lung, den Betrag der jähr­li­chen Ener­gie­kos­ten und mul­ti­pli­ziere diesen mit dem rela­ti­ven Ein­spar­po­ten­zial (d.h. dem Ein­spar­po­ten­zial in Prozent).

Ener­gie­be­darf von Büro­ge­bäu­den

Wie hoch ist der Jah­res­ener­gie­be­darf für Gebäude? In vielen Fällen ist dieser nicht bekannt und muss abge­schätzt werden. Für Büro­ge­bäude kann dazu eine Studie des IWU (Insti­tut Wohnen und Umwelt) ver­wen­det werden, die den typi­schen Ener­gie­be­darf von Büro­ge­bäu­den erfasst hat. Das Ergeb­nis dieser Studie ist der Jahres-Primärenergiebedarf für unter­schied­li­che Büro­ge­bäude. Der Pri­mär­ener­gie­be­darf ist der Ener­gie­be­darf, der „der Natur ent­nom­men wird“. D.h. nicht nur der im Gebäude ver­wen­de­ten Ener­gie­menge, sondern auch deren Her­stel­lung und För­de­rung. Für einen Gebäu­de­be­trei­ber ist hin­ge­gen der End­ener­gie­be­darf wich­ti­ger – das ist eine Abschät­zung vom Ener­gie­ver­brauch, wie er später am Zähler für Strom, Gas, Fern­wärme etc. abge­le­sen wird und bezahlt werden muss.

Aus der erwähn­ten Studie des IWU wurden die Werte für zwei unter­schied­li­che Büro­ge­bäude in Jahres-Endenergiebedarf wie folgt umge­wan­delt:

Jahres-Endenergiebedarf für Heizung

Jahres-Endenergiebedarf für Lüftung und Kühlung

Jahres-Endenergiebedarf für Beleuch­tung und Hilfs­strom

Niedrigenergie-Bürogebäude

37,4 kWh/m²

9,4 kWh/m²

22,9 kWh/m²

Standard-Bürogebäude

69,2 kWh/m²

10,4 kWh/m²

43,8 kWh/m²

 

Jähr­li­ches Ein­spar­po­ten­tial in Prozent

Im vor­letz­ten „Tipp des Monats“ (Dezem­ber 2016) wurde beschrie­ben, wie man für zwei unter­schied­li­che Auto­ma­ti­ons­grade von Gebäu­den das ener­ge­ti­sche Ein­spar­po­ten­zial ermit­teln kann. Also z.B. für einen Ist-Zustand und einen Soll-Zustand. Im Detail erhält man sowohl für den ther­mi­schen als auch für den elek­tri­schen Bereich ein indi­vi­du­el­les Ein­spar­po­ten­zial als Pro­zent­wert.

Jähr­li­ches Ein­spar­po­ten­tial in Euro

Mit den nun vor­lie­gen­den Werten für sowohl den Ener­gie­be­darf als die ther­mi­schen und elek­tri­schen Ein­spar­po­ten­ziale durch Gebäu­de­au­to­ma­tion lässt sich das jähr­li­che Ein­spar­po­ten­zial in Euro bestim­men. Alle fol­gen­den Beschrei­bun­gen bezie­hen sich auf die Tabelle, wie sie auf der nächs­ten Seite abge­bil­det ist.

Beispielhafte Berechnung des energetischen Einsparpotenzials. Quelle: IGT
Bei­spiel­hafte Berech­nung des ener­ge­ti­schen Ein­spar­po­ten­zi­als. Quelle: IGT

In der Zeile „End­ener­gie­be­darf“ werden die Werte für „Heizung“, „Lüftung/Kühlung“ und „Beleuchtung/Strom“ ein­ge­tra­gen. Um sich nicht auf jeweils einen Wert fest­zu­le­gen, arbei­tet die Tabelle mit Berei­chen – d.h. Werten „von“ und „bis“. Wenn dort sinn­volle Werte ein­ge­tra­gen werden, ist die Wahr­schein­lich­keit sehr hoch, dass die Werte des vor­lie­gen­den Gebäu­des inner­halb dieser Band­breite liegen​.In der nächs­ten Zeile wird die Brutto-Fläche des Gebäu­des ein­ge­tra­gen (oder zumin­dest des Anteils, der mit Gebäu­de­au­to­ma­tion aus­ge­stat­tet wird). Damit errech­net sich in der Fol­ge­zeile auto­ma­tisch der jähr­li­che End­ener­gie­be­darf. Sollte dieser bekannt sein, könnte man ihn in jene Zeile direkt ein­tra­gen.
In der nächs­ten Zeile werden die Ener­gie­kos­ten ein­ge­tra­gen. Damit ergibt sich in der Zeile „Ener­gie­kos­ten (pro Jahr)“ auto­ma­tisch der Betrag für die Ener­gie­kos­ten pro Gewerk.

Im vor­lie­gen­den Bei­spiel wurden die kon­kre­ten Ener­gie­kos­ten für den Stand­ort München ver­wen­det, wobei die benö­tigte Wärme über einen Fern­wär­me­an­schluss bereit­ge­stellt wird und deshalb dessen Kosten ein­ge­setzt wurden.

In der Zeile „End­ener­gie­be­darf“ werden die Werte für „Heizung“, „Lüftung/Kühlung“ und „Beleuchtung/Strom“ ein­ge­tra­gen. Um sich nicht auf jeweils einen Wert fest­zu­le­gen, arbei­tet die Tabelle mit Berei­chen – d.h. Werten „von“ und „bis“. Wenn dort sinn­volle Werte ein­ge­tra­gen werden, ist die Wahr­schein­lich­keit sehr hoch, dass die Werte des vor­lie­gen­den Gebäu­des inner­halb dieser Band­breite liegen.

In der nächs­ten Zeile wird die Brutto-Fläche des Gebäu­des ein­ge­tra­gen (oder zumin­dest des Anteils, der mit Gebäu­de­au­to­ma­tion aus­ge­stat­tet wird). Damit errech­net sich in der Fol­ge­zeile auto­ma­tisch der jähr­li­che End­ener­gie­be­darf. Sollte dieser bekannt sein, könnte man ihn in jene Zeile direkt ein­tra­gen.
In der nächs­ten Zeile werden die Ener­gie­kos­ten ein­ge­tra­gen.

Damit ergibt sich in der Zeile „Ener­gie­kos­ten (pro Jahr)“ auto­ma­tisch der Betrag für die Ener­gie­kos­ten pro Gewerk. Im vor­lie­gen­den Bei­spiel wurden die kon­kre­ten Ener­gie­kos­ten für den Stand­ort München ver­wen­det, wobei die benö­tigte Wärme über einen Fern­wär­me­an­schluss bereit­ge­stellt wird und deshalb dessen Kosten ein­ge­setzt wurden.

In der Fol­ge­zeile wird nun das ener­ge­ti­sche Ein­spar­po­ten­zial durch Gebäu­de­au­to­ma­tion ein­ge­tra­gen, wie es zuvor bestimmt wurde. Damit ergibt sich in der unters­ten Zeile auto­ma­tisch das ener­ge­ti­sche jähr­li­che Ein­spar­po­ten­zial in Euro durch Gebäu­de­au­to­ma­tion.

Die oben dar­ge­stellte Berech­nungs­ta­belle kann hier als Excel-Tabelle her­un­ter­ge­la­den werden.

Der Tipp des Monats des IGT kann hier abon­niert wer­den.


Mit dem Smart home, ohne dass sich eine moderne TGA-Anlage kaum sinn­voll steu­ern lässt, befasst sich auch Energieblogger-Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.