Wolfgang Frey. Foto: Frey Architekten

Ein soziales Quartier kostet nicht mehr Geld!“

von | 9. September 2020

Interview mit Wolfgang Frey, Architekt und Inhaber von Frey Archi­tekten aus Freiburg.

DW: Gibt es ein über­ge­ord­netes soziales Vorbild für die Gestaltung eines sozialen Quar­tieres?

Frey: Ja, es ist das Dorf. Es ist kein Lebensort, sondern eine Lebensform. Man kann es auch als dörfliche Lebens­ge­wohn­heiten beschreiben, die in städ­tische Quartiere imple­men­tiert werden. Wenn man sich dörfliche Struk­turen anschaut, gab es da immer eine Vielfalt mit Oma, Opa, Pfle­ge­be­dürf­tigen, Papa, Schwester und Tante. In modernen Gesell­schaften besteht das so nicht mehr. Sie sind oft mono­struk­tu­riert. Was man in Mons­ter­cities in Asien etwa erlebt, ist folgendes: Ein Kind wird geboren und kommt in die Baby­gruppe, dann in die dreijährigen-​Gruppe, Dann in die Ü‑3 ‑Gruppe und so weiter. Es wächst also immer nur unter seines­gleichen auf. Dann kommt die Klein­fa­milie. Es lernt also nie Behin­derte, Reiche oder Arme oder Schwache kennen. Woher soll so ein Kind lernen, dass das Leben auch anders sein kann? Und dass Markus der Mensch ist, der im Rollstuhl sitzt – nicht der Behin­derte, der wie nochmal… Markus? heißt? …

Was gab für Sie den Ausschlag, in Heidelberg oder Freiburg stark auf ein soziales Quartier zu setzen?

Anfangs war es meine persön­liche Über­zeugung, dass wir eine soziale Heraus­for­derung meistern müssen. Wenn es uns nicht gelingt, Lebens­räume für die spezi­ellen indi­vi­du­ellen Bedürf­nisse des Einzelnen zu gene­rieren und dabei doch für alle glei­cher­maßen Lebensraum zu schaffen, dann haben wir ein massives Zukunfts­problem. Der Gewinn kann nicht höher bewertet werden als Glück und eine frohe Zukunft.

Haben Sie schon in anderen Quar­tieren einige Erfah­rungen dazu gesammelt?

Das für mich wich­tigste und zugleich auch mein erstes Projekt ist der Schwa­nenhof in Eich­stetten. Er wurde ab 1993 geplant und 1996 fertig­ge­stellt. Das war eine Kommune, die an all den modernen infra­struk­tu­rellen Krank­heiten litt. Das Stadt­quartier starb aus, die Menschen zogen in Traban­ten­ge­biete an den Rand, …


Gekürzt. Geschrie­ben für DW Die Woh­nungs­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 09/​2020. Zum Abon­ne­ment der Zeit­schrift Die Woh­nungs­wirt­schaft geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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