Das Schaffen von Räumen für soziale Kontakte ist ein wesentliches Merkmal sozial gestalteter Quartiere. Fotos: Frey Architekten

Gemischte Quartiere: wie planen, wie managen?

von | 10. September 2020

Viele Quartiere der 70er und 80er Jahreder gelten als eintönig und anonym. Auch heute noch werden Wohn­kom­plexe gebaut, ohne auf das soziale Mitein­ander der künftigen Bewohner zu achten. Doch das kann sich in Zukunft als Handicap bei der Vermietung erweisen. Bewohner wollen sich in ihren Quar­tieren wohl­fühlen. Und sie wollen dort mitein­ander ins Gespräch kommen oder einander helfen – und sich helfen lassen. Die Corona-​Krise hat dies schmerzhaft ins Bewusstsein gerückt. Quartiere, die diesen Bedürf­nissen gerecht werden, müssen speziell geplant und betreut werden.

Der Begriff vom Global Village wurde ursprünglich für die Digi­ta­li­sierung geprägt und meint, dass die Welt immer näher durch elek­tro­ni­schen Daten­aus­tausch zusam­men­rückt – eben quasi wie in einem Dorf. Doch heut­zutage bekommt der Begriff mit dem „Urban Village“ einen Bruder und eine erwei­terte Bedeutung. Immer mehr Projekt­ent­wickler gehen dazu über, Quartiere nicht mehr als reine Wohn- oder Gewer­be­ge­biete zu konzi­pieren, sondern als „Dorf“ in der Stadt.

Und dieses städ­tische „Dorf“ braucht dann alles, was ein richtiges Dorf eben hat: Einkauf­mög­lich­keiten, Betreuung für Kinder und für Ältere, soziale Kontakte oder Struk­turen, die diese Kontakte wie einst der Dorfplatz fördern. Denn auch in dem „urbanen Dorf“ sollen, wie im Global Village, alle etwas enger zusam­men­rücken und einander unter­stützen. So soll eine echte Gemein­schaft entstehen, die früheren Dorf­ge­mein­schaften ähnelt und die auf gegen­seitige Unter­stützung setzt. Man kann das auch Soli­da­rität nennen.

Die Gele­gen­heiten und damit der Platz für soziale Kontakte müssen mit einge­plant werden.

Will man ein solches „Urban Village“ bauen, braucht man für die Zukunft nicht nur fähige Quar­tiers­ma­nager. Auch die baulichen Gege­ben­heiten müssen schon von vorn­herein solchen Struk­turen entsprechen. Deswegen müssen Projekt­ent­wickler die Betreu­ungs­mög­lich­keiten und Schulen mit planen, ebenso aber Räume für den Einzel­handel, Ärzte und soziale Dienste, die „Dorf­kneipe“ und andere Platt­formen für die soziale Kommunikation. …


Gekürzt. Geschrie­ben für DW Die Woh­nungs­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 09/​2020. Zum Abon­ne­ment der Zeit­schrift Die Woh­nungs­wirt­schaft geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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