Strommarkt 2015: Erneuerbare und Exporte mit Rekorden

Die Verteilnetze benötigen die meisten Investitionen beim Ausbau des Stromnetzes für die Energiewende zu. GeorgHH / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0
Foto: GeorgHH / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0

Der Energie-ThinkTank Agora Energiewende hat aktuell seinen Strommarktreport für 2015 vorgelegt. Dabei gibt es einige erstaunliche Fakten. Doch im Großen und Ganzen bleiben Erzeugung und Verbrauch von elektrischer Energie von großen Verwerfungen verschont.

Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Rekord bei Erneuerbare Energien

Windenergie legte um 50 % zu, Erneuerbare Energien erzeugten 2015 mehr Strom als jemals ein anderer Energieträger in Deutschland. Sie decken inzwischen fast ein Drittel (32,5 %) des inländischen Stromverbrauchs und dominieren das Stromsystem.

Kohlestromexport auf Allzeithoch

Die Stromproduktion aus Stein- und Braunkohle blieb weitgehend konstant. 10 % davon ging aber wegen der Überschüsse bei den Erneuerbaren zunehmend in den Export, und zwar in einer Größenordnung von 50 TWh, was nach Agora-Einschätzung ein Allzeithoch darstellt.

Dekarbonisierung stagniert

Die CO₂-Emissionen des deutschen Kraftwerksparks lagen wegen der konstanten Kohleverstromung in etwa auf Vorjahresniveau, die gesamten energiebedingten Treibhausgasemissionen stiegen witterungsbedingt leicht an.

Börsenstrompreise im freien Fall

Mit 31,60 Euro je MWh hat Deutschland nach Skandinavien die zweitniedrigsten Börsenstrompreise in Europa, am Terminmarkt wird Strom für die nächsten Jahre schon für unter 30 Euro gehandelt. Die Haushaltsstrompreise durften 2016 wegen gestiegener Abgaben und Umlagen dennoch leicht steigen und das Niveau von 2014 wieder erreichen. Durch diese niedrigen Preise wird zudem Erdgas immer weiter aus der Verstromung gedrängt. 2015 wurden gerade mal noch 57 TWh aus Erdgas verstromt. 5 Jahre zuvor waren es noch über 89 TWh.