Belgischer Schrottmeiler haftet nur für 1,2 Mrd. Euro

AKW Tihange, 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Foto: Wikimedia / Michielverbeek / Lizenz unter CC BY-SA 3.0
AKW Tihange, 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Foto: Wikimedia / Michielverbeek / Lizenz unter CC BY-SA 3.0

Falls das umstrit­tene AKW Tihange, 60 Kilometer von der deut­schen Grenze gele­gen, einen GAU pro­du­zie­ren sollte, haf­tet der Betreiber mit maxi­mal 1,2 Milliarden Euro. Das erklärte die Bundesregierung heute auf eine Anfrage der Grünen.

Darüber hin­aus stün­den noch öffent­li­che Mittel für eine Entschädigung zur Verfügung, doch die sind kaum der Rede wert: Hinzu kämen ledig­lich 155 Millionen Euro aus der soge­nann­ten drit­ten Tranche des Brüsseler Zusatzübereinkommens. Deutsche Geschädigte hät­ten nach Erschöpfung all die­ser Mittel zudem Entschädigungsansprüche gegen­über dem Bund. Diese Mittel seien aktu­ell bei einem Höchstbetrag von 2,5 Milliarden Euro gede­ckelt.

Zum Vergleich: Betreiber Tepco hat für die Fukushima-Katastrophe bis­her rund 37 Milliarden Euro gezahlt. Das ist unge­fähr das 30fache der bel­gi­schen Versicherungssumme. Auch in Deutschland ist die Entschädigung deut­lich bes­ser gere­gelt. Die Betreiber haf­ten bis 2,5 Milliarden Euro, dar­über hin­aus haf­tet der Staat für alle mit einem deut­schen Atomunfall zusam­men­hän­gen­den Schäden.

Die Grünen befürch­ten im Falle eines Gaus ins­be­son­dere eine Schädigung der Euregio Maas-Rhein, die für Jahrzehnte unbe­wohn­bar wer­den könnte. Die Stadt Aachen, als Oberzentrum mit 250 000 Einwohnern, wäre eben­falls auf Dauer unbe­wohn­bar. Fukushima ist wie Aachen nur ca. 60 Kilometer vom Reaktor ent­fernt und war nach dem Super-GAU wochen­lang mit einer Strahlung belas­tet, die den in Deutschland für den AKW-Betrieb zuläs­si­gen Strahlungsjahreshöchstwert für Einzelpersonen der Bevölkerung von 1 Millisievert um ein Vielfaches über­schrit­ten hat.

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Ein Beitrag zur Verzögerung eines Gesetzes, das die Haftung der Atomkonerzne beim Ausstieg in Deutschland regelt, haben meine Energieblogger-Kollegen von Energiezukunft hier ver­fasst.