Neues KWK-Gesetz: Die Kleinen fängt man, die Großen…

Kleine KWK-Lösungen, wie hier ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk im Wohnungsbereich, werden in Zukunft nun doch gefördert. Foto: Urbansky
Kleine KWK-Lösungen, wie hier ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk im Wohnungsbereich, werden in Zukunft nun doch gefördert. Foto: Urbansky

Das am 23. Sep­tem­ber 2015 vom Kabi­nett ver­ab­schie­dete KWK-Gesetz sorgt in der Branche für Unruhe. Gerade kleine BHKW sollen aus der För­de­rung für eigen­ver­brauch­ten Strom her­aus­fal­len. Nur gas­ge­trie­bene Groß­kraft­werke mit Wär­me­aus­kopp­lung und Groß-BHKW pro­fi­tie­ren. Die Ener­gie­wende sollte eigent­lich anders aus­se­hen.

Das neue Gesetz zur Kraft-Wärme-Kopplung sorgt auch nach seiner Ver­ab­schie­dung im Sep­tem­ber für Unzu­frie­den­heit. Kein Wunder. Denn richtig glück­lich sein können nur die Betrei­ber großer und gas­be­trie­be­ner KWK-Anlagen, da diese im Gegen­satz zu koh­le­ge­trie­be­nen Anlagen pro­fi­tie­ren. Letz­tere fallen kom­plett aus der För­de­rung. Für den Einsatz Erneu­er­ba­rer Ener­gien hin­ge­gen gibt es kei­ner­lei Anreize. Diese Unfrei­heit bei der Tech­no­lo­gie­wahl beklagt Joachim Pfeif­fer, immer­hin ener­gie­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Betrei­ber einer kleinen KWK-Anlage, die ihr Haus oder even­tu­ell mehrere Woh­nun­gen mit dieser effi­zi­en­ten Tech­no­lo­gie ver­sor­gen, gucken in die Röhre. Von den auf 1,5 Mil­li­ar­den Euro auf­ge­stock­tem För­der­ku­chen werden ihnen kaum mehr als Krümel bleiben.

Der Grund dafür ist einfach: Im neuen Gesetz sollen alle Anlagen, die weniger als 50 kW Leis­tung haben – und das sind eben jede Mikro- und Mini-BHKW, meist mit Erdgas, manche mit Heizöl betrie­ben – bei der Strom­erzeu­gung mehr oder weniger aus sich selbst heraus leben. Sprich: Die För­de­rung des selbst ver­brauch­ten Stroms wird dras­tisch redu­ziert. Ähn­li­ches gilt übri­gens auch für Indus­trie­be­triebe mit eigenen Block­heiz­kraft­wer­ken.

Immer­hin machte diese För­de­rung etwa für den lions Power­block mit bis zu 2 kW elek­tri­scher und bis zu 16 kW Wär­me­leis­tung über 3.000 Euro aus. Gezahlt wurde sie vom Netz­be­trei­ber nach Instal­la­tion der Anlage kom­plett mit einem Schlag für die gesam­ten För­der­lauf­zeit. Nur neue, nach­ge­rüs­tete oder moder­ni­sierte Anlagen können weiter auf För­de­rung hoffen. Sind die Anlagen schon älter, fällt die För­de­rung ganz weg. …

Mini-BHKW vor dem Aus?

Die Ver­bände ASUE, Bund der Ener­gie­ver­brau­cher und BHKW-Forum schla­gen daher vor, Mini-BHKW bis 50 kW elek­tri­scher Leis­tung wie bisher einen KWK-Zuschlag von 5,41 Cent je selbst ver­brauch­ter Kilo­watt­stunde sowie zusätz­lich die vom BMWi vor­ge­schla­gene neue Ver­gü­tung von ein­ge­speis­tem Strom in Höhe von 8 Cent je Kilo­watt­stunde zu zahlen. Und: Der KWK-Zuschlag soll wie bisher über einen an der Lebens­dauer der strom­erzeu­gen­den Hei­zun­gen bemes­se­nen Zeit­raum geleis­tet werden. Damit sei zu ver­hin­dern, dass neu­wer­tige Hei­zun­gen schon nach wenigen Jahren ver­schrot­tet würden, nur weil der Zuschlags­zeit­raum abge­lau­fen sei.

Bei diesen kleinen KWK sieht auch Johann Saathof, für die Regie­rungs­par­tei SPD Mit­glied im Ener­gie­aus­schuss des Bun­des­ta­ges, Nach­ho­le­be­darf. Warum dieser nicht gleich in das Gesetz ein­ge­flos­sen ist, bleibt frag­lich.

Vor­schau­bild: Kleine KWK-Lösungen, w ie hier ein gas­be­trie­be­nes Block­heiz­kraft­werk im Woh­nungs­be­reich, werden in Zukunft nicht mehr so gut geför­dert wie große KWK-Anwendungen. Foto: Urban­sky

Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 11/2015 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pobeabo geht es hier.

5 Kommentare

  1. Meinen Sie Joachim Pfeif­fer? Zitat: »beklagt Michael Pfeif­fer, immer­hin ener­gie­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion«

    • Dein Text handelt ja von der Pau­schal­ver­gü­tung.
      Die bis­he­rige Pau­schal­ver­gü­tung würde über 30.000 Voll­be­nut­zungs­stun­den mit einem För­der­satz in Höhe von 5,41 Cent/kWh gewährt werden – die neue För­de­rung wird über min­des­tens 45.000 Voll­be­nut­zungs­stun­den gewährt und min­des­tens 4 Cent/kWh erlösen.
      Demnach wären es 3.246,- Euro nach KWKG 2012 und min­des­tens 3.600,- Euro nach dem neuen KWKG.

  2. Sorry – aber der »lions Power­block mit bis zu 2 kW elek­tri­scher und bis zu 16 kW Wär­me­leis­tung« würde – falls er noch ver­trie­ben werden sollte – nach dem neuen KWK-Gesetz 3.600 Euro statt 3.000 Euro als Pau­schale bekom­men – also 20% mehr.

    Eine Rück­kehr zu einer För­de­rung auf 10 Jahre wäre völlig inak­zep­ta­bel und keins­ter Weise ziel­füh­rend. Aber die avi­sierte För­der­dauer fällt mit 45.000 Voll­be­nut­zungs­stun­den sehr niedrig aus. 60.000 Voll­be­nut­zungs­stun­den war der (sinn­vol­lere) Vor­schlag der wis­sen­schaft­li­chen Studie zum KWKG-Monitoring.

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