Malerisch vor den Alpen gelegen und energieeffizient: Das Lodenareal der Neuen Heimat Tirol in Innsbruck. Foto: NHT

Größtes Passiv­haus­projekt Öster­reichs ist Mietobjekt

von | 10. April 2017

Der Passiv­haus­standard hat für Wohnungs­un­ter­nehmen einen sehr großen Vorteil: Die Neben­kosten bleiben über­sichtlich. Fallen sie mal aus, was im sozialen Wohnungsbau ja durchaus vorkommt, ist der Schaden über­sichtlich – und das bei optimalen Klimaschutz. 

Dieser Philo­sophie verschreibt sich schon seit einigen Jahren die Neue Heimat Tirol aus Innsbruck. Aktuell reali­siert sie das größte Passivhaus Öster­reichs – natürlich ein Mietwohnungsbau.

Am Inns­brucker Loden­areal entsteht derzeit der erste echte mehr­ge­schossige Passiv­haus­komplex im Bundesland Tirol. Errichtet wird es von der Neuen Heimat Tirol (NHT), einem in Innsbruck ansäs­sigen Projekt­ent­wickler und Groß­ver­mieter auch im sozialen Wohnungsbau. 354 Wohnungen entstehen. Haupt­be­weg­grund war, die Neben­kosten für die Wohnungen so niedrig wie möglich zu halten. Und das geht sehr gut mit dem Passivhausstandard.

Gerade vor dem Hinter­grund stei­gender Heiz- und Strom­kosten, von denen eine zahlungs­schwache Klientel besonders betroffen ist, werden so Zahlungs­aus­fälle minimiert und Miss­stim­mungen zwischen Vermieter und Mieter von vorn­herein vermieden. …

Das Loden­areal kommt auf Heiz­kosten von weniger als 10 kWh pro Jahr und Quadrat­meter. Zum Vergleich: In einem Passivhaus dürften es sogar 15 kWh sein, eine Mitwohnung im Nied­rig­ener­gie­haus­standard kommt auf gut 70 kWh und im Altbau­be­stand auf über 100 kWh. Der Minder­ver­brauch entspricht einer Einsparung bei den Brenn­stoffen, hier Pellets und Erdgas, von 75 Prozent. …

NHT ist Passivhauspionier

Für das Wohnungs­un­ter­nehmen ist das Passivhaus jedoch kein Neuland. Bei dieser Größen­ordnung wäre das auch gewagt. Zuvor wurde mit zwei passiv­haus­nahen Projekten Erfah­rungen gesammelt: am Inns­brucker Mitterweg, die 1997 fertig­ge­stellt wurde und einen Ener­gie­aufwand von 21 kWh/​m²a hat, sowie und in Lohbach, das drei Jahre später fertig wurde und 20 kWh je Quadrat­meter und Jahr aufweist. …


Gekürzt. Geschrieben für Die Wohnungs­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 04/​2017. Zum Abon­nement der Zeit­schrift Die Wohnungs­wirt­schaft geht es hier.

Ein Beitrag, wie die Zukunft der Wärme­netze aus­se­hen könnte, haben meine Energieblogger-​Kollegen von Ecoquent Positions hier ver­fasst.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
„Diesel­ag­gregate haben mit Holz­ver­gaser eine Zukunft“

Diesel­ag­gregate haben mit Holz­ver­gaser eine Zukunft“

Interview mit Matthias von Senfft, International Sales Manager bei Spanner Re², www.holz-kraft.com Brennstoffspiegel: Wie würden Sie kurz den Vorteil von Holzvergasern gegenüber anderen Heiztechnologien beschrieben? von Senfft: Sie sind effizienter als...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...