Dieser Zaun aus Solarabsorbern regeneriert den Eisspeicher. Die Wärmepumpe kann aber zu Heizzwecken auch direkt darauf zugreifen. Foto: Urbansky

Wärme­pumpe funk­tio­niert auch im Bestand

von | 1. November 2017

Im Wohnungs­neubau ist die Wärme­pumpe längst auf Platz zwei der belieb­testen Heiz­tech­no­logien geklettert. Im Bestand tut sie sich schwer. Ihre niedrigen Vorlauf­tem­pe­ra­turen sind besser für Flächen­hei­zungen geeignet als für Radia­toren. Dennoch sind auch Nach­rüs­tungen im Bestand so möglich, dass ein wirt­schaft­liches Heizen funktioniert. 

Wärme­pumpe im Bestand – das geht nur selten gut. Diese bisher gängige Meinung muss langsam revidiert werden. Zwar harmo­niert die Wärme­pumpe wegen ihrer Vorlauf­tem­pe­ra­turen bei echtem Nieder­tem­pe­ra­tur­verlauf um die 35 °C tatsächlich besser mit Flächen­hei­zungen. Aber eben nicht nur. Denn das würde ihren Einsatz im Bestand kaum möglich machen. Wer lässt sich schon gern Wände, Decken oder Fußböden aufhacken, nur um dort eine Flächen­heizung unterzubringen?

Aller­dings: Bei einer umfas­senden ener­ge­ti­schen Sanierung oder dem Anpassen alter Indus­trie­ge­bäude an heutige Anfor­de­rungen oder neue Nutzungs­be­din­gungen kann sich der Einbau einer Flächen­heizung durchaus lohnen. Und die bei der Sanierung in aller Regel ausge­führte Dämmung ist eine Voraus­setzung für die Kombi­nation von Wärme­pumpe und Flächenheizung.

Möglich ist aber auch ein Beibe­halten der alten Radia­toren, wenn man die Vorlauf­tem­pe­ra­turen im Haus auf etwas unter 50 °C absenken kann. Der Test ist einfach: An einem richtig kalten Wintertag einfach den Kessel auf 50 °C einstellen und abwarten, ob es ausrei­chend warm wird. Ist der Test erfolg­reich, kann der Nutzer auch mit den vorhan­denen Radia­toren weiter­heizen und braucht keine Flächenheizung.

Aber auch wenn höhere Vorlauf­tem­pe­ra­turen benötigt werden, muss das nicht das Aus für die Wärme­pumpe bedeuten. Eine Heiz­last­be­rechnung nach DIN EN 12831 kann hier Aufklärung bringen, etwa darüber, ob nicht nur die alten Radia­toren gegen größere moderne Heiz­körper ausge­tauscht werden müssten …

Eine weitere Variante, insbe­sondere fürs Gewerbe, ist die Nutzung von Abwärme, die etwa in Bäcke­reien oder metall­ver­ar­bei­tenden Betrieben entsteht. Auch hier können Wärme­pumpen zum Einsatz kommen. Ihre Instal­lation im Nach­hinein ist weniger kompli­ziert als gedacht. …


Gekürzt. Geschrieben für SBZ. Der voll­stän­dige Beitrag ist in der Ausgabe 21/​2017 zu lesen. Hier fin­det sich eine Online-​Fassung. Zum kos­ten­freien Probeabo geht es hier.

Mit der Bedeutung der Wärm­peumpe für die Ener­gie­wende befas­sen sich die Blogger von ener​gie​zu​kunft​.eu hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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