60 % haben ein smartes Gerät zu Hause. Foto: RWE

Studie: 60 % haben mindestens ein smartes Gerät

von | 28. November 2017

Wohin geht die Reise für Smart Home? Dazu hat das Inno­va­ti­ons­zentrum Connected Living knapp 1.000 Teil­nehmer im Rahmen einer Studie befragt.

Das Münchener IGT – Institut für Gebäu­de­tech­no­logie gibt monatlich Tipps heraus, mit denen Mietern, Verwaltern und TGA-​Verantwortlichen die Steuerung der Haus­technik leicht gemacht werden soll. Im November nun befassen sich die Wissen­schaftler mit der oben genannten Studie.

Zwar liegt hier erneut der Fokus eher auf smarten Einzel­ge­räten als auf einem ganz­heitlich geplanten Smart Home – man erkennt aber deutlich den sich nicht aufzu­hal­tenden Trend der Smar­ti­fi­zierung im Allgemeinen.

Im Kern ist der Begriff „Smart Home“ bei der Bevöl­kerung ange­kommen. Aller­dings wird auch in dieser Studie darunter eher die Verwendung von „smarten Geräten“ (z.B. Fernseher mit WLAN-​Schnittstelle und ergän­zender App-​Bedienung) verstanden und nicht in erster Linie die Instal­lation eines ganz­heit­lichen Smarthome-​Systems mit Verwendung von Sensoren/​Aktoren in Unter­putz­dosen bzw. Vertei­ler­kästen (zur Steuerung von Licht, Verschattung, Heizung etc.).

Nicht nur Festinstallationen

Was sich dabei deutlich zeigt: Ein Smart Home besteht schon jetzt nicht mehr alleine aus der ange­spro­chenen Fest­in­stal­lation – d.h. einem Bussystem oder funk­ba­sierten Kompo­nenten für Unterputzdosen/​Verteilerkasten. In Haus­halten nehmen die soge­nannten „smarten“ Geräte zu.

Logisch, dass man über einen „Alles-​Aus-​Taster“ auch diese ausschalten möchte. Auch wenn sich Kunden diese „smarten Geräte“ oft selber über Amazon & Co. bestellen – ein guter Fach­planer für smarte Gebäude sollte aufzeigen, ob bzw. wie diese Geräte in das Smart Home inte­griert werden können. D.h. bei der Wahl des Smarthome Servers oder der IoT-​Plattform sollten Fach­planer im Interesse der Kunden die Anfor­derung berück­sich­tigen, dass später „smarte Geräte“ in das Gesamt­system einge­bunden werden können – idea­ler­weise auch vom Kunden selber!

Dabei ist das im Moment leichter gesagt als getan. Die meisten Smarthome-​Systeme unter­stützen oft nur wenige Proto­kolle wie EnOcean, Z‑Wave, ZigBee, KNX, DALI etc. Smarte Geräte nutzen oft WLAN und könnten zumindest über den häus­lichen Switch/​Router eine IP-​Verbindung zum Smarthome-​System aufbauen – nur lassen sie sich dort meist noch nicht „erkennen“ und einbinden. Es ist aber zu erwarten, dass in Zukunft die Hersteller von Smarthome-​Servern bzw. IoT-​Plattformen einer­seits und „smarten Geräten“ ande­rer­seits stärker aufein­ander zugehen und genau diese funk­tionale Einbindung mehr und mehr unterstützen.

Zurück zur Studie: 60% der Befragten geben an, mindestens ein „smartes“ Gerät zu haben; bei 15% sind sogar mehr als 6 „smarte Produkt­gruppen“ vorhanden. Die Verbreitung von diesen soge­nannten „smarten Geräten“ nimmt also stetig zu. Die wich­tigsten Bedürf­nisse sind dabei eine einfache Bedienung und die Datensicherheit.

Diffe­ren­zierung durch Beratung

Wer hier seine Kunden kompetent beraten kann, kann sich diffe­ren­zieren. Insbe­sondere zum Anspruch der einfachen Bedienung wird es auch hier sinnvoll bzw. erfor­derlich sein, diese in das Smarthome-​System oder die IoT Plattform zu inte­grieren. Bei dieser stei­genden Anzahl an Einzel­ge­räten kann man jedoch nicht von einfacher Bedienung sprechen, wenn jedes Gerät seine eigene App hat!

Dabei kamen die meisten „smarten Geräte“ bei den befragten Teil­nehmern der Studie aus dem Bereich der Unter­haltung. Dies ist ein Zeichen für die hohe Inno­va­ti­ons­freu­digkeit dieser Branche – die anderen Branchen ziehen aber zwangs­läufig nach.
Inter­es­san­ter­weise ist die Kauf­be­reit­schaft für weitere „smarte Geräte“ umso höher, je mehr „smarte Geräte“ man bereits hat. Das heißt: Der Appetit kommt bekann­ter­maßen beim Essen.

Der Extrakt der Studie sowie weitere Infor­ma­tionen finden sich hier.

Der Tipp des Monats des IGT kann hier abon­niert werden.


Mit dem Smart Home, ohne dass sich eine moderne TGA-​Anlage kaum sinn­voll steu­ern lässt, befasst sich auch Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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