Primärenergieverbrauch in Deutschland in den ersten drei Quartalen 2017 - Gewinne und Verluste in %. Grafik. AGEB

Ener­gie­ver­brauch 2017: Erdgas steigt am stärksten

von | 29. November 2017

Der Ener­gie­ver­brauch in Deutschland wird 2017 gegenüber dem Vorjahr voraus­sichtlich um etwas mehr als 1 Prozent ansteigen und eine Gesamthöhe von etwa 13.600 Petajoule (PJ) oder rund 464 Millionen Tonnen Stein­koh­len­ein­heiten (Mio. t SKE) erreichen. Diese Schätzung veröf­fent­lichte die Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lanzen (AG Ener­gie­bi­lanzen) auf Basis der Daten für die ersten neun Monate des laufenden Jahres.

Nach neun Monaten erreichte der gesamte Ener­gie­ver­brauch in Deutschland eine Höhe von 9.971 PJ bezie­hungs­weise 340,2 Mio. t SKE und lag damit um 1,9 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für den Verbrauchs­an­stieg ist vor allem die positive Konjunk­tur­ent­wicklung sowie die etwas kühlere Witterung zu Beginn des Jahres verant­wortlich. Bei den erneu­er­baren Energien führten im Wesent­lichen gute Wind­ver­hält­nisse an Land und auf See sowie eine leicht höhere Zahl von Sonnen­stunden zu einer weiteren Zunahme der Stromeinspeisungen.

Der Verbrauch von Mineralöl erhöhte sich insgesamt um 2,6 Prozent. Zu dieser Entwicklung trugen praktisch alle Produkte bei: Der Verbrauch von Flug­kraft­stoff erhöhte sich um knapp 6 Prozent. Diesel-​und Otto­kraft­stoffe lagen mit 3,1 Prozent bezie­hungs­weise 2,4 Prozent im Plus. Der Absatz von leichtem Heizöl verzeichnete einen Zuwachs von gut 5 Prozent und die Rohben­zin­lie­fe­rungen an die chemische Industrie stiegen um knapp 2 Prozent.

Der Verbrauch von Erdgas lag 9 Prozent höher als im Vorjah­res­zeitraum. Haupt­ur­sache für den Anstieg war der Mehr­einsatz von Erdgas in den Kraft­werken zur Strom-​und Wärme­ver­sorgung. Zuwächse verzeichnete der Erdgas­einsatz auch in der Wärme­ver­sorgung und in der Industrie.

Der Verbrauch an Stein­kohle sank um 7,6 Prozent. Beim Einsatz von Stein­kohle in Kraft­werken kam es ‑vorrangig infolge einer stärkeren Einspeisung von Strom aus erneu­er­baren Energien und Erdgas ‑zu einem Minus von 12,5 Prozent. Die Eisen-​und Stahl­in­dustrie erhöhte den Einsatz von Kohle und Koks dagegen um 2,3 Prozent.

Der Verbrauch von Braun­kohle lag in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um gut 2 Prozent über dem Vorjah­res­zeitraum. Die Zunahme ist auf eine verbes­serte Kraft­werks­ver­füg­barkeit zurück­zu­führen. Die Sicher­heits­be­reit­schaft verschie­dener Braun­koh­len­kraft­werke wird den Braun­koh­len­einsatz zur Strom­erzeugung in den kommenden Jahren um rund 15 Prozent zurück­gehen lassen.

Bei der Kern­energie kam es wegen verän­derter Revi­si­ons­pla­nungen zu einem Minus von 13,5 Prozent.

Die erneu­er­baren Energien stei­gerten ihren Beitrag zum gesamten Ener­gie­ver­brauch in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 um 5,3 Prozent. Die Biomasse konnte ihren Beitrag um 3 Prozent steigern. Die Strom­ein­speisung aus Wind­an­lagen nahm deutlich um 21 Prozent zu. Beim Strom aus PV-​Anlagen kam es zu einem Zuwachs von 5 Prozent. Die Strom­erzeugung aus Wasser­kraft (ohne Pump­speicher) sank gegenüber

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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