För­der­mög­lich­kei­ten für Smart Buil­ding

Mögliche Komponenten einer Cloud-Vernetzung im Wohnbereich. Grafik: innogy
Mögliche Komponenten einer smarten Vernetzung im Wohnbereich. Grafik: innogy

Das Mün­che­ner IGT – Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps heraus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA‐Ver­ant­wort­li­chen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht werden soll. Aktuell befas­sen sie sich mit den För­der­mög­lich­kei­ten für Smart Bui­dings durch die KfW.


Seit Jahr­zehn­ten fördert die KfW (Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau) Moder­ni­sie­run­gen und Sanie­run­gen im Gebäu­de­be­reich. Dies schließt inzwi­schen auch die Umset­zung von Smart‐Home‐Anforderungen mit ein – sofern diese ziel­ge­rich­tet im Sinne von Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Ein­bruch­schutz oder alters­ge­rech­ten Umbau ein­ge­setzt werden.

Die KfW ist die eine öffent­lich recht­li­che För­der­bank. Wurde sie nach dem zweiten Welt­krieg zur Unter­stüt­zung des Wie­der­auf­baus gegrün­det, so bietet sie inzwi­schen auch unter­schied­li­che finan­zi­elle Unter­stüt­zun­gen von gebäu­de­tech­ni­schen Moder­ni­sie­run­gen und Sanie­run­gen in Form von zins­güns­ti­gem Kredit oder einem  Zuschuss an.

Die Kredite sind für größere bau­tech­ni­sche Vor­ha­ben inter­es­sant und sinn­voll. Maß­nah­men im Umfeld eines Smart Home sind übli­cher­weise deut­lich güns­ti­ger und somit sind dazu die Zuschuss­pro­gramme inter­es­san­ter. Auf diese fokus­siert sich deshalb der fol­gende Artikel – bei Inter­esse an Kre­di­ten sei auf die Web­seite der KfW (www​.kfw​.de) ver­wie­sen.

Ener­gie­ef­fi­zi­ent Sanie­ren

Eine För­der­fä­hig­keit ist dann gegeben, wenn Maß­nah­men einer Sanie­rung einen Beitrag zu einem über­ge­ord­ne­ten Ziel leisten. Eines dieser über­ge­ord­ne­ten Ziele ist der effi­zi­en­tere Einsatz von Energie für Heizen und Lüften.

Ener­gie­be­darf für solche tech­ni­sche Gewerke zunächst dadurch senken, dass Heizungs‐ und Lüf­tungs­an­lage bedarfs­ge­recht betrie­ben werden. Diese Anfor­de­rung kann eine korrekt ein­ge­rich­tete Rege­lung meist genauer und zuver­läs­si­ger durch­füh­ren als der Mensch. Aber auch die Erfas­sung und Visua­li­sie­rung des Ener­gie­ver­brauchs kann einen wich­ti­gen Beitrag für den Men­schen und sein Heizungs‐ und Lüf­tungs­ver­hal­ten leisten.

Wie heißt es so schön: „Selbst­er­kennt­nis ist der erste Weg zur Bes­se­rung“. Die sinn­volle Aus­le­gung sowie fach­ge­rechte Instal­la­tion und Inbe­trieb­nahme ent­spre­chen­der Systeme ist deshalb aus Sicht der KfW för­der­fä­hig.

Das dazu pas­sende Zuschuss­pro­gramm nennt sich „430 – Ener­gie­ef­fi­zi­ent sanie­ren“.

Erfor­der­li­che Befür­wor­tung durch einen Ener­gie­be­ra­ter

Wie zuvor erwähnt, müssen Maß­nah­men wir­kungs­voll zu einem über­ge­ord­ne­ten Ziel bei­tra­gen – in Fall des För­der­pro­gramms 430 zur Reduk­tion des Ener­gie­be­darfs. Deshalb ist zu beach­ten, dass die bean­trag­ten Maß­nah­men bereits zur Antrags­stel­lung über einen aner­kann­ten Ener­gie­be­ra­ter befür­wor­tet werden. Seit wenigen Jahren werden diese aner­kann­ten Ener­gie­be­ra­ter als soge­nannte „Energieeffizienz‐Experten“ bezeich­net und können auf der Web­seite www​.energie​-effi​zi​enz​-exper​ten​.de in Bezug auf fach­li­che Aspekte bzw. Post­leit­zahl gesucht werden.

Nun ist es so, dass die För­der­fä­hig­keit von Smart‐Home‐Installationen relativ neu ist. Man kann davon aus­ge­hen, dass man mehrere Ener­gie­be­ra­ter kon­tak­tie­ren muss, bis man einen findet, der bereits Erfah­rung mit der Beur­tei­lung von Smart‐Home‐Aspekten hat. Das zeigt sich auch bei der Suche auf der erwähn­ten Web­seite. Aktuell kann man dort nach För­der­maß­nah­men hin­sicht­lich „Wär­me­däm­mung“, „Heizung“, „Fenster/Türen“ bzw. „Lüftung“ suchen – der Begriff „Smart Home“ oder ähn­li­ches fehlt noch. Even­tu­ell muss man den Ener­gie­be­ra­ter auch bewusst auf die Smart‐Home‐Webseite der KfW hin­wei­sen, die eigens vom För­der­ge­ber ein­rich­tet wurde.

Alters­ge­rech­ter (bar­rie­re­freier) Umbau

Im Alter kann das eine oder andere beschwer­li­cher werden. Nachdem die meisten mög­lichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben wollen, gilt es zu über­le­gen, welche Vor­be­rei­tun­gen dazu sinn­voll sind. Par­al­lel zum Wunsch der Betrof­fe­nen ist das Wohnen in den eigenen vier Wänden auch gesell­schaft­lich sinn­voll – Pfle­ge­plätze sind knapp und teuer. So oder so ist der recht­zei­tige alters­ge­rechte bzw. bar­rie­re­freie Umbau von Immo­bi­lien sinn­voll und somit auch aus Sicht der KfW för­der­fä­hig. Auch hier kann ein Smart Home einiges posi­ti­ves bei­tra­gen.

Bei zuneh­men­der Immo­bi­li­tät kann der moto­ri­sche Antrieb von Fens­tern, Türen, Tore oder Roll­la­den erfor­der­lich sein. Ebenso  können Tür­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­teme den Alltag erleich­tern bzw. Not­ruf­sys­teme für den Notfall erfor­der­lich sein. Aber auch die Bedie­nung von Licht oder Raum­tem­pe­ra­tur­reg­lung über funk­ba­sierte, d.h. orts­un­ab­hän­gige Systeme, kann bei zuneh­men­der Bewe­gungs­ein­schrän­kung den Alltag erleich­tern bzw. den wei­te­ren Ver­bleib in der eigenen Wohnung ermög­li­chen.

Panik­tas­ter, Stur­z­er­ken­nungs­sys­teme oder Video­sys­teme können zur echten aber auch zur gefühl­ten Sicher­heit bei­tra­gen während zeit‐ oder prä­senz­ba­sierte Gerä­te­ab­schal­tun­gen Gefah­ren­quel­len für z.B. Brand redu­zie­ren.

Bei diesem För­der­pro­gramm ist zum Antrag keine Befür­wor­tung durch weitere, externe Stellen erfor­der­lich! Es genügt also, die gewünsch­ten Maß­nah­men über den gewünsch­ten Nutzen zu beschrei­ben.

Ein­bruch­schutz

Ein wei­te­rer för­de­rungs­wür­di­ger Aspekt ist die Erhö­hung der Sicher­heit in Bezug auf Ein­bruch­schutz. Sicher­lich sollte jede Immo­bi­lie zunächst aus­rei­chend mecha­nisch gesi­chert werden – d.h. Türen und Fenster sollten ent­spre­chend hoch­wer­tig aus­ge­führt werden. Die Über­wa­chung von Fens­ter­zu­stän­den, Präsenz sowie deren Aus­wer­tung und gege­be­nen­falls Alar­mie­rung ist aber zusätz­lich ein wei­te­rer wich­ti­ger The­men­block.

Diese Erhö­hung der Sicher­heit durch elek­tro­ni­sche Systeme wird klas­si­scher­weise über dedi­zierte Alarm­an­la­gen – offi­zi­ell als GWA (Gefah­ren­warn­an­lage) bezeich­net – durch­ge­führt. Wenn diese Alarm­an­la­gen in Bezug auf Ver­si­che­run­gen aner­kannt werden sollen, müssen diese zuvor ent­spre­chend getes­tet werden. Dazu hat der VdS (Verband der Sach­ver­si­che­rer) als Insti­tut für Unter­neh­mens­si­cher­heit ent­spre­chende Richt­li­nien erstellt und zer­ti­fi­ziert deren Ein­hal­tung. Dieses Zer­ti­fi­kat ist dann wichtig, wenn im Umfeld von Sach­ver­si­che­run­gen Alarm­an­lan­gen vor­han­den sein müssen um über­haupt eine Sach­ver­si­che­rung abschlie­ßen zu können oder zumin­dest den ent­spre­chen­den Ver­si­che­rungs­bei­trag zu redu­zie­ren.

Ein Smart‐Home‐System kann über Fens­ter­kon­takte und Prä­senz­mel­der ebenso Ein­bruchs­ver­su­che erken­nen und über Aktoren für z.B. Licht, Ver­schat­tung, Geräusche/Sirene ver­su­chen, Ein­bre­cher zu ver­schre­cken. Dies kann stabil und zuver­läs­sig funk­tio­nie­ren. Viel­leicht aber auch nicht. Wenn man sich mög­lichst sicher sein will, dass zum Zeit­punkt eines Ein­bruchs das Smart‐Home‐System auch tat­säch­lich betriebs­be­reit ist und korrekt funk­tio­niert, sollte im Vorfeld das Smart‐Home‐System genauer auf Zuver­läs­sig­keit und Wir­kungs­eise unter­sucht werden. Genau dazu wurden vom VDE ent­spre­chende Kri­te­rien auf­ge­stellt und in der Norm DIN VDE V 0826–1 zusam­men­ge­fasst.

BHE Leit­fa­den – Über­sicht der Normin­halte (PDF)

Für weitere Details sei auf die Norm ver­wie­sen. In der Norm ist auch beschrie­ben, dass zer­ti­fi­zierte Alarm­an­la­gen mit nicht‐zertifizierten Smart‐Home‐Systemen gekop­pelt werden dürfen. So ist womög­lich die Alarm­an­lage für die zuver­läs­sige Über­wa­chung eines Gebäu­des zustän­dig und ver­ant­wor­tet ebenso die nötige Grund­alar­mie­rung. Dieser Alarm darf zusätz­lich an ein Smart‐Home‐System über­tra­gen werden, um z.B. über Licht oder Geräu­sche zu ver­su­chen, den Ein­bre­cher zu ver­schre­cken.

Bei allen Kopp­lun­gen zwi­schen Alarm­an­la­genund Smart‐Home‐Systemen ist aber streng darauf zu achten, dass der Betrieb der Alarm­an­lage stö­rungs­frei durch­ge­führt werden kann. Ein womög­lich nicht korrekt arbei­ten­des Smart‐Home‐System darf eine VdS‐zertifizierte Alarm­an­lage nicht in Mit­lei­den­schaft ziehen. Die Norm bezeich­net dies als „rück­wir­kungs­frei“. Auf diese Kri­te­rien bezieht sich nun  auch die KfW, wenn eine För­de­rung für ein Smart‐Home‐System zur Ein­bruchs­prä­ven­tion bean­tragt wird. Die Prüfung der Ein­hal­tung der Kri­te­rien können unter­schied­li­che Prüf­stel­len durch­füh­ren – der VdS ist eine davon. Konkret bedeu­tet dass, dass ein Smart‐Home‐System z.B. vom VdS auf Ein­hal­tung der Kri­te­rien der DIN VDE V 0826–1 geprüft worden sein muss.

Diese Prüfung wird rea­lis­tisch vom Her­stel­ler des Smart‐Home‐Systems bean­tragt und somit ist zu erwar­ten, dass in naher Zukunft der eine oder andere Her­stel­ler mit ent­spre­chen­den Zer­ti­fi­ka­ten wirbt. Solange das nicht der Fall ist, muss man VdS‐zertifizierte Alarm­ein­la­gen aus­wäh­len, wenn man die För­de­rung 430‐E des KfW bean­tragt. Die wesent­li­chen Eck­punkte von diesem För­der­pro­gramm sind in Tabelle 3 auf­ge­führt.

Nächste Schritte

Wie zuvor beschrei­ben, haben die drei KfW För­der­pro­gramme jeweils ein­deu­tige Schwer­punkte. Dabei können in jedem Pro­gramm auch ansatz­weise Aspekte von anderen Pro­gram­men geför­dert werden. Im Pro­gramm „Ener­gie­ef­fi­zi­ent sanie­ren“ sind z.B. auch ansatz­weise Aspekte vom Ein­bruch­schutz ent­hal­ten und umge­kehrt. Somit sollte man sich vor Antrags­stel­lung die ent­spre­chen­den Merk­blät­ter der KfW zu den Pro­gram­men ansehen, die auf der Web­seite der KfW ver­füg­bar sind. Im nächs­ten Schritt sollte man eine Vor­anfrage stellen. Dies ist ein gerin­ger Aufwand und kann online über das KfW Zuschuss­por­tal (www​.kfw​.de/​z​u​s​c​h​u​s​s​portal) erfol­gen. Erst nach posi­ti­vem Bescheid kann die Umset­zung begon­nen werden. Wer diese Rei­hen­folge nicht einhält, ver­liert den För­der­an­spruch.

Zu allem ist zu beach­ten, dass ein Einbau über einen Fach­be­trieb erfol­gen muss. Denn bekann­ter­ma­ßen taugt auch das Beste System nichts, wenn es nicht richtig instal­liert wird!

Mehr dazu hier.

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