Aktua­li­sierte Anlagenschema-Konfiguratoren

Der IGT-Konfigurator "Wärme". Quelle: IGT

Das Mün­che­ner IGT – Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie gibt monat­lich Tipps heraus, mit denen Mietern, Ver­wal­tern und TGA-Ver­ant­wort­li­chen die Steue­rung der Haus­tech­nik leicht gemacht werden soll. Im Sep­te­mer nun befas­sten sich die For­scher mit der Sche­ma­ti­sie­rung eienr Anla­gen­kon­fi­gu­ra­tion.

Wer sich mit der Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Gebäu­den befasst, kommt nicht um Anla­gen­sche­mata herum. Diese reprä­sen­tie­ren in gra­phi­scher Form den Aufbau von Heizungs‑, Lüftungs- oder Kli­ma­an­la­gen. Also muss man in der Lage sein, ein Anla­gen­schema schnell und prag­ma­tisch zu erstel­len (z.B. nach einer Orts­be­ge­hung oder dem Gespräch mit dem tech­ni­schen Be-triebspersonal).

Für diesen Fall hat das Insti­tut für Gebäu­de­tech­no­lo­gie soge­nannte „Kon­fi­gu­ra­to­ren“ ent­wi­ckelt, mit denen man sich ein Anla­gen­schema durch Blät-tern zusam­men­stel­len kann. Diese wurden nun aktua­li­siert und stehen auf der Web­seite kos­ten­frei zum Down­load zur Ver­fü­gung.

Die sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung von Anlagen

Anla­gen­sche­mata sind gra­phi­sche Dar­stel­lun­gen von Anlagen unter Ver­wen­dung von vereinheitlich-ten Sym­bo­len für die unter­schied­li­chen Anla­gen­kom­po­nen­ten wie Heiz­kes­sel, Pumpen, Ventile, Ven-tilatoren etc. Im Bereich der Gebäu­de­au­to­ma­tion werden meist Sche­mata für die Wär­me­er­zeu­gung, Käl­te­er­zeu­gung sowie die Raum­luft­kon­di­tio­nie­rung ver­wen­det.

Abbil­dung 1: Bei­spiel für ein Wär­me­schema. Quelle: IGT

Abbil­dung 1 zeigt ein mög­li­ches Schema für den Bereich der Wär­me­er­zeu­gung. Das Symbol ganz links stellt einen Wär­me­er­zeu­ger dar – also z.B. einen Heiz­kes­sel. Im mitt­le­ren Bereich ist ein Trink-warmwasserspeicher abge­bil­det. Das ist an den drei Abzwei­gun­gen auf der rechten Seite des ovalen Spei­chers zu erken­nen. Die obere Abzwei­gung ent­spricht dem Anschluss an die Ent­nah­me­stelle. Die gestri­chelte Linie ist der Rück­fluss der Zir­ku­la­ti­ons­lei­tung.

Die untere Abzwei­gung ist der Frisch­was­ser­zu­lauf. Dieser Trink­warm­was­ser­spei­cher wird zum einen von unten vom Heiz­kreis „geladen“ – d.h. ein am Heiz­kreis ange­schlos­se­ner Wär­me­tau­scher im Spei­cher über­trägt die Wärme an das Trink­was­ser. Ober­halb des Spei­chers ist ein Symbol einer So-larthermie-Anlage abge­bil­det, die ebenso an einen Wär­me­tau­scher im Trink­warm­was­ser­spei­cher ange­schlos­sen ist. Das Trink­was­ser kann somit ent­we­der über den Heiz­kreis oder die Solarthermie-Anlage beheizt werden. Das Schema schließt im rechten Bereich mit einem ein­fa­chen Heiz­kreis, be-stehend aus Misch­ven­til, Pumpe und Heiz­kreis­an­schluss, ab.

Modu­la­ren Aufbau der Sche­mata nutzen

In vielen Fällen liegt für Klä­run­gen des effi­zi­en­ten Anla­gen­be­triebs ein Schema nicht vor und somit muss man es in Eigen­re­gie erstel­len. Grund­sätz­lich sind die meisten Sche­mata sehr modular aufge-baut und folgen einem festen Muster. Diese Eigen­schaft nutzen die fol­gen­den Kon­fi­gu­ra­to­ren für Wärme, Kälte und Raum­luft, mit denen man sich ein­fa­che Sche­mata „zusam­men­stel­len“ kann.

Abbil­dung 2: Der IGT-Konfigurator »Wärme«. Quelle: IGT
Abbil­dung 2 zeigt einen Kon­fi­gu­ra­tor für die Wär­me­er­zeu­gung. Dabei handelt es sich um mehrere über­ein­an­der­lie­gende DIN-A4-Ausdrucke, die teil­weise ein­ge­schnit­ten sind. Der Kon­fi­gu­ra­tor ist so auf­ge­baut, dass im linken Bereich unter­schied­li­che Wär­me­er­zeu­ger zur Auswahl stehen. Durch Um-klappen der ein­ge­schnit­te­nen Strei­fen kann man die gewünschte Auswahl treffen. Im mitt­le­ren Be-reich stehen unter­schied­li­che Vari­an­ten für die Ver­tei­lung bzw. Puf­fe­rung zur Ver­fü­gung.
Im rechten Bereich kann man zwi­schen Heiz­krei­sen, Ver­tei­lern oder sons­ti­ger Abfüh­rung der Wärme unter­schei­den. Ein­fa­che Anla­gen­sche­mata lassen sich auf diese Weise schnell zusam­men­stel­len. Bei kom­ple­xe­ren Anlagen stößt der ein­fa­che Kon­fi­gu­ra­tor an seine Grenzen. Wer das grund­sätz­li­che Prinzip zum Erstel­len von Anla­gen­sche­mata ver­stan­den hat, ist sicher­lich in der Lage, mit Stift und Block oder Gra­fik­pro­gram­men die ent­spre­chen­den Anla­gen­sym­bole in ent­spre­chen­der Rei­hen­folge anzu­ord­nen. Basie­rend darauf muss man das gewählte Schema nur noch kopie­ren oder abzeich­nen.

In ähn­li­cher Weise funk­tio­nie­ren die Kon­fi­gu­ra­to­ren für „Kälte“ und „Raum­luft“. In Summe ist es emp­feh­lens­wert, sich mit den Mög­lich­kei­ten der Kon­fi­gu­ra­to­ren zu befas­sen. Auch ist es möglich bzw. sinn­voll, die Kon­fi­gu­ra­to­ren unter­ein­an­der zu ver­bin­den. So bietet der Kon­fi­gu­ra­tor „Wärme“ z.B. die Mög­lich­keit einer Ver­zwei­gung zu einem anderen Kon­fi­gu­ra­tor. Dies kann bei­spiels­weise vom Luftkanal-Heizregister des Kon­fi­gu­ra­tors „Raum­luft“ genutzt werden, das zum Betrieb an einen Wär­me­kreis ange­schlos­sen werden muss.

Um die Kon­fi­gu­ra­to­ren richtig anwen­den bzw. die Sche­mata richtig inter­pre­tie­ren zu können, sollte man sich mit den wich­tigs­ten Sym­bo­len ver­traut machen, wie sie deshalb auf der jeweils zweiten Seite der Kon­fi­gu­ra­to­ren auf­ge­führt sind. Weitere Hin­weise und Erklä­run­gen dazu finden sich in ein-schlägiger Lite­ra­tur bzw. im Inter­net. Womög­lich hilft es auch, ent­spre­chende Bilder im Inter­net zu suchen, um den Quer­be­zug zwi­schen Sym­bo­len und „Was ist denn das im wahren Leben?“ herzu-stellen.

Die  IGT-Konfiguratoren stehen hier zum Down­load bereit.

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