Wie und wann eicht man eine Tank­stelle?

Die Prüfung durch die Eichämter, wie hier in Sachsen, umfasst nur die Zapfanlage, auch Messgerät genannt. Foto: Urbansky

Unprä­zise arbei­tende Zapf­säu­len sind in jedem Falle ein Ärger­nis: ent­we­der für den Tank­wart, wenn zu wenig, oder für den Fahrer, wenn zu viel ange­zeigt wird. Zustän­dig für exakt gemes­sene Durch­fluss­men­gen sind die Bun­des­län­der, die wie­derum ihre Eich­äm­ter damit betrauen. Doch wie wird eigent­lich eine Zapf­säule geeicht?

Klagen von Tank­kun­den, dass man mit der glei­chen getank­ten Menge Sprit früher wei­ter­kam, gehören zur Folk­lore. Denn die erlaubte Abwei­chung beträgt, bezogen aufs Volumen, 0,5 Prozent – eine Menge, die man beim besten Willen nicht merken kann.
Dennoch gibt es hin und wieder, wenn auch nur wenige, Beschwer­den über zu geringe getankte Sprit­men­gen. Die Eich­äm­ter der Bun­des­län­der sind für den Check von Zapf­an­la­gen zustän­dig und über­prü­fen diese regel­mä­ßig. Tanks und Zulei­tun­gen hin­ge­gen gehören nicht dazu.

Doch wie überall gilt auch hier: Gutes Per­so­nal ist knapp. Des­we­gen schaf­fen es die Eich­äm­ter nicht immer, alle Zapf­säu­len nach Ablauf der Prüf­frist von zwei Jahren erneut zu prüfen. Aus Bayern etwa ist bekannt, dass gut jede fünfte Zapf­säule nicht in dieser Frist nach­ge­prüft wird. Den Tank­stel­len­be­trei­ber oder ‑pächter als Ver­ant­wort­li­chen trifft hier keine Schuld, zumin­dest nicht, wenn er recht­zei­tig den Antrag auf erneute Prüfung gestellt hat. Die Bear­bei­tungs­zeit beträgt bun­des­weit im Schnitt gut drei Monate. Der Betrei­ber kann die Zapf­säule in der Zwi­schen­zeit wei­ter­be­trei­ben, bis das Eichamt doch mal Zeit findet. Die Säulen sind in diesem Fall geeich­ten Mess­ge­rä­ten gleich­ge­stellt.

Keine Still­le­gun­gen bei ver­spä­te­ter Prüfung

Diese Praxis ist weit ver­brei­tet und aus recht­li­cher Sicht ein­wand­frei. Auch die Eich­äm­ter haften in dieser Über­gangs­frist, die selbst nach Ablauf der eigent­li­chen Prüf­frist noch gilt, nicht für even­tu­ell unprä­zise arbei­tende Zapf­an­la­gen. Falls doch ein Schaden wegen einer nicht mehr zu nut­zen­den Zapf­säule ein­tre­ten sollte, haften die Eich­äm­ter nur dann, wenn nach­weis­bar ist, dass sie nicht genug Per­so­nal haben. Doch auch das kommt nie vor. In der Praxis wird hier eher groß­zü­gig gehan­delt …


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 09/2019 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.