Gasisolierte Schaltanlage, die frei von Schwefelhexafluorid betrieben werden kann. Foto: Schneider electric

Getrocknete Luft statt klima­schäd­lichem Isoliergas

von | 28. Januar 2020

In diesem Jahr sollen erste Umspann­werke für die Mittel­spannung auf den Markt kommen, die ohne das klima­schäd­liche Schwe­fel­he­xa­fluorid (SF6) auskommen. 
Müssen Umspann­werke für die Mittel­spannung auf engem Raum gebaut werden, müssen die Stationen mittels tech­ni­scher Gase isoliert werden. Bisher werden sie mit Schwe­fel­he­xa­fluorid gefüllt. Doch das Gas ist ein Klima­killer. In diesem Jahr sollen die ersten Stationen ohne dieses Gas auf dem Markt kommen.

Bei einer Umspann­anlage im Freien muss man die einzelnen Leitungen und Schalter lediglich weit genug ausein­an­der­bauen, hier reicht die Luft als Isolator aus. Doch gerade in der inner­städ­ti­schen Bebauung ist dies häufig nicht möglich. Deswegen kommen Isola­ti­onsgase zum Einsatz, wenn aus Platz­gründen die einzelnen Kompo­nenten der Umspann­an­lagen räumlich eng beiein­an­der­stehen müssen. Dabei werden die kompletten Anlagen in ein Gehäuse gepackt, welche mit einem isolie­renden und vor allem nicht brenn­baren Gas befüllt. Technisch handelt es sich dabei um gasiso­lierte Schalt­an­lagen (GIS).
Schwe­fel­he­xa­fluorid (SF6), das hier bisher das Isoliergas der Wahl ist, hat viele Vorteile. Es ist farblos, an sich ungiftig, problemlos handelbar, fünfmal dichter als Luft und hat eine bis zu viermal höhere Durch­schlags­fes­tigkeit als diese. Zudem ist es nicht brennbar. Deswegen wird es gern als Isoliergas in den Stationen verwendet. …

Doch es hat auch einen sehr großen Nachteil: Es weist das 23.500fache Treib­haus­gas­po­tenzial von Kohle­stoff­dioxid (CO2) auf.…


Gekürzt. Geschrie­ben für Energie&Manage­ment. Erschie­nen in den PowerNews vom 20.01.2020. Der vollstän­dige Beitrag ist nur dort zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo, dem Arti­kel­kauf oder den verschie­de­nen Abonnement-​Paketen geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

1 Kommentar

  1. Martin

    Super Beitrag, finde ich echt klasse, wenn die Anlagen endlich ohne das Isoliergas funk­tio­nieren. Wir müssen alle mehr in umwelt­scho­nende Techniken investieren.

EnWiPo
EnWiPo
Grüner Wasser­stoff ist vor allem eines: schlichtweg zu teuer

Grüner Wasser­stoff ist vor allem eines: schlichtweg zu teuer

Wasserstoff – je nach Sichtweise als Champagner der Energiewende gelobt oder verspottet – ist das neue Zauberelixier eben jener. Die Bundesregierung spendiert über den Daumen gepeilt in den kommenden zehn Jahren neun Milliarden Euro, mit denen das kleinste aller...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...