Blick auf die MVV-Flusswärmepumpe in Mannheim: im Vordergrund ist der Entspannungsbehälter zu sehen, rechts dahinter im Hintergrund der Kondensator (oben) und der Verdampfer (unten). Foto: MVV

Flußwärme kann Teile des baye­ri­schen Wärme­be­darfs decken

von | 2. September 2024

Die Umge­bungs­wärme des Fluss­wassers wird hier­zu­lande noch kaum genutzt. Einer der wenigen Vorreiter ist Rosenheim in Bayern. Eine Studie hat nun abge­schätzt, wie viel des baye­ri­schen Wärme­be­darfs dort gedeckt werden könnte. Das Ergebnis ist verblüffend.

Die Münchner Forschungs­stelle für Ener­gie­wirt­schaft (FfE) schätzt, dass 20 Prozent der Kommunen im Freistaat, vor allem solche an großen Flüssen, einen Großteil ihres Wärme­be­darfs mit Fluss­wär­me­pumpen decken könnten. Theo­re­tisch könnte so der komplette Wärme­bedarf von Haus­halten und Gewerbe in Bayern abgedeckt werden. Und der beträgt jährlich immerhin 142,5 Tera­watt­stunden. Denn: Eine Absenkung der Wasser­tem­pe­ratur geeig­neter Flüsse um 1,5 Grad könnte ein Potential von 171 Tera­watt­stunden erzeugen, so die FfE. Die Ergeb­nisse der Studie werden nun Kommunen für ihre Wärme­planung zur Verfügung gestellt.

Fluss­wasser eignet sich gut für Wärme­pumpen aufgrund seiner hohen Ener­gie­dichte und konstanten Rege­ne­ration der Wasser­tem­pe­ratur. Wichtig ist, dass die Wasser­tem­pe­ratur immer über dem Gefrier­punkt bleibt, was bei großen Flüssen leichter zu gewähr­leisten ist. Zukünftig könnte weniger Wasser durch den Klima­wandel verfügbar sein, weshalb eine zusätz­liche Sicher­heits­marge berück­sichtigt werden sollte. Dennoch können Fluss­wär­me­pumpen an Orten mit bestehender Infra­struktur für Wasser­ent­nahme instal­liert werden, besonders an Wasser­kraft­werken in städ­ti­schen Gebieten.


Gekürzt. Geschrieben für Energie&Management. Erschienen in der Ausgabe 9/​2024 Der voll­ständige Beitrag ist nur dort zu lesen. Zum kosten­freien Probeabo, dem Arti­kelkauf oder den verschie­denen Abonnement-​Paketen geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Netz entscheidet über Wirt­schaft­lichkeit von Batteriespeicher

Netz entscheidet über Wirt­schaft­lichkeit von Batteriespeicher

Große Batteriespeicher sind zugleich Verbraucher und Erzeuger. Ob sie wirtschaftlich funktionieren, entscheidet sich daher maßgeblich an Anschlussbedingungen, Messkonzepten und Abgaben. Trotz dieser Ungewissheiten werden in Deutschland zahlreiche Projekte umgesetzt....

VNG bleibt bei Ergebnis und Zukunfts­plänen solide

VNG bleibt bei Ergebnis und Zukunfts­plänen solide

VNG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem stabilen Ergebnis abgeschlossen. Dennoch überrascht das Unternehmen mit einem neuen Geschäftsfeld. Der Leipziger Erdgasimporteur und -händler VNG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem bereinigten Ebitda von 422 Millionen Euro...

Luft-​Luft-​Wärmepumpen ersetzen Gas-Etagenheizungen

Luft-​Luft-​Wärmepumpen ersetzen Gas-Etagenheizungen

Die Wärmewende im Gebäudebestand bedeutet oft den Anschluss an zentrale Wärmenetze. Doch Millionen fossiler Gasetagenheizungen lassen sich schnell und ohne tiefgreifende nur mit Wärmepumpen ersetzen. Luft-Luft-Wärmepumpen (LLWP) arbeiten wie umkehrbare...

Luft-​Luft-​Wärmepumpen ersetzen Gas-Etagenheizungen

Luft-​Luft-​Wärmepumpen ersetzen Gas-Etagenheizungen

Die Wärmewende im Gebäudebestand bedeutet oft den Anschluss an zentrale Wärmenetze. Doch Millionen fossiler Gasetagenheizungen lassen sich schnell und ohne tiefgreifende nur mit Wärmepumpen ersetzen. Luft-Luft-Wärmepumpen (LLWP) arbeiten wie umkehrbare...