Im Zuge der Dekarbonisierung des Gebäudebestands werden Einzelgebäude vielfach mit Wärmepumpen ausgestattet. Bei Quartieren ist dies meist nur eingeschränkt – oder es braucht geeignete netzfähige Abwärme- oder Umweltwärmequellen. Eine Alternative ist, das Quartier energetisch von Grund auf neu zu denken und die Vorteile beider Ansätze zu kombinieren. So kann eine weitgehend regenerative Wärmeversorgung entstehen.
Ein Beispiel für diesen Ansatz entsteht derzeit in Bayreuth. Mit dem Wohnquartier „Joseph“ wird auf einem ehemaligen Industrieareal ein neues Stadtviertel mit rund 500 Wohneinheiten geschaffen, dessen Energieversorgung nahezu vollständig auf erneuerbaren Energien basiert. Herzstück des Konzepts ist ein kaltes Nahwärmenetz, das von einem großflächigen Geothermiefeld gespeist wird und Wärme sowie Kühlung für das gesamte Quartier bereitstellt.
Das Projekt entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Gewerbe- und Industrieareals in unmittelbarer Nähe zur Universität Bayreuth. Das Areal wurde früher von der Zapf GmbH zur Produktion von Fertigteilgaragen genutzt. Die Entwicklung geht dabei weit über die Schaffung neuen Wohnraums hinaus. Vielmehr soll ein gemischt genutztes Stadtquartier entstehen, das ökologische, soziale und städtebauliche Aspekte miteinander verbindet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Aufwertung und Vernetzung bestehender Grünflächen und Kaltluftkorridore. …
Gekürzt. Geschrieben für Moderne Gebäudetechnik aus dem HUSS-Verlag. Erschienen in der Ausgabe 7/2026. Zum Newsletter und zu einem kostenfreien Probeabo geht es hier.





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