Der Photovoltaik-Boom wirft zwangsläufig die Frage nach dem Recycling von Modulen auf. In Europa und weltweit werden immer mehr Anlagen ans Netz gebracht. Gleichzeitig erreichen die ersten großen PV-Installationen aus den 2000er- und frühen 2010er-Jahren ihr Lebensende. Eine Wiederverwertung im Sinne der Kreislaufwirtschaft wird damit zunehmend dringlich. Denn in den Modulen stecken wertvolle Materialien wie Glas, Aluminium, Kupfer und Silber. Doch gerade die Trennung der zentralen Schichten – Glas, EVA-Folie und Solarzelle – stellt bis heute einen technischen Engpass dar. Wo stehen wir also beim Modul-Recycling? Darüber haben wir mit Andreas Obst gesprochen. Er ist Projektmanager Recycling am Fraunhofer CSP und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit dem Thema.
E&M: Die Trennung von Glas, EVA-Folie und Solarzelle gilt als zentraler Engpass im PV-Recycling. Wo liegen heute konkret die physikalischen Grenzen der Delamination – und welche Verfahren haben das Potenzial, diese industriell zu überwinden?
Andreas Obst: In der Praxis gibt es bereits Verfahren, die in größerem Maßstab eingesetzt werden. Die genauen Grenzen hängen allerdings stark vom jeweiligen Prozess ab und liegen oft im Detail der eingesetzten Technologien. Thermische Verfahren wie Pyrolyse funktionieren grundsätzlich, haben aber den Nachteil, dass die Polymere –etwa die EVA-Folie – dabei zerstört werden. Mechanische oder thermomechanische Verfahren stoßen dagegen schnell an physikalische Grenzen, etwa bei der sauberen Trennung fest verbundener Schichten. Welche Verfahren sich langfristig durchsetzen, hängt stark von den jeweiligen Anlagenbetreibern ab – hier ist vieles noch im Fluss.
Gekürzt. Geschrieben für Energie&Management. Erschienen in der Ausgabe 10/2026.. Der vollständige Beitrag ist nur dort zu lesen. Zum kostenfreien Probeabo, dem Artikelkauf oder den verschiedenen Abonnement-Paketen geht es hier.




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