Solar + Öl - in einigen, vor allem ländlichen Gegenden die einzig wirtschaftliche Alternative. Foto: IWO

Doppelt wärmt besser – Markt­über­sicht Teil II: Hybrid­systeme auf Basis von Ölheizung und Solarthermie

von | 16. Mai 2014

Im ersten Teil dieses Beitrags infor­mierten wir unter der gleichen Über­schrift „Doppelt wärmt besser“ (Heft 5/​2014) über solar- und gasba­sierte Hybrid­hei­zungs­systeme. In diesem zweiten Teil geht es um die Kombi­nation von Solar­thermie und Ölheizung. Letztere hat keinen leichten Stand, spielt im Neubau kaum mehr eine Rolle. Im Bestand sieht das ganz anders aus: Fast 6 Mio. ölbe­triebene Wärme­er­zeuger sind bundesweit verbaut – ein Großteil der Anlagen ist sanie­rungs­würdig. Viel Potenzial also fürs Fachhandwerk.

Die Anzahl der Ölhei­zungen in Ein- und Mehr­fa­mi­li­en­häusern verzeichnet seit gut 20 Jahren kaum Schwund. Das konsta­tierte zum Jahres­beginn 2014 der Mine­ral­öl­wirt­schafts­verband (MWV). Im gleichen Zeitraum habe sich jedoch der Absatz an Heizöl nahezu halbiert, insbe­sondere durch Effi­zi­enz­maß­nahmen und sinnvolle Einkopplung von Solar­thermie, so Klaus Picard, Haupt­ge­schäfts­führer des MWV. Dennoch: Es bleibt im Gebäu­de­be­stand viel zu tun.

Laut Schorn­stein­fe­ger­verband sind 41% der 5,8 Mio. Ölhei­zungen 20 Jahre und älter, stammen also aus einer Zeit, in der Brenn­wert­technik noch weit­gehend unbekannt war. „Allein 600000 Ölhei­zungen sind seit mindestens 30 Jahren in Betrieb und dringend moder­ni­sie­rungs­be­dürftig“, schätzt das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). Auch die 1,8 Mio. Anlagen, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, hätten ein austauschwür­diges Alter erreicht. „Moderne Brenn­wert­geräte nutzen im Gegensatz zu älterer Technik den Ener­gie­gehalt des Heizöls nahezu voll­ständig für die Wärme­er­zeugung“, erklärt Christian Küchen, Geschäfts­führer des IWO. „Sie sorgt auch bei Öl- Heiz­kesseln für maximale Wirkungs­grade“, ergänzt Thorsten Zimmermann von Elco mit Blick auf die eigenen Wärme­er­zeuger. Selbst gegenüber einem Nieder­tem­pe­ra­tur­kessel seien, so das IWO, Einspa­rungen von gut 10% möglich – ohne die Einbindung von Solar­thermie. Komme die noch hinzu, wären es bis zu 38%.

Laut einer Befragung des IWO wurde 2012 bereits jedes zweite neu instal­lierte Öl-​Brennwertgerät mit einer Solar­anlage kombi­niert. Rund ein Viertel aller 2012 einge­bauten Solar­an­lagen wurde als Ergänzung zur bestehenden Heizung instal­liert, wobei es sich in der Hälfte der Fälle um eine vorhandene Ölheizung handelte.

Kaum Alter­na­tiven zum Öl

Dass Planer und Heizungs­bauer Heizöl als mögliche Wärme­quelle im Bestand nicht abschreiben sollten, hat neben den wirt­schaft­lichen vor allem logis­tische Gründe. In Gebieten ohne Erdgas­an­schluss ist Heizöl meist die sinn­vollere Alter­native. An spei­cher­baren Ener­gie­trägern kämen ansonsten Flüs­siggas und Pellets infrage. Ersteres ist preislich mehr oder weniger an den Heiz­öl­preis gekoppelt, letzteres durch die hohen Inves­ti­ti­ons­kosten finan­ziell nicht immer attraktiv. Ein schlecht gedämmtes Haus nur mit Kamin und Wärme­pumpe zu beheizen, ist ebenfalls ein gewagtes Unterfangen.

Geschrieben für IKZ Haus­technik 8/​2014. Der voll­ständige Beitrag ist hier zu lesen. Die Markt­über­sicht findet sich nur in der Printausgabe.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

1 Kommentar

  1. Wärme Fan

    hallo,
    die erwähnte letzte Variante mir Kamin und Wärme­pumpe fabri­ziere ich schon seit 4,5 Jahren und hatte auch noch nie Probleme. Ausserdem spare ich so Bares im Gegensatz zu Ölheizung die ich abge­schafft habe. Gut, bei mir ist eine Sole Wasser Wärme­pumpe am besten Platz (Eifel), da hier genug Erdwärme da ist. Aber ich würde es auch sonst weiterempfehlen.
    beste Grüsse

EnWiPo
EnWiPo
Wohn­quartier mit Sand­wich­kol­lek­toren und kalter Nahwärme

Wohn­quartier mit Sand­wich­kol­lek­toren und kalter Nahwärme

Eisspeicher spielen für die Wärmewende eine wachsende Rolle. Investoren landauf, landab erkennen die Vorteile der Technologie, mit der im Winter gut geheizt und im Sommer fast zum Null-Ttarif gekühlt werden kann. Mit dem Erd-Eeisspeicher kommt nun eine investiv...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...