Porsche Panamera Plug-in Hybrid. Foto: Urbansky

E‑Autos: Bundes­re­gierung hält an Millionen-​Ziel fest

von | 27. Oktober 2015

Zwar glaubt kaum jemand dran, aber ähnlich hart wie in anderen Fragen, in denen die Kanzlerin und mir ihr die Regierung Kurs hält, soll es auch bei der E‑Mobilität laufen. An dem Ziel, bis 2020 eine Million Stromer auf deutsche Straßen zu bringen, hält die Regierung fest. Das geht aus einer Antwort des Kabinets auf eine kleine Anfrage de Fraktion Die Linke hervor.

Ein Mittel dafür, um die teuren und meist inef­fek­tiven Stromer etwas attrak­tiver zu machen, sind Schnell­la­de­sta­tionen an Rast­stätten. Der Bund arbeitet hierfür mit der Nummer 1 unter den Betreibern, Tank & Rast zusammen. Das Bundes­ver­kehrs­mi­nis­terium stellt dafür 9 Millionen Euro für die Ausstattung aller rund 430 bewirt­schaf­teten Rast­an­lagen für drei Jahre von 2015 bis 2017 bereit. Damit wird aller­dings nicht alles abgedeckt. Zu den tatsäch­lichen Kosten kann die Regierung derzeit keine Angaben machen, diese seien standortabhängig.

Alle 400 direkt von Tank & Rast bewirt­schaf­teten Rast­an­lagen werden mit je einer rund um die Uhr zugäng­lichen Schnell­la­de­station und jeweils zwei Park­plätzen ausge­rüstet. Perspek­ti­visch sollen diese modular erwei­terbar sein. Die Schnell­la­de­säulen sind Multi-​Charger und verfügen über drei Lade­ab­gänge, zweimal DC mit CHAdeMO- und CCS-​Steckern und einmal AC mit Typ2-​Steckern. Das Laden soll maximal 30 Minuten dauern.

Für die Nutzer der Lade­säulen ist dies ein Treffer ins Schwarze, zumindest in der Anfangs­phase. Denn ihnen sollen keinerlei Kosten entstehen. Die Kosten des Ladens werden von Tank & Rast über­nommen. Danach ist davon auszu­gehen, dass jeder Nutzer für die Lade­leistung zahlen wird, wie dies auch bei der herkömm­lichen Betankung seines Autos gegeben ist. Wann dies der Fall sein wird, liege in der unter­neh­me­ri­schen Verant­wortung und Entscheidung von Tank & Rast. 

Vorschaubild: Porsche Panamera Plug-​in Hybrid. Foto: Urbansky

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Holz­ver­gaser: Comeback einer totge­glaubten Technologie

Holz­ver­gaser: Comeback einer totge­glaubten Technologie

Holzvergaser gibt es schon seit gut 130 Jahren, als sie die industrielle Revolution in England befeuerten. In der Nachkriegszeit eine probate Lösung, um dem Treibstoffmangel im Verkehrssektor zu begegnen. Heutzutage dienen sie als Heizlösung insbesondere dort, wo viel...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...