Wie weiter mit der Braun­kohle

Bagger im Rheinischen Revier. Auch als Rohstoff hat die Braunkohle kaum Zukunft. Foto: darkmoon1968 / pixabay
Kohle trägt nach wie vor zu einem großen Teil zur heimischen Stromproduktion bei, auch wenn ihr Anteil 2016 leicht zurückging. Foto: darkmoon1968 / pixabay

Die großen Pro­teste gegen die Braun­kohle im Rhei­ni­schen und im Lau­sit­zer Revier zielten nur auf den Stopp der Braun­koh­le­för­de­rung ab. Denn deren ener­ge­ti­sche Nutzung ist halt einfach schlecht für die Umwelt.

Dieser Protest zielt auf einen Total­stopp der För­de­rung ab und trifft damit auch den Nerv der Anwoh­ner, die dem braunen Brenn­stoff even­tu­ell weichen müssen oder deren Lebens­qua­li­tät dau­er­haft ein­ge­schränkt wird. Denkbar wäre jedoch auch eine weitere, eben stoff­li­che Nutzung, die aller­dings eine weitere För­de­rung vor­aus­setzt.

Doch die wird kaum ermög­licht. Die Umwand­lungs­pro­zesse, etwa hin zu flüs­si­gen Koh­len­was­ser­stof­fen, sind wenig effi­zi­ent und unwirt­schaft­lich – beson­ders wegen der derzeit nied­ri­gen Erdgas‐ und Erd­öl­preise  – und belas­ten eben­falls die Umwelt. Aber auch die Bun­des­re­gie­rung sieht hier kaum Poten­zial.

Auf eine Anfrage der Grünen, ob an eine stoff­li­che Nutzung über­haupt zu denken sei, ant­wor­tet die Regie­rung:

Die stoff­li­che Nutzung der Braun­kohle als Anwen­dungs­ge­biet der Koh­le­che­mie ist kein prio­ri­tä­rer För­der­schwer­punkt der Bun­des­re­gie­rung.

Der Grund ist einfach:  Von den derzeit pro Jahr geför­der­ten 170 bis 180 Mil­lio­nen Tonnen Braun­kohle würden 10 % stoff­lich zur Her­stel­lung von Ver­ed­lungs­pro­jek­ten genutzt.

Immer­hin: Im Bereich der Ener­gie­for­schung wurden drei För­der­pro­jekte an der TU Berg­aka­de­mie Frei­berg ermit­telt, die sich mit dem inho­mo­ge­nen Anwen­dungs­ge­biet einer energetisch‐stoffliche Nutzung (Poly­ge­nera­tion) als For­schungs­thema beschäf­ti­gen. Ins­ge­samt fließen dahin 5,5 Mil­lio­nen Euro. Und das  BMWi‐Förderprojekt „Fabiene“, ange­sie­delt an der TU Darm­stadt, dient eben­falls der Poly­ge­nera­tion, also einer kom­bi­nier­ten energetisch‐stofflichen Nutzung von Brenn­stof­fen in ent­spre­chen­den Anlagen. Aller­dings bezieht sich das nicht nur auf Braun­kohle.

So oder so: Die Braun­kohle hat, so scheint es, hier­zu­lande keine Zukunft, weder ener­ge­tisch noch stoff­lich.


Mit den Ver­wer­fun­gen am Arbeits­markt, die ein Koh­le­aus­steig mit sich bringt, beschäf­tigt sich Energieblogger‐Kollege Kilian Rüfer hier auf seinem Blog Sustain­ment.