Kleine KWK brauchen nicht mehr Platz als eine herkömmliche Heizung, dafür ist die Investition auch durch die Installationsumgebung mit Pufferspeicher, Abgassystemen und speziellen Anforderungen an die Hydraulik höher. Foto: Vaillant

Kleine KWK mit Grenzen

von | 25. Juli 2016

Kraft-​Wärme-​Kopplung (KWK) als Binde­glied zur Ener­gie­wende ist von der Politik gewollt. Vor allem mittlere und große KWK, in aller Regel als Block­heiz­kraft­werke (BHKW), tun schon landauf, landab zuver­lässige und effi­ziente Dienste. Doch auch für kleine Anwen­dungen, die bisher in über 50.000 Wohn­häusern und Klein­be­trieben laufen, gibt es Lösungen.

Mehrere Hersteller bieten Nano- und Mikro-​KWK-​Lösungen an. Laut dem Bundesamt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kon­trolle (BAFA) wurden zwischen 2009 und 2015 insgesamt rund 22.800 Mikro-​KWK-​Systeme bis 10 kWel in Deutschland instal­liert. Der Aufschwung, den der Mikro-​KWK-​Markt in den vergan­genen Jahren erfahren hat, ist derzeit aller­dings ins Stocken geraten. Haupt­grund dafür ist laut Wolfgang Rogatty von Viessmann der niedrige Gas-​Preis, der die Amor­ti­sa­ti­ons­zeiten für diese Geräte, deren Instal­lation etwa doppelt so teuer ist wie die von Brenn­wert­technik, verlängert.

Die höheren Kosten entstehen nicht nur durch den Preis des KWK-​Systems, sondern auch durch die Instal­la­ti­ons­um­gebung mit Puffer­speicher, Abgas­sys­temen und spezi­ellen Anfor­de­rungen an die Hydraulik. Diese Mehr­kosten erfordern große Sorgfalt bei der Objekt­auswahl und Planung.

Ebenfalls ein Hemmungs­grund sind die sich nahezu jährlich ändernden Förder­be­din­gungen. „Vereinzelt sind Irri­ta­tionen durch Ände­rungen der gesetz­lichen Rahmen­be­din­gungen wie der KWK-​Novelle und die zöger­liche poli­tische Umsetzung sowie das unge­schickte agieren des Gesetz­gebers zu verzeichnen“, so Helmut M. Barsties von BHKW-​Hersteller EC-​Power. Die Hersteller reagieren mit Weiter­ent­wick­lungen um zum einen den Anschluss- und Förder­be­din­gungen zu folgen und ande­rer­seits tech­nische Inno­va­tionen markt­fähig zu machen. Ein Teil der Hersteller, die es in den Markt geschafft haben, sammeln vor allem Erfahrungen.

Deswegen wird der Einsatz pro kleine KWK oftmals von diesen Herstellern als stra­te­gisch gesehen, um die Einsatz­be­reiche kennen­zu­lernen und eventuell weiterzuentwickeln.

Im KWK-​Markt etablierte Hersteller jedoch versuchen durch Reduktion der Komple­xität der Technik mit dem Angebot von stan­dar­di­sierten Komplett­sys­temen und der Anschluss­be­din­gungen ihr Geschäft weiter auszu­bauen. Die Ausbildung des instal­lie­renden und betreu­enden Handwerks gehört dabei zur Standardvorgehensweise. …


Geschrieben für Energie&Management. Beitrag erscheint in der Ausgabe 15/​16 2016. Der voll­ständige Beitrag ist nur in der Print­ausgabe zu lesen. Zum kosten­freien Probeabo, dem Arti­kelkauf oder den verschie­denen Abonnement-​Paketen geht es hier.

Über den aktuellen Stand der Diskussion zur Wärme­wende, für die KWK eine Brücken­tech­no­logie darstellt, schreibt Energieblogger-​Kollege Andreas Kühl hier auf seinem Blog Energynet.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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