Verdichter - hier von der Ontras in Sayda brauchen gut 7 % des deutschen Erdgasbedarfes, um eben jenes Gas durch die Leitungen zu drücken. Foto: Urbansky

Wie viel Gas verbraucht das deutsche Gasnetz?

von | 7. April 2017

Was wird eigentlich im deutschen Gasnetz verbraucht und steht für die Kunden nicht zur Verfügung? Also Leckagen, Transport etc. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der Grünen zur Zukunft der Gasin­fra­struktur allgemein antwortet die Regierung wie folgt:

Nach Kenntnis der Bundes­re­gierung tragen Leckagen nur marginal zur Gesamt­treib­haus­gas­emis­si­ons­bilanz von Erdgas bei. Die gesamten Treibhausgas-​Emissionen von Erdgas, welches in Deutschland zum Einsatz kommt, betragen laut der aktuellen Studie des DBI „Kritische Über­prüfung der Default-​Werte der Treib­haus­gas­vor­ket­ten­emis­sionen von ERDGAS230 g CO2äq/​kWh. … Nach Kenntnis der Bundes­re­gierung ist die Scha­dens­häu­figkeit an den Gasnetzen rückläufig.

Leckagen vernach­läs­sigbar

Wenn die „geflüch­teten“ Gasmengen auch vernach­läs­sigbar erscheinen – Gas wird mit Hilfe von Gas trans­por­tiert, das in Verdich­ter­sta­tionen als Treib­stoff dient, um das zu trans­por­tie­rende Erdgas auf einen höheren Druck zu bringen und es dann ins Pipe­linenetz zu befördern. Die dafür verbrauchte Menge wird auch Arbeitsgas genannt.

Die Bundes­re­gierung zählt 54 Verdich­ter­sta­tionen in Deutschland. Davon verwenden sieben Stationen ausschließlich Elek­tro­mo­toren, 45 verwenden ausschließlich Gastur­binen. An zwei Stationen erfolgt die Verdichtung sowohl elek­trisch als auch mittels Gas. Der Verbrauch an Arbeitsgas beträgt ca. 6,5 TWh.

Verdichter brauchen 7 %

Keine Antwort gab es auf die Frage, wie viel das bezogen auf den Gasver­brauch sei. Das lässt sich einfach errechnen. Bei einem Verbrauch von gut 900 TWh Erdgas durch­schnittlich im Jahr in Deutschland entspricht der Bedarf an Arbeitsgas etwa 7,2 %. Oder, wie die Regierung rechnet: 0,2 Prozent des Brut­to­en­er­gie­ver­brauchs Deutsch­lands. Experten rechnen damit, dass 10 % des Erdgases, ausgehend vom Förderort, als Arbeitsgas verwendet werden.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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