E‐Auto und Immo­bi­lie: Wächst zusam­men, was zusam­men­ge­hört?

Im Mannheimer Quartier Franklin ist E-Mobilität mit eigener Stromerzeugung fest eingeplant. Foto: Frank Urbansky
Im Mannheimer Quartier Franklin ist E-Mobilität mit eigener Stromerzeugung fest eingeplant. Foto: Frank Urbansky

Die E‐Mobilität wird kommen. In Städten viel schnel­ler als viele erwar­ten. Immo­bi­li­en­ver­wal­ter denken landauf, landab über Kon­zepte nach, wie sie Stell­flä­chen, Lade­säu­len und Strom­men­gen – am besten selbst pro­du­ziert – unter einen Hut bekom­men. Denn das klingt ins­be­son­dere für den Bestand ein­fa­cher, als es tat­säch­lich ist.

Wer derzeit sehen will, wie Immo­bi­lie und E‐Auto gut zusam­men­pas­sen können, muss nach Mann­heim fahren. Im Quar­tier Fran­k­lin, benannt nach einer eins­ti­gen US‐Kaserne, sollen in zehn Jahren 9.000 Men­schen wohnen. Und alle haben ein Recht auf ein E‐Mobil – die sind im Projekt fest inte­griert. Sie können via Car­sha­ring bei der Ver­wal­tung des Quar­tiers gemie­tet, genutzt, wie­der­ab­ge­stellt und geladen werden.

Der größte Teil des Quar­tiers besteht aus Neu­bau­ten. Aber auch einige Bestands­ge­bäude werden saniert. Nötig, und ohne das wäre das E‐Mobilitätskonzept nicht möglich gewesen, waren neue Lei­tun­gen.
Ziel sei es, die Bewoh­ner vom eigenen Pkw zu ent­wöh­nen, erklärt Oliver Leicht vom betreu­en­den Ver­kehrs­kon­zept Fran­k­lin mobil. Des­we­gen stünden nicht nur E‐Autos, sondern auch E‐Bikes und E‐Roller zur Ver­fü­gung. Die Finan­zie­rung erfolgt über eine Flat­rate. Jede Wohnung zahlt im Monat 39 Euro, was anderswo in etwa dem Preis für einen Stell­platz ent­spricht.

Ohne Akzep­tanz der Bewoh­ner rechnet sich kein E‐Mobilitäts‐Konzept im Quar­tier.

Eine Mobi­li­täts­zen­trale gleicht alle Bestel­lun­gen ab und koor­di­niert sie bei Über­schnei­dun­gen unter­ein­an­der. Der Strom kommt von einer 400 Qua­drat­me­ter großen PV‐Anlage auf dem Dach. Die Stell­platz­quote konnte mittels des Kon­zep­tes zudem auf 0,8 abge­senkt werden und schont damit Bauland. Damit sich das Projekt ren­tiert, müssen 30 Prozent der Bewoh­ner mit­ma­chen. …


Gekürzt. Geschrie­ben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 02/2019. Zum Abon­ne­ment der Zeit­schrift Immo­bi­li­en­wirt­schaft geht es hier.