Im Mannheimer Quartier Franklin ist E-Mobilität mit eigener Stromerzeugung fest eingeplant. Foto: Frank Urbansky

E‑Auto und Immobilie: Wächst zusammen, was zusammengehört?

von | 14. Februar 2019

Die E‑Mobilität wird kommen. In Städten viel schneller als viele erwarten. Immo­bi­li­en­ver­walter denken landauf, landab über Konzepte nach, wie sie Stell­flächen, Lade­säulen und Strom­mengen – am besten selbst produ­ziert – unter einen Hut bekommen. Denn das klingt insbe­sondere für den Bestand einfacher, als es tatsächlich ist.

Wer derzeit sehen will, wie Immobilie und E‑Auto gut zusam­men­passen können, muss nach Mannheim fahren. Im Quartier Franklin, benannt nach einer einstigen US-​Kaserne, sollen in zehn Jahren 9.000 Menschen wohnen. Und alle haben ein Recht auf ein E‑Mobil – die sind im Projekt fest inte­griert. Sie können via Carsharing bei der Verwaltung des Quartiers gemietet, genutzt, wieder­ab­ge­stellt und geladen werden.

Der größte Teil des Quartiers besteht aus Neubauten. Aber auch einige Bestands­ge­bäude werden saniert. Nötig, und ohne das wäre das E‑Mobilitätskonzept nicht möglich gewesen, waren neue Leitungen.
Ziel sei es, die Bewohner vom eigenen Pkw zu entwöhnen, erklärt Oliver Leicht vom betreu­enden Verkehrs­konzept Franklin mobil. Deswegen stünden nicht nur E‑Autos, sondern auch E‑Bikes und E‑Roller zur Verfügung. Die Finan­zierung erfolgt über eine Flatrate. Jede Wohnung zahlt im Monat 39 Euro, was anderswo in etwa dem Preis für einen Stell­platz entspricht.

Ohne Akzeptanz der Bewohner rechnet sich kein E‑Mobilitäts-​Konzept im Quartier.

Eine Mobi­li­täts­zen­trale gleicht alle Bestel­lungen ab und koor­di­niert sie bei Über­schnei­dungen unter­ein­ander. Der Strom kommt von einer 400 Quadrat­meter großen PV-​Anlage auf dem Dach. Die Stell­platz­quote konnte mittels des Konzeptes zudem auf 0,8 abgesenkt werden und schont damit Bauland. Damit sich das Projekt rentiert, müssen 30 Prozent der Bewohner mitmachen. …


Gekürzt. Geschrieben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­stän­dige Beitrag erschien in der Nummer 02/​2019. Gratis testen unter https://​www​.haufe​-immo​bi​li​en​wirt​schaft​.de/

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
„Diesel­ag­gregate haben mit Holz­ver­gaser eine Zukunft“

Diesel­ag­gregate haben mit Holz­ver­gaser eine Zukunft“

Interview mit Matthias von Senfft, International Sales Manager bei Spanner Re², www.holz-kraft.com Brennstoffspiegel: Wie würden Sie kurz den Vorteil von Holzvergasern gegenüber anderen Heiztechnologien beschrieben? von Senfft: Sie sind effizienter als...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...