Pusht die neuen Stromangebote im Wärmemarkt: Luft-Wärmepumpe. Foto: BWP

Heizstrom-​Tarife feiern Comeback

von | 20. Juni 2017

Nachdem regionale Strom­ver­sorger aufgrund mangelnder Lukra­ti­vität Sonder­tarife für Nacht­spei­cheröfen zurück­ge­fahren haben, erleben diese wieder ein Comeback. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Anzahl der Anbieter verdoppelt. Gleiches gilt für Wärmepumpentarife.

Nach wie vor gilt: Wer mit Strom heizt, zahlt drauf. Bei der monat­lichen Erfassung der Brenn­stoff­preise durch den Brenn­stoff­spiegel (in dieser Ausgabe auf Seite …) war Strom schon immer die teuerste aller Heiz­energien. Aktuell liegt der Strom­preis bei rund 30 Eurocent je kWh. Für Öl und Gas zahlt man nur ein Fünftel der Summe. Selbst eine Wärme­pumpe mit einer opti­mis­tisch ange­nom­menen Jahres­ar­beitszahl von 4 (1 kWh Strom wird in 4 kWh Wärme umge­wandelt) kostet dann immer noch mehr als Wärme aus Brennwerttechnik.

Nacht­spei­cheröfen, von der Politik eigentlich verdammt, sind ganz und gar ein finan­zi­elles Fiasko. Konkur­renz­fähig waren sie bei ihrer Einführung in den 60er Jahren nur, weil flächen­de­ckend entspre­chend günstige Nacht­strom­tarife angeboten wurden.

Doch nach und nach verschwanden die trotzdem zu teuren Nacht­spei­cher­hei­zungen. Diese Entwicklung setzt sich fort. Nach einer aktuellen Umfrage des Bundes­ver­bandes der Energie- und Wasser­wirt­schaft (BDEW) sind 19 Prozent der befragten profes­sio­nellen Vermieter in den letzten fünf Jahren von Nacht­spei­cheröfen zu Erdgas oder Fernwärme gewechselt. Fünf Prozent planen das in den nächsten zwei Jahren.

Alte Sünden: Über­teuerte Tarife

Als ob das noch nicht genug wäre, gab es vor sieben Jahren noch einen kleinen Skandal seitens der Strom­an­bieter. Gegen 13 von ihnen hatte damals das Bundes­kar­tellamt ein Verfahren wegen Miss­brauchs einge­leitet. Sie hatten zwischen 2007 und 2009 über­teuerte Preise verlangt.

Die Strom­an­bieter reagierten sofort und kamen einem Bußgeld zuvor. 530.000 Kunden konnten sich daraufhin über eine Rück­zahlung von 27,2 Millionen Euro freuen.

Die Sonder­tarife lohnten sich also immer weniger. Und so dünnte sich das Sonder­ta­rifnetz in Deutschland deutlich aus. Doch seit 2014 ist eine gegen­läufige Entwicklung zu beobachten. …

Das Verbrau­cher­portals Verivox hat 219 Strom­ver­sorger ermittelt, die außerhalb ihres Grund­ver­sor­gungs­ge­bietes Angebote für Heizstrom-​Kunden haben. Wer eine Spei­cher­heizung betreibt, kann durch­schnittlich zwischen 35 Tarifen von 25 verschie­denen Anbietern wählen. Wer eine Wärme­pumpe hat, kann sich entspre­chend zwischen 37 Tarifen von 26 verschie­denen Anbietern entscheiden. …


Gekürzt. Geschrieben für Brenn­stoff­spiegel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 06/​2017 zu lesen. Zum kos­ten­freien Probeabo geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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