E-Mobilität: Millionen-Ziel illusorisch

Foto: Urbansky
Soll nach grünem Willen schon bald die Verbrenner ersetzen: das E-Auto. Foto: Urbansky

E-Mobilität in Deutschland heißt: Nische in der Nische. Zwar sollen in 4 Jahren eine Million E-Mobile auf den Straßen hierzulande rollen. Doch derzeit sind es nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes gerade mal reichlich 31.000. Davon kamen 12.300 in diesem Jahr dazu. Streng genommen müsste man auch noch rund 120.000 Plugin-Hybride hinzuzählen.

Plugin-Porsche - zählt auch als E-Mobil. Alle Fotos: Urbansky
Plugin-Porsche – zählt auch  als E-Mobil.

Zwar wurde von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Kaufprämie von 5.000 Euro in Aussicht gestellt. Doch Verkehrsminister Alexander Dobrindt erteilte dem eine deutliche Absage. Er setzt statt dessen auf den Ausbau der Infrastruktur für E-Mobile und Anreize für einen Umstieg bei Fahrzeugflotten.

Eine aktuelle Anfrage der Grünen bringt wenig Licht ins Dunkel. Auf eben jene Frage nach den Kaufprämien heißt es kryptisch:

 

Die zuständigen Bundesressorts haben von der Bundeskanzlerin den Auftrag erhalten, Instrumente, die den Markthochlauf der Elektromobilität unterstützen können, ergebnisoffen zu prüfen.

Was auch immer das heißen mag. Ein Blick nach Norwegen reicht, wenn man wissen will, wie ein Markthochlauf bei der E-Mobilität aussieht. Kaufförderung und steuerliche Erleichterungen, die bis zur preislichen Angleichung an vergleichbare Benzinmodell führt, bescherte den Skandinaviern die

Schönes Schaufenster, aber komplett ohne Wirkung.
Schönes Schaufenster, aber komplett ohne Wirkung. Alle Fotos: Urbansky

höchste E-Autodichte der Welt. Zeitweise war jedes 4. zugelassene Fahrzeug ein E-Auto. Doch damit scheint es vorbei. 50.000 Fahrzeuge sollten gefördert werden, die sind lange erreicht. Das System wird derzeit gestutzt, auch aufgrund sinkender Staatseinnahmen wegen des verfallenden Ölpreises, unter dem auch Norwegen leidet.

Fakt ist zudem, dass die bisherigen Maßnahmen des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG) keineswegs ausreichen, um die E-Mobilität voranzubringen. Das E-Kennzeichen, das Fahrer von Elektroautos privilegiert, etwa beim Benutzen von Busspuren oder beim kostenfreien Parken, wurde bisher lediglich 3.656 mal vergeben. Kein Wunder, denn diese Privilegien liegen in der Hand der Kommunen. So hat sich nach Angaben der Grünen bisher lediglich eine Kommune bereit erklärt, ihre Busspuren für die E-Mobilität frei zu geben.

Von dem Millionen-Ziel kann man sich so verabschieden.