Kunststoff-Innenhülle zur Nachrüstung eines alten, aber nicht korrodierten Stahltanks.Bild: Oechssler Tankschutzanlagen GmbH

Ober­ir­dische Heiz­öl­tanks – Safety first!

von | 2. Oktober 2014

Zugegeben, im Neubau­be­reich spielt Heizöl nur noch eine unter­ge­ordnete Rolle als Wärme­träger. Aller­dings gibt es einen enormen Bestand an Altan­lagen in Deutschland. Eine Vielzahl der Anlagen wird im Zuge von Kessel­sa­nie­rungen auf Gas oder Pellets umge­stellt werden. Und doch bleibt ein nicht uner­heb­liches Anla­gen­vo­lumen, das saniert werden muss. Für das SHK-​Handwerk eine lukrative Tätigkeit, die umfang­reicher Sach­kenntnis bedarf und deshalb regel­mäßige Quali­fi­zie­rungen bedingt.

Ende Mai dieses Jahres wurde die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wasser­ge­fähr­denden Stoffen – kurz AwSV ‑durch den Bundesrat verab­schiedet. Nach derzei­tigem Stand wird mit dem Inkraft­treten der Verordnung frühestens zum Jahres­wechsel 2014/​2015 gerechnet. Nach dem aktuellen Fort­be­stand ergeben sich einige Neue­rungen für das Fach­handwerk. So wird die Fach­be­triebs­pflicht für Heiz­öl­ver­brau­cher­an­lagen verschärft. Künftig soll sie im gesamten Bundes­gebiet bereits ab 1000 l gelten. Außerdem werden höhere Anfor­de­rungen an die Zulassung von Fach­be­trieben gestellt. Die nach­träg­liche Über­prüfung von Heiz­öl­ver­brau­cher­an­lagen in Gebäuden außerhalb von Wasser­schutz­ge­bieten mit 1000 bis 10 000 l Inhalt wurde dagegen nicht umgesetzt, obwohl gerade von Sach­ver­stän­di­gen­seite diese Forderung an die Politik gerichtet wurde. Erhe­bungen zufolge weist gerade der Altbe­stand häufig Mängel auf. Betroffen sind Schät­zungen zufolge bundesweit 3 bis 4 Mio. Anlagen.
Auch ohne Über­prü­fungs­pflicht birgt der Altbe­stand ein erheb­liches Umsatz­po­tenzial für die Heizungs­branche. Denn die Sicherheit der Anlagen verant­wortet zwar der Betreiber, aber es obliegt dem quali­fi­zierten Fach­hand­werker, ihn auf even­tuelle Mängel an der Heiz­öl­ver­brau­cher­anlage hinzu­weisen. Eine durchaus lohnens­werte Dienst­leistung, bei der Folge­auf­träge winken. Eine Über­prüfung der Heiz­öl­ver­brau­cher­anlage bietet sich beispiels­weise im Zuge einer Kessel­wartung geradezu an.

Doppel­wan­diger Kunststofftank

Die gebräuch­lichste Variante in Deutschland ist heute der doppel­wandige Kunst­stofftank. Der große Vorteil: Die werk­seitig inte­grierte Auffang­wanne erspart den bausei­tigen Auffangraum. Einwandige Kunst­stoff­tanks sind in Deutschland kaum noch am Markt, bilden aber mehr als 80 % des Bestandes.
Während der Innen­be­hälter bei der doppel­wan­digen Variante nach wie vor aus Kunst­stoff ist, kann die Doppel­wan­digkeit des Behälters durch eine Auffang­wanne aus Kunst­stoff oder als Stahlum­man­telung ausge­führt sein. Die Hersteller liefern die Tanks meist in den Größen 750, 1000 und 1500 l Inhalt aus. Die Vorteile gerade bei der Sanierung: Die Batterien bestehen aus einzelnen, gut einzu­brin­genden Tanks, die je nach Größe und Platz­mög­lichkeit mitein­ander kombi­niert werden können.
Bei zwei­wan­digen Kunst­stoff­tanks sind Geruchs­sperren im Kunst­stoff Stand der Technik. Dabei kommen unter­schied­liche Verfahren zum Einsatz, etwa das Einlagern von Polyamid-​Blend in die Tank­wandung oder das Fluo­rieren. Die Verfahren sind im Rahmen der bauauf­sicht­lichen Zulas­sungen der Behälter benannt. Einen optimalen Diffu­si­ons­schutz bieten Kunst­stoff­tanks, die eine rundum dichte Stahlum­man­telung haben, da Metall aufgrund seiner Mate­ri­al­ei­gen­schaften licht- und diffu­si­ons­dicht ist.

Geschrieben für IKZ- Haus­technik, erschienen in Heft 15/​16 2014. Der voll­ständige Beitrag kann hier gelesen werden.

Foto: Kunststoff-​Innenhülle zur Nach­rüstung eines alten, aber nicht korro­dierten Stahltanks.Bild: Oechssler Tank­schutz­an­lagen GmbH

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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