Deutsch­land: Erd­be­ben durch kon­ven­tio­nelle Erd­gas­för­de­rung?

Erdgasgewinnung im Feld Groningen. Foto: NAM BV
Erdgasgewinnung im Feld Groningen. Foto: NAM BV

Erdgas trug einst zu 20 % der ein­hei­mi­schen Ver­sor­gung bei. Die Branche drängt auf Fracking, ohne das ein Ausbau der deut­schen För­de­rung kaum möglich scheint. Tat­säch­lich liegt derzeit der Anteil an der deut­schen Eigen­ver­sor­gung bei unter 10 %. Und es wird weiter abwärts gehen.

Dabei reicht ein Blick zu unseren nie­der­län­di­schen Nach­barn, dass auch die kon­ven­tio­nelle Erd­gas­för­de­rung, die hier­zu­lande kaum in der Dis­kus­sion steht, für Umwelt­schä­den ver­ant­wort­lich sein kann, ins­be­son­dere durch Erd­be­ben.

Die Frak­tion Die Linke fragt denn auch aktuell die Bun­des­re­gie­rung, ob man aus den Nie­der­lan­den etwas gelernt habe. Zum einen gibt es hier­zu­lande auch einige Beben zu ver­zeich­nen, und zwar die fol­gen­den:

  • östlich von Roten­burg, Oktober 2004
  • bei Völ­ker­sen, Novem­ber 2012
  • Land­kreis Diep­holz, Mai 2014,
  • Emstek im Dezem­ber 2014

Zum anderen kam eine Unter­su­chungs­kom­mis­sion in den Nie­der­lan­den im Februar, der das Erd­gas­feld Gro­nin­gen zum Gegen­stand hatte, zu einem ernüch­tern­den Schluss:

Der Dutch Safety Board stellt fest, dass die Sicher­heit der Bürger in Gro­nin­gen mit Hin­blick auf die indu­zierte Erd­be­ben keinen Ein­fluss auf die Ent­schei­dung zur Aus­beu­tung des Gas­fel­des Gro­nin­gen bis zum Jahr 2013 hatte. Bis zu diesem Zeit­punkt hat man ledig­lich ver­sucht, die Aus­wir­kun­gen von Erd­be­ben zu begren­zen und die Gefah­ren von Beschä­di­gung zu redu­zie­ren. Die Sicher­heit der Bevöl­ke­rung galt als ver­nach­läs­sig­bar zu sein … Der Dutch Safety Board kommt daher zu dem Schluss, dass die betref­fen­den Par­teien nicht mit der gebo­te­nen Sorg­falt für die Sicher­heit der Bür­ge­rin­nen und Bürger in Gro­nin­gen in Bezug auf die Erd­be­ben ver­ur­sacht durch Gas­för­de­rung han­del­ten.

Unzwei­fel­haft wird also der Zusam­men­hang zwi­schen Erd­gas­för­de­rung und Erd­be­ben her­ge­stellt. Drei Fak­to­ren machen die Unter­su­cher für das Dilemma ver­ant­wort­lich:

  1. Die Sicher­heit war kein eigen­stän­di­ges Thema inner­halb der Ent­schei­dungs­fin­dung.
  2. Die For­schung, ins­be­son­dere zur wach­sen­den Aus­beu­tung des Gro­nin­ger Feldes und der damit ein­her­ge­hen­den Ver­än­de­run­gen, wurde sträf­lich ver­nach­läs­sigt.
  3. Gegen­über der Bevöl­ke­rung wurde die Pro­ble­ma­tik nur unzu­rei­chend kom­mu­ni­ziert.

Inwie­weit diese Pro­blem­fel­der auch Deutsch­land betref­fen, könnte die Antwort der Bun­des­re­gie­rung beleuch­ten. Wir werden das Thema an dieser Stelle wieder auf­grei­fen, sobald sie vor­liegt.

Vor­schau­bild: Erd­gas­ge­win­nung im Feld Gro­nin­gen. Foto: NAM BV

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