Aktuelle Entwicklung beim Ölpreis (US-$ je Barrel). Grafik/Quelle: Tecson

Börsen­kunde: ETFs auf Erdöl – so funk­tio­niert es

von | 30. August 2016

Der Erdöl­preis hat in den letzten Monaten einen Tiefstand erreicht, den so kaum jemand erwartet hätte, und steigt seit der 2. Jahres­hälfte 2016 wieder deutlich. Daraus ergeben sich auch für Privat­an­leger inter­es­sante Investitionsmöglichkeiten. 

Aller­dings ist der Kauf des Rohstoffes natürlich keine sinnvolle Variante. Mit ETFs (für Exchange-​traded fund, also börsen­ge­han­delte Inve­at­ment­fonds) auf Erdöl lassen sich die Kurs­än­de­rungen in beide Rich­tungen komfor­tabel und kosten­günstig nutzen.

ETFs auf Erdöl ermög­lichen es Anlegern, vom stei­genden Ölpreis zu profi­tieren. Sie versuchen, einen Index möglichst genau abzu­bilden. Bei Rohstoff-​ETFs bedeutet dies, dass sie sich auf einen Index beziehen, der mehrere Rohstoff­gat­tungen enthält. Aufgrund von verschie­denen Mecha­nismen können sie die Preis­ent­wicklung relativ genau abbilden. Dabei handelt es sich aller­dings um Fonds, die passiv gemanagt werden, also nach einer bestimmten Vorge­hens­weise einfach nur der Preis­ent­wicklung folgen.

Keine reinen Öl-ETFs

Daraus ergibt sich aller­dings auch, dass so etwas wie ein ETF auf Erdöl faktisch nicht möglich ist. Es handelt sich hierbei um die Preis­ent­wicklung eines einzelnen Rohstoffes. Es benötigt also keine kompli­zierte Zusam­men­setzung, um diese möglichst genau abzu­bilden und auch eine Risi­ko­streuung kann so nicht erreicht werden. Es gibt aller­dings die Möglichkeit, über Ener­gie­kon­zerne speziell in die Ölin­dustrie zu inves­tieren und hierfür gibt es einige inter­es­sante ETFs.

ETCs auf Erdöl

Bei den ETFs auf Erdöl handelt es sich hingegen um ETCs (für Exchange-​traded Commo­dities, also börsen­ge­han­delte Wert­pa­piere zur Inves­tition in Rohstoffe), was ein bedeu­tender Unter­schied ist. Hier erwerben die Fonds in der Regel Futures (also Versicherungs-​Wetten auf den künftigen Preis) oder andere Derivate auf Öl und ermög­lichen es so ihren Inves­toren, von den Ölpreis­än­de­rungen zu profitieren.

Hierbei entstehen in der Regel Zusatz­kosten, die durch das Verlängern und „Rollen“ der Kontrakte notwendig werden. Auch bestehen hier unter­schied­liche Risiken, als dies bei normalen ETFs der Fall ist.

Welche Kosten fallen bei ETFs an?

Welche Kosten durch einen ETF auf den Ölpreis anfallen, hängt von verschie­denen Faktoren ab. Grund­sätzlich ist eine Spanne bei der Manage­ment­gebühr von 0,35% bis 0,6% durchaus im üblichen Rahmen. Die Kosten sind in der Regel nicht unwe­sentlich von den Hedging­kosten abhängig. Hier können sich die Mehr­kosten also durchaus lohnen, da günstige ETCs und ETFs häufig genau hier sparen. Anleger mit höherem Sicher­heits­be­wusstsein sollten vor allem darauf achten, dass das Währungs­risiko abge­si­chert wird.

Ein weiterer Faktor, der sich auf Kosten für die Öl-​ETFS auswirkt, ist das Anla­geziel. Euro­päische Produkte sind dabei meist etwas günstiger als globale. Auch die Spreads können bedeutend sein. Sie sind bei mittel- bis lang­fris­tigem Investment aller­dings weit weniger relevant als die Management-​Gebühren. Hier bietet sich für alle,die sich für Erdöl-​ETFs entscheiden, eine Übersicht über das passende Broker-​Angebot: https://​www​.online​broker​.net.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Klima­schutz­con­tracting – das nächste große Ding?

Klima­schutz­con­tracting – das nächste große Ding?

Mit dem Klimaschutz-Contracting sollen Energiedienstleistungen auf ein neues Level gebracht werden. Damit beschäftigt sich ein Arbeitskreis im Contracting-Verband vedec. Contracting boomt. Der Fachverband konstatierte für 2020 ein Wachstum von 4,5 % im Umsatz und 6,55...

Was das Jahr 2022 ener­gie­po­li­tisch bringt

Was das Jahr 2022 ener­gie­po­li­tisch bringt

2022 wird energiepolitisch durch die Ampelkoalition geprägt werden. Aber auch die EU plant auf dem Energie- und insbesondere dem Gasmarkt große Umstrukturierungen, die alle Verbraucher betreffen. Die Energiepolitik der EU wirkt sich immer stärker auf die deutsche...

Digitaler Gebäude-​Zwilling schafft Transparenz

Digitaler Gebäude-​Zwilling schafft Transparenz

Im Wohnungsbau ist die digitale Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) noch nicht weit verbreitet. Dabei bietet sie gerade für die Planung und den späteren Betrieb von Wohnimmobilien große Vorteile. Die höheren Investitionen in der Planungsphase rentieren...