Foto: Thermondo

Ölheizer rüsten kaum noch um

von | 29. August 2016

Der sinkende Ölpreis wirkt sich auf das Verhalten bei der Heizungs­sa­nierung aus. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Thermondo GmbH. 

Demnach ist die Nachfrage nach Ölhei­zungen unter allen Heizungs­sa­nierern unab­hängig vom bestehenden Brenn­stoff in den letzten zwei Jahren stabil geblieben. Gesunken ist dagegen das Interesse, von einer Ölheizung auf eine Gasheizung umzurüsten.

Bayern wollen neue Ölheizung

In den letzten zwei Jahren haben sich im Schnitt 20% der Heizungs­mo­der­ni­sierer unab­hängig von dem bestehenden Ener­gie­träger für eine neue Ölheizung inter­es­siert. Für den größten Anteil der Anfragen zu einer neuen Ölheizung sorgen die Bayern mit 21,7%. Am wenigsten inter­es­sieren sich die Hamburger für eine neue Ölheizung (0,3%).
Umrüstung von einer Ölheizung auf andere Ener­gie­träger bleibt aus
60% der Heizungs­mo­der­ni­sierer mit einer alten Ölheizung wünschen sich erneut eine Ölheizung. Hier gab es in den letzten zwei Jahren einen leichten Zuwachs von 4 Prozentpunkten.

Unter den Besitzern von alten Ölhei­zungen wünschen sich 35% eine neue Gasheizung. Das Interesse ist bei diesem Wech­sel­sze­nario in den letzten zwei Jahren um 10 Prozent­punkte gesunken.

Ölheizung, HeizölIm Nordosten Deutsch­lands ist das Interesse von Öl auf Gas umzu­rüsten höher als im Südwesten. So möchten vor allem Hamburger und Bran­den­burger (jeweils 55%) und Bremer sowie Berliner (jeweils 51%) von ihrer alten Ölheizung auf einen Gaswär­me­er­zeuger umsteigen. Haus­ei­gen­tümer mit einer alten Ölheizung in Bayern und in Hessen sind am wenigsten daran inter­es­siert, künftig mit Gas zu beheizen (27% und 26%).

Flüs­siggas uninteressant

Fehlt der Anschluss an ein Gasnetz und besteht der Wunsch nach einer Gasheizung, haben Haus­ei­gen­tümer die Möglichkeit, künftig mit Flüs­siggas zu heizen. Der Austausch eines alten Nieder­tem­pe­ra­tur­kessels durch einen modernen Brenn­wert­kessel spart bis zu 30% CO2. Wird ein Ener­gie­trä­ger­wechsel von Heizöl zu Flüs­siggas vollzogen, kommen weitere 15 bis 25% CO2-​Ersparnis hinzu.

Die Unter­su­chung hat jedoch gezeigt, dass Flüs­siggas sich bisher nicht als Alter­native zu Öl durch­setzen konnte. Nur 2% der Besitzer von Ölhei­zungen haben nach einer Flüs­sig­gas­heizung gefragt.

EWärmeG zeigt Wirkung

Eine weitere Möglichkeit stellt die Kombi­nation aus einer Ölbrenn­wert­therme und Solar­thermie dar. Den Wechsel von einer alten Ölheizung auf eine neue Ölheizung mit Solar­thermie ziehen im gesamten Bundes­gebiet 8% der Heizungs­sa­nierer in Betracht.

Für den größten Anteil der Anfragen für dieses Wech­sel­sze­nario sorgt Baden-​Württemberg mit 29%. Denn: Seit 1. Juli 2015 gilt in Baden-​Württemberg laut dem Erneuerbare-​Wärme-​Gesetz (EWärmeG), dass bei einer Heizungs­er­neuerung 15% des Heiz­wär­me­be­darfs aus erneu­er­baren Ener­gie­quellen gewonnen werden müssen.

Das Einspar­po­tenzial ist bei dem Hybrid aus einer Ölbrenn­wert­therme und Solar­thermie sehr hoch: Eine Familie mit drei Personen in einem 130-​qm-​großen Haus kann pro Jahr 42% der Energie und bis zu 1.078 Euro sparen.


Daten­grundlage: Anfragen zu Heizungs­wechsel in Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häusern sowie Wohnungen, bundesweit, zwischen Juli 2014 und Juni 2016 auf www​.thermondo​.de.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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