Sitzt beim Bundeskartellamt: die Markttransparenzstelle. Foto: Bundeskartellamt.

Vier Jahre Markt­trans­pa­renz­stelle: ein Fazit

von | 5. Januar 2018

Im Dezember 2013 nahm die Markt­trans­pa­renz­stelle ihre Arbeit auf. Sie sollte für noch größere Trans­parenz bei den Tank­stel­len­preisen sorgen. Das hat sie mit Sicherheit geschafft. Doch es gab auch noch weitere Effekte.

Die Tank­stel­len­preise waren spätestens seit den 70er Jahre, als die Preis­masten vorge­schrieben wurden, sehr trans­parent. Doch das genügte einigen Poli­tikern nicht. Verbrau­cher­be­schwerden über die Kraft­stoff­preise gaben schließlich den Anstoß. Statt wie in anderen Ländern auf zeitlich fest gebundene Preise zu setzen, entschied sich das zweite und dann das dritte Kabinett Merkel für mehr Trans­parenz. Diese liegt auch im Namen der Markt­trans­pa­renz­stelle (MTS‑K, K für Kraftstoffe).

Jedes Jahr nun legt die MTS‑K einen Bericht vor. Neben der tatsächlich sehr guten Trans­parenz kann auch noch von einigen anderen, durchaus positiven Entwick­lungen gesprochen werden, die von der Insti­tution ange­stoßen wurden. Eine davon ist die extrem hohe Daten­dichte. So gut wie alle klas­si­schen Tank­stellen melden inzwi­schen die Preise. …

Und diese Daten­dichte wird auch genutzt. Inzwi­schen buhlen mehr als 50 zuge­lassene Verbraucher-​Informationsdienste entweder per App oder Online-​Plattform um die Gunst der Kunden, wenn es um die Vergleiche von Kraft­stoff­preisen geht. Häufig werden diese Daten von den neuen Anbietern mit inno­va­tiven Dienst­leis­tungen verknüpft (siehe auch „Das System läuft“).

Doch hat sich auch an der Preis­bildung etwas verändert? Schließlich muss nun kein Betreiber mehr mühsam erspähen, was der Mitbe­werber um die Ecke gerade an seinem Preismast macht. Ein Blick aufs Handy reicht dafür heute aus.

Unter­schiede gibt es tatsächlich bei den Preis­spannen zwischen dem durch­schnitt­lichen Tagesniedrigst- und ‑höchst­preis in einer Stadt. Die haben sich vergrößert und liegen bei 23 bis 29 Eurocent. Wenn man die teuersten fünf Prozent der gemel­deten Tank­stel­len­preise an jedem Tag bei der Berechnung unbe­rück­sichtigt lässt, liegen sie bei 17 bis 23 Eurocent je Liter E5. …

Diesen Zyklus beschreibt die MTS‑K wie folgt: „Ab etwa 6 Uhr fallen die über Nacht relativ hohen Preise bis zur Mittagszeit. Um die Mittagszeit steigen die Preise in vergleichs­weise geringem Umfang an. Bis zum Abend fallen die Preise dann wieder bis zu ihrem Tief ab etwa 18 Uhr. Spätestens ab 21 Uhr steigen die Preise über­wiegend ganz deutlich an. In diesem Zusam­menhang ist insbe­sondere auch zu beob­achten, dass die Durch­schnitts­preise verschie­dener näher betrach­teter bekannter Marken in der Zeit von 6 Uhr bis 21 Uhr deutlich näher beiein­ander lagen als in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr. In der jüngeren Vergan­genheit hat das Bundes­kar­tellamt darüber hinaus auch eine weitere Preis­er­höhung in der Mittagszeit ausgemacht.“


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 12/​2017 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Poten­ziale von Smart Metern

Poten­ziale von Smart Metern

Der Smart-Meter-Roll-out rollt, wenn auch schleppend. Bei explodierenden Energiepreisen bietet er die Chance, nicht nur die Stromverbräuche effizient zu überwachen, sondern auch die Wärme. Das beweisen zahlreiche bereits realisierte Projekte. Nachdem der für 2017...

Ein stabiler Strom­preis bei Null Emis­sionen ist möglich

Ein stabiler Strom­preis bei Null Emis­sionen ist möglich

Die Wärmepumpe wird die Heiztechnologie der Zukunft sein – auch in Gewerbeimmobilien. Der Wärmepumpengipfel Ende Juni, der von der Bundesregierung initiiert wurde, lässt daran kaum Zweifel aufkommen. Die Wärmepumpe an sich ist jedochnicht klimaneutral – der...

Heizöl, Diesel und LPG im Katastrophenschutz

Heizöl, Diesel und LPG im Katastrophenschutz

Dezentral anwendbare Energien helfen auch in Katastrophenfällen. Ein Brennstofftank und ein Aggregat sind schnell am Schadensort installiert und können Strom und Wärme liefern. Flüssige Brennstoffe sind dabei unentbehrlich – und werden das auch in Zukunft sein....

Wie ein moderner Brand­schutz funktioniert

Wie ein moderner Brand­schutz funktioniert

Rauchmelder sind in Wohngebäuden Pflicht. Idealerweise werden sie mit Sprinkleranlagen und Rauchabzugsanlagen automatisiert gekoppelt. Auch automatisierte Alarmauslösung und Fehlalarm-Check mittels Kameras könnten zum Standard gehören und Schäden am Bauwerk...