Vier Jahre Markt­trans­pa­renz­stelle: ein Fazit

Sitzt beim Bundeskartellamt: die Markttransparenzstelle. Foto: Bundeskartellamt.
Sitzt beim Bundeskartellamt: die Markttransparenzstelle. Foto: Bundeskartellamt.

Im Dezem­ber 2013 nahm die Markt­trans­pa­renz­stelle ihre Arbeit auf. Sie sollte für noch größere Trans­pa­renz bei den Tank­stel­len­prei­sen sorgen. Das hat sie mit Sicher­heit geschafft. Doch es gab auch noch weitere Effekte.

Die Tank­stel­len­preise waren spä­tes­tens seit den 70er Jahre, als die Preis­mas­ten vor­ge­schrie­ben wurden, sehr trans­pa­rent. Doch das genügte einigen Poli­ti­kern nicht. Ver­brau­cher­be­schwer­den über die Kraft­stoff­preise gaben schließ­lich den Anstoß. Statt wie in anderen Ländern auf zeit­lich fest gebun­dene Preise zu setzen, ent­schied sich das zweite und dann das dritte Kabi­nett Merkel für mehr Trans­pa­renz. Diese liegt auch im Namen der Markt­trans­pa­renz­stelle (MTS-K, K für Kraft­stoffe).

Jedes Jahr nun legt die MTS-K einen Bericht vor. Neben der tat­säch­lich sehr guten Trans­pa­renz kann auch noch von einigen anderen, durch­aus posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen gespro­chen werden, die von der Insti­tu­tion ange­sto­ßen wurden. Eine davon ist die extrem hohe Daten­dichte. So gut wie alle klas­si­schen Tank­stel­len melden inzwi­schen die Preise. …

Und diese Daten­dichte wird auch genutzt. Inzwi­schen buhlen mehr als 50 zuge­las­sene Verbraucher-Informationsdienste ent­we­der per App oder Online-Plattform um die Gunst der Kunden, wenn es um die Ver­glei­che von Kraft­stoff­prei­sen geht. Häufig werden diese Daten von den neuen Anbie­tern mit inno­va­ti­ven Dienst­leis­tun­gen ver­knüpft (siehe auch „Das System läuft“).

Doch hat sich auch an der Preis­bil­dung etwas ver­än­dert? Schließ­lich muss nun kein Betrei­ber mehr mühsam erspä­hen, was der Mit­be­wer­ber um die Ecke gerade an seinem Preis­mast macht. Ein Blick aufs Handy reicht dafür heute aus.

Unter­schiede gibt es tat­säch­lich bei den Preis­span­nen zwi­schen dem durch­schnitt­li­chen Tagesniedrigst- und -höchst­preis in einer Stadt. Die haben sich ver­grö­ßert und liegen bei 23 bis 29 Euro­cent. Wenn man die teu­ers­ten fünf Prozent der gemel­de­ten Tank­stel­len­preise an jedem Tag bei der Berech­nung unbe­rück­sich­tigt lässt, liegen sie bei 17 bis 23 Euro­cent je Liter E5. …

Diesen Zyklus beschreibt die MTS-K wie folgt: „Ab etwa 6 Uhr fallen die über Nacht relativ hohen Preise bis zur Mit­tags­zeit. Um die Mit­tags­zeit steigen die Preise in ver­gleichs­weise gerin­gem Umfang an. Bis zum Abend fallen die Preise dann wieder bis zu ihrem Tief ab etwa 18 Uhr. Spä­tes­tens ab 21 Uhr steigen die Preise über­wie­gend ganz deut­lich an. In diesem Zusam­men­hang ist ins­be­son­dere auch zu beob­ach­ten, dass die Durch­schnitts­preise ver­schie­de­ner näher betrach­te­ter bekann­ter Marken in der Zeit von 6 Uhr bis 21 Uhr deut­lich näher bei­ein­an­der lagen als in der Zeit von 21 Uhr bis 6 Uhr. In der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit hat das Bun­des­kar­tell­amt darüber hinaus auch eine weitere Preis­er­hö­hung in der Mit­tags­zeit aus­ge­macht.“


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 12/2017 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

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