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Digi­ta­li­sierung in Unter­nehmen – Was bringt die Anpassung mit sich?

von | 6. Juni 2024

Der Einzug neuer Tech­no­logien in den Unter­neh­mens­alltag bedeutet zunächst eine Umstellung und damit eine Heraus­for­derung. Gleich­zeitig bringen digi­ta­li­sierte Prozesse für eine Vielzahl an Organisations- und Produk­ti­ons­pro­zesse aber neue Chancen mit sich. Auto­ma­ti­sie­rungs­pro­zesse und der Einsatz künst­licher Intel­ligenz können die Unter­neh­mens­ef­fi­zienz steigern, mehr Trans­parenz schaffen sowie zur Prozess­op­ti­mierung beitragen.

Die Auswirkung der Digi­ta­li­sierung auf die Unternehmenswelt

Besonders in kleinen und mittel­stän­di­schen Unter­nehmen kann die Digi­ta­li­sierung zu einer spürbaren Effi­zi­enz­stei­gerung führen, die die jewei­ligen Betriebe konkur­renz­fä­higer macht. In den Augen der Kunden wiederum unter­stützen digi­ta­li­sierte Prozesse und die damit verbundene Leis­tungs­stei­gerung bei gleich­zei­tiger Zeit­er­sparnis den Eindruck von Moder­nität und Inno­vation.

Aller­dings zeigt eine Studie der Bundes­netz­agentur, dass die Digi­ta­li­sierung in vielen Unter­nehmen noch in den Kinder­schuhen steckt. Laut der Befragung zwischen Oktober 2022 und Februar 2023, wurden in der Mehrzahl der Betriebe folgende Bereiche zu maximal 40 Prozent digitalisiert:

  • Produktion
  • Logistik
  • Marketing und Vertrieb

Dagegen lagen die Digi­ta­li­sie­rungs­werte beim Einkauf sowie Perso­nal­wirt­schaft und Buch­haltung deutlich höher. Sofern Unter­nehmen es schaffen, einen Großteil der inner­be­trieb­lichen Prozesse von analog auf digital umzu­stellen, erhöhen sie zukünftig ihre Chancen, auf dem inter­na­tio­nalen Markt zu bestehen.

Welche Unter­neh­mens­vor­teile können durch die Digi­ta­li­sierung erzielt werden?

In zahl­reichen Wirt­schafts­be­reichen bringen tech­nische Neue­rungen Opti­mie­rungs­chancen mit sich. Am Beispiel der 3D-​Drucker in der Bauwelt lässt sich verständlich erklären, wie neue Tech­no­logien zu einer Zeit­er­sparnis in Planungs­phasen sowie einer hohen Planungs­ge­nau­igkeit beitragen. Auch in anderen Sparten haben Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zesse das Potenzial, Orga­ni­sation, Verwaltung, Vertrieb und Kreis­lauf­wirt­schaft zeitlich, wirt­schaftlich und finan­ziell effi­zi­enter zu gestalten.

Unter­neh­mens­di­gi­ta­li­sierung zur Auto­ma­ti­sierung und Effizienzsteigerung

Das Hauptziel der Digi­ta­li­sierung im Unter­neh­mens­alltag besteht im Zeit­gewinn und einer damit verbun­denen Kosten­re­duktion. Prozesse, in denen digitale Struk­turen positiv ins Gewicht fallen, sind dabei Produktion, Vertrieb und Orga­ni­sation, doch auch in der Mate­ri­al­wirt­schaft führen digitale Abläufe zu einer Zeit- und Kostenersparnis:

  • Lager­be­stände können leichter und über­sicht­licher im Auge behalten werden.
  • Mate­ri­al­flüsse werden trans­parent nachvollzogen.
  • Einkauf- und Lager­pro­zesse sind vernetzbar und vermeiden durch Auto­ma­ti­sie­rungs­pro­zesse den Einbezug mensch­licher Arbeitskraft.

Zudem können intel­li­gente Analy­se­tools zurate gezogen werden, um große Daten­mengen auszu­werten und die Mate­ri­al­wirt­schaft durch daten­ge­triebene Entschei­dungen zu opti­mieren.

Welche Vorteile bringen Echt­zeit­daten über den Warenfluss?

Digitale Tools sowie künst­liche Intel­ligenz helfen bei der Immo­bi­li­en­ver­waltung, können aber auch die Unter­neh­mens­ef­fi­zienz und ‑trans­parenz deutlich steigern. Der Überblick über den gesamten Waren­fluss trägt beispiels­weise dazu bei:

  • die Lager­wirt­schaft zu vereinfachen
  • die Produk­ti­ons­pro­zesse an die aktuelle Nachfrage anzupassen
  • den betrieb­lichen Ablauf hinsichtlich der Produk­ti­vität zu optimieren

Ebenso unter­stützen Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zesse in Material- und Lager­wirt­schaft die Liefer­ket­ten­qua­lität, indem die Koor­di­nation und Kommu­ni­kation zwischen Hersteller, Lieferant und Kunde verein­facht werden.

Das Inno­va­ti­ons­po­tenzial der Unter­neh­mens­di­gi­ta­li­sierung auf einen Blick

Die Studie „Kunden­service in Deutschland: Der unter­schätzte Umsatz­treiber“ kam zu dem Ergebnis, dass 85 Prozent der Endkunden Wert auf einen guten Kunden­service legen. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei der unkom­pli­zierte Infor­ma­ti­ons­aus­tausch, der über eine Vielzahl an Kanälen zustande kommen kann, darunter via:

  • Telefon
  • E‑Mail
  • Live-​Chat

Inzwi­schen gehört auch eine von Unter­nehmen zur Verfügung gestellte App zu den effi­zi­enten Kommu­ni­ka­ti­ons­mitteln mit Endkunden. Aller­dings liegt das Potenzial dieser Inno­vation bislang in großen Teilen brach. Betriebe, die eine Smartphone-​App als zusätz­lichen Kundenservice-​Kanal inte­grieren, können sich daher von der Konkurrenz abheben und mit einer zuver­läs­sigen Kunden­kom­mu­ni­kation zur Kunden­bindung beitragen.

Auch im Hinblick auf Produk­ti­ons­pro­zesse und Vertrieb stellt die Digi­ta­li­sierung ein wichtiges Hilfs­mittel für den Unter­neh­mens­erfolg dar. So können neben künst­licher Intel­ligenz auch Daten­ana­lysen dabei helfen, Produkte und Dienst­leis­tungen zu opti­mieren oder neu zu entwi­ckeln. Digitale Kanäle, wie Online­shops als Ergänzung zum Laden­lokal, vergrößern das eigene Geschäfts­modell und dadurch die ange­spro­chene Zielgruppe.

Digi­ta­li­sierung und Mate­ri­al­wirt­schaft – Chancen und Herausforderungen

Auch im Bereich der Mate­ri­al­wirt­schaft bietet die digitale Trans­for­mation neue Chancen, ange­fangen bei einer auto­ma­ti­sierten Liefer­kette. Durch die Digi­ta­li­sierung von Waren­wirt­schaft und ‑einkauf wird Potenzial frei, um bestehende Liefe­ran­ten­be­zie­hungen zu pflegen und nach neuen Anbietern Ausschau zu halten. Zudem kann die Reduktion manueller Tätig­keiten die Fehler­an­fäl­ligkeit bei Bestel­lungen und Vertrieb verringern, sodass Unter­nehmen von einer hohen Daten­qua­lität profi­tieren.

Prozess­ab­läufe sowie die damit verbundene Kommu­ni­kation werden digital erfasst, was zu mehr Trans­parenz im Unter­neh­mens­alltag beiträgt. Abläufe – vom Bestell­prozess bis zur Lagerung – können leichter nach­voll­zogen werden. Bei der Bestands­ver­folgung sind beispiels­weise IoT-​Geräte eine gute Lösung, die Daten sammeln und online weiter­geben können. Die Digi­ta­li­sierung und der Einsatz des Internets der Dinge tragen zu einer höheren Effizienz und mehr Sicherheit bei, ohne mensch­liche Ressourcen zu binden oder inner­be­trieb­liche Prozesse zu stören.

Aller­dings muss bei einer Umstellung auf eine digitale Mate­ri­al­wirt­schaft der Inves­ti­ti­ons­aufwand berück­sichtigt werden. Auch für Mitar­beiter kann eine schritt­weise einge­führte oder komplette Unter­neh­mens­di­gi­ta­li­sierung eine Umstellung bedeuten, die zunächst über­for­dernd wirken kann. Jedoch lohnt der Umstieg, um Infor­ma­ti­ons­flüsse zu opti­mieren, den Arbeits­aufwand zu redu­zieren und dadurch Ressourcen und Kosten einzusparen.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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