Grüner Wasserstoff gilt als Hoffnungsträger der Energiewende – überall dort, wo Elektronen an ihre physikalischen oder wirtschaftlichen Grenzen stoßen und Moleküle unverzichtbar werden. Politische Programme sprechen vollmundig von einem Wasserstoffzeitalter. Der Hochlauf in der Realität ist jedoch zäh.
Milliardenprojekte sind für grünen Wasserstoff angekündigt. Nur wenige nehmen Fahrt auf. Vieles bleibt in der Planungsphase stecken – nicht zuletzt, weil zentrale infrastrukturelle Voraussetzungen fehlen. Im Zentrum steht dabei das Wasserstoff-Kernnetz. Doch bei den regionalen Verteilnetzen zeigt sich eine gravierende Lücke, die den Markthochlauf akut behindert.
Union und SPD setzen zwar in ihren energiepolitischen Strategien gleichermaßen auf Wasserstoff. Das Kernvorhaben: Die Bundesregierung aus beiden Parteien plant das schon von der Vorgängerregierung initiierte Kernnetz (auch Backbone genannt) von rund 9.040 Kilometern Leitungslänge, das bis 2032 fertiggestellt sein soll. Knapp 56 Prozent der Trassen sollen aus umgewidmeten Erdgasleitungen bestehen, ergänzt durch Neubauten. …
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