Die Dekarbonisierung des Wärmesektors wird häufig auf Wärmepumpen und Fernwärme reduziert. Doch gerade in Industrie und Gewerbe stößt eine vollständige Elektrifizierung an technische und wirtschaftliche Grenzen. Hohe Vorlauftemperaturen, begrenzte Netzanschlusskapazitäten und stark schwankende Lastprofile erschweren den Umstieg. Genau an dieser Stelle setzt ein neues wasserstoffbasiertes Wärmekonzept an.
Das Wiesbadener Unternehmen Hyting entwickelt Systeme, die Wärme über eine katalytische Reaktion erzeugen. In Markkleeberg bei Leipzig wurde eine solche Anlage erstmals in Sachsen im industriellen Realbetrieb in Kombination mit Wärmepumpen installiert. Ziel ist es, Wärmepumpen bei selten auftretenden Leistungsspitzen zu entlasten und dadurch Investitions- sowie Betriebskosten zu senken.
Die Grundidee hinter dem Ansatz ist einfach: Wasserstoff reagiert an einer katalytischen Oberfläche – deren Materialeigenschaften denen von Katalysatoren in Autoabgassystemen ähneln – mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft zu Wasser. Dabei wird Wärme frei. Die chemische Reaktion lautet: 2 H₂ + O₂ → 2 H₂O + Wärme. …
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