Regenerativ erzeugter Wasserstoff soll den fossilen Brennstoffbedarf in der Industrie und in der Mobilität reduzieren. Doch sowohl reine Importstrategien als auch eine Verlagerung der Industrien hin zu den H2-Quellen sind mit Nachteilen behaftet. Foto: Frank Urbansky

Wasser­stoff­stra­tegien unter­schätzen geopo­li­tische Risiken

von | 3. Juli 2026

Viele Wasser­stoff­stra­tegien gehen von stabilen Handels­be­zie­hungen und verläss­lichen Allianzen aus. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass geopo­li­tische Konflikte, indus­trie­po­li­tische Inter­essen und verän­derte Stand­ort­ent­schei­dungen die globale Industrie grund­legend verändern könnten.

Grüner Wasser­stoff gilt als Schlüssel zur Dekar­bo­ni­sierung ener­gie­in­ten­siver Indus­trien. Doch viele poli­tische Stra­tegien und Unter­neh­mens­pla­nungen beruhen auf Annahmen, die ange­sichts zuneh­mender geopo­li­ti­scher Span­nungen immer unsi­cherer werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die in der Fach­zeit­schrift Nature Reviews Clean Tech­nology veröf­fent­licht wurde. Die Forschenden warnen davor, Wasserstoff- und Indus­trie­stra­tegien ausschließlich auf stabile Handels­be­zie­hungen und lang­fristig verläss­liche inter­na­tionale Part­ner­schaften auszu­richten. Statt­dessen sollten alter­native geopo­li­tische Entwick­lungen deutlich stärker berück­sichtigt werden.

Ener­gie­in­tensive Indus­trien wie Stahl und Chemie stehen unter Druck, ihre CO₂-​Emissionen drastisch zu redu­zieren, und setzen dabei zunehmend auf grünen Wasser­stoff. Das wirft eine stra­te­gisch entschei­dende Frage auf: Werden sich dadurch auch globale Wert­schöp­fungs­ketten verschieben? Findet ener­gie­in­tensive Produktion künftig dort statt, wo erneu­er­barer Wasser­stoff günstig erzeugt werden kann—oder bleibt sie in den heutigen Indus­trie­zentren, die Wasser­stoff impor­tieren?“, erläutert Erst­au­torin Laima Eicke vom Forschungs­in­stitut für Nach­hal­tigkeit (RIFS) am Helmholtz-​Zentrum für Geofor­schung (GFZ). …


Gekürzt. Geschrieben für Sprin­ger­Pro­fes­sional. Der komplette Beitrag kann hier gelesen werden.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

EnWiPo
EnWiPo
Effizient heizen mit Wasser­stoff und Katalysator

Effizient heizen mit Wasser­stoff und Katalysator

Die Dekarbonisierung des Wärmesektors wird häufig auf Wärmepumpen und Fernwärme reduziert. Doch gerade in Industrie und Gewerbe stößt eine vollständige Elektrifizierung an technische und wirtschaftliche Grenzen. Hohe Vorlauftemperaturen, begrenzte...

Poten­ziale von weißem Wasser­stoff äußerst begrenzt

Poten­ziale von weißem Wasser­stoff äußerst begrenzt

In der Farbsystematik des Wasserstoffs taucht auch die Farbe Weiß auf: Sie steht für natürlich entstehenden Wasserstoff, der theoretisch energetisch genutzt werden könnte. Die damit verbundenen Erwartungen sind groß. Doch bei näherer Betrachtung erweisen sich die...

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen einen schnelleren Anschluss von Grünstrom-Einspeisern aus Biogasanlagen und können zugleich die Kosten für den Netzausbau senken. In Schleswig-Holstein wurde nun erstmals eine solche Anlage ans Netz gebracht. Grünstrom...

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Erster flexibler Netz­an­schluss für Biogasanlage

Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen einen schnelleren Anschluss von Grünstrom-Einspeisern aus Biogasanlagen und können zugleich die Kosten für den Netzausbau senken. In Schleswig-Holstein wurde nun erstmals eine solche Anlage ans Netz gebracht. Grünstrom...