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Neue Strom­netze: Bundestag rechnet mit 50 Mrd. Euro

von | 29. September 2015

50 Milli­arden Euro, rechnet der Bundestags-​Ausschuss für Bildung, Forschung und Tech­nik­fol­gen­ab­schätzung, sind für den Netz­ausbau nötig. 20 Milli­arden Euro davon sollen allein bis 2022, also dem Zeitpunkt des Atom­aus­stiegs, in die Über­tra­gungs­netze, darunter 1.700 Kilometer neue Leitungen, 2.800 Kilometer Neubauten in bestehenden Trassen sowie Verstär­kungen auf 1.300 Kilo­metern fließen. 

Neu dabei seien die drei von Nord nach Süd verlau­fenden Hoch­span­nungs­gleich­strom­lei­tungen, so der Ausschuss in seinem Bericht „Moderne Strom­netze als Schlüs­sel­element einer nach­hal­tigen Strom­ver­sorgung“.

Der Inves­ti­ti­ons­bedarf bei den Verteil­netzen wird sogar noch größer erwartet. Hier rechnet der Ausschuss, der unter anderem vom Institut für Tech­nik­fol­gen­ab­schätzung und System­analyse (ITAS) im Karls­ruher Institut für Tech­no­logie (KIT), dem Helmholtz-​Zentrum für Umwelt­for­schung (UFZ), dem IZT – Institut für Zukunfts­studien und Tech­no­lo­gie­be­wertung sowie VDI/​VDE Inno­vation + Technik beraten wird, sogar mit 25 Milli­arden Euro. Grund hierfür ist vor allem die dezen­trale Erzeugung der zukünf­tigen Energie durch Wind- und PV-​Anlagen. Der Netz­an­schluss dieser Erzeu­gungs­an­lagen findet nahezu ausschließlich auf Ebene der Verteil­netze statt. 

Der Bericht befasst sich auch mit Smart Grids. Diese sollen den immer komplexer werdenden Ausgleich von Strom­an­gebot und ‑nachfrage gewähr­leisten. Besonders in den Verteil­netzen sei die IKT-​Ausstattung verglichen mit den Über­tra­gungs­netzen rudi­mentär. Die Verteil­netz­be­treiber müssten den IKT-​Aufwand bis 2030 im länd­lichen Raum verdoppeln und im städ­ti­schen Bereich um etwa 60 Prozent erhöhen. In absoluten Zahlen entspräche dies einem kumu­lierten Mehr­aufwand von 7 Milli­arden Euro. Für diese Pläne ist derzeit ein Gesetz zur Digi­ta­li­sierung der Ener­gie­wende in Vorbe­reitung.

Vorschaubild: Die Verteil­netze benötigen die meisten Inves­ti­tionen beim Ausbau des Strom­netzes für die Ener­gie­wende zu. GeorgHH /​Wikimedia /​Lizenz unter CC BY-​SA 3.0

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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