Muss die Heizung getauscht werden, sollte die Heizlast des Gebäudes noch einmal komplett neu berechnet werden, da alte Ölheizungen meist deutlich zu groß ausgelegt wurden. Foto: IWO

Heiz­last­be­rechnung für Ölheizung: Lieber weniger als mehr

von | 18. März 2021

Heiz­last­be­rech­nungen nicht nur für Ölhei­zungen sind zwar streng genormt, führten in der Vergan­genheit jedoch zu viel zu hohen Ausle­gungen und somit zu höheren Verbräuchen als nötig. Seit April 2020 nun soll eine nationale Auslegung der DIN EN 128311 dies vermeiden. 

Gerade Ölkessel wurden in der Vergan­genheit meist zu groß dimen­sio­niert, getreu dem Motto: Viel hilft viel! Damit wäre man zwar in knackig kalten Wintern auf der sicheren Seite, doch die gibt es kaum noch. Während eines über­wie­genden Teils der Zeit laufen solche Heizungen daher inef­fi­zient. Unter­su­chungen gehen davon aus, dass die Wärme­er­zeuger generell 1,8- bis 2,0mal größer ausgelegt wurden als nötig. Vorteile sah man im schnel­leren Aufheizen des Trink­wassers oder darin, die Heizung einfach „unter­tourig“ und damit vermeintlich sparsam laufen zu lassen. Hinzu kam, dass die Heizlast der betref­fenden Gebäude selten nach Norm ermittelt, sondern eher geschätzt wurde. 

Doch eine zu groß­zügige Auslegung führt zu einer ganzen Reihe von Fehlern beim Verbren­nungs­vorgang, die sich in mangelnder Effizienz nieder­schlagen. Brenn­wert­geräte können dann nicht optimal gefahren werden, die Heiz- und Umwälz­pumpen sind zu groß ausgelegt und verbrauchen mehr Strom als nötig. Gleiches gilt für Rohr­lei­tungen und Heiz­flächen. Das wiederum macht einen hydrau­li­schen Abgleich, bei Brenn­wert­ge­räten ein Muss, schwierig. 

Wer wissen will, ob ein Ölkessel zu groß dimen­sio­niert ist, kann dies mithilfe der Nenn­be­lastung des Brenners heraus­finden. Diese ist auf dem Einstel­lungs­pro­tokoll der Wartungs­firma vermerkt. Fehlt diese Angabe, kann der mittlere Wert der auf dem Typen­schild ange­ge­benen Leis­tungs­be­rieche ange­nommen werden. Auch eine genaue Messung durch einen Fach­be­trieb ist möglich. 


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 03/​2020 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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