Lange galt Mieterstrom in der Wohnungswirtschaft als gutes Konzept mit schwieriger Umsetzung. Zwar versprach die direkte Nutzung von Photovoltaikstrom im Mehrfamilienhaus niedrigere Stromkosten für Mieter, höhere Eigenverbrauchsquoten und zusätzliche Erlöse für Eigentümer. Viele Projekte scheiterten jedoch an energiewirtschaftlicher Komplexität, regulatorischen Unsicherheiten und hohem Verwaltungsaufwand. Genau hier setzt das sogenannte Lieferkettenmodell an.
Viele Wohnungsunternehmen setzen weiterhin auf die einfache Verpachtung ihrer Dächer oder auf die reine Volleinspeisung. Gleichzeitig entstehen neue Wertschöpfungsmodelle zwischen vollständigem Outsourcing und eigenem Mieterstrombetrieb.
Für die Wohnungswirtschaft kommen solche Modelle zum richtigen Zeitpunkt. Die Dekarbonisierung der Bestände erfordert hohe Investitionen in Wärmepumpen, Photovoltaik und Ladeinfrastruktur, und das, wo viele Unternehmen wirtschaftlich unter Druck stehen. Mieterstrom kann die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen im Bestand deutlich verbessern und Mietern gleichzeitig eine direkte Teilhabe an der Energiewende ermöglichen. Ein solcher Ansatz ist das Lieferkettenmodell. …
Der Artikel ist erschienen der Ausgabe 8/2026 der Zeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft, die von Haufe verlegt wird.
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