Florian Feller. Foto: Florian Feller

Verteil­netze sind wasserstoffready

von | 22. März 2021

Interview mit Florian Feller, Leiter Klima­stra­tegie & Poli­tische Arbeit erdgas schwaben sowie Projekt­leiter von H2 vor Ort

s+w: Welche Beimi­schungen von Wasser­stoff sind in ein „normales“ Erdgasnetz bisher möglich?

Da muss man zwei Ebenen betrachten. Zuerst die tech­nische. Das Fach­re­gelwerk des DVGW sieht bis zu 10 Prozent H2 im Gasnetz vor. Dabei muss man aber Rücksicht auf sensible Endver­brauer wie CNG-​Tankstellen und indus­trielle Anwender nehmen. Hier wird an Lösungen gear­beitet, den Wasser­stoff vorher raus­zu­filtern. Die Endgeräte im Wärme­markt halten gut bis 20 Prozent Wasser­stoff aus. Deswegen will der DVGW auch das Regelwerk auf 20 Prozent erweitern.

Dann gibt es noch die markt­liche Seite, diese betrifft auch andere klima­neu­trale Gase wie Biomethan und SNG. Hier müssen Klip­pen­ef­fekte vermieden werden. Durch den konti­nu­ier­lichen Anstieg des CO2-​Preises werden fossile Gase bis zu einem Tag X billiger sein als klimaneutrale. …

Wie könnte man höhere H2-​Beimischungen erreichen?

Die anvi­sierten 20 Prozent Beimi­schung sind ein wichtiger Schritt, für den kaum Anpas­sungen am Verteilnetz notwendig sind. Dennoch ist ein weitaus stärkerer Einsatz von Wasser­stoff im Verteilnetz möglich und sinnvoll. Es sollten hierbei jedoch die Beimisch­quoten nicht beliebig erhöht werden. Besser sollte regional ab einer Beimi­schung von 2030 Prozent auf eine reine Wasser­stoff­ver­sorgung umge­stellt werden. So kann vermieden werden, dass die Endan­wender mit unnötigen Anpas­sungs­zyklen bezüglich ihrer Verbrauchs­ge­räten konfron­tiert werden. …


Gekürzt. Geschei­ben für stadt+werk. Der voll­stän­dige Beitrag ist in der Ausgabe 0304÷2021 erschienen und kann hier nach­ge­lesen werdenZum Abon­ne­ment geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Grüner Wasser­stoff ist vor allem eines: schlichtweg zu teuer

Grüner Wasser­stoff ist vor allem eines: schlichtweg zu teuer

Wasserstoff – je nach Sichtweise als Champagner der Energiewende gelobt oder verspottet – ist das neue Zauberelixier eben jener. Die Bundesregierung spendiert über den Daumen gepeilt in den kommenden zehn Jahren neun Milliarden Euro, mit denen das kleinste aller...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...