Amrumbank West. Foto: Urbansky

Windpark Amrumbank West zum Jahresende startklar

von | 18. Juni 2015

Eine Milli­ar­den­in­ves­tition will gut überlegt sein, zumal, wenn sie im wahrsten Sinne des Wortes auf Sand gesetzt ist. Für den Offshore-​Windpark Amrumbank West nahm E.ON eben jene Milliarde und etwas mehr in die Hand. Und der steht auf Sand. 

Durch den Wasser­druck ist Sand, auf dem der Windpark etwa 40 km vor Helgoland steht, jedoch so stark verdichtet, dass er einen idealen und den Umständen entspre­chend gut zu bear­bei­tenden Baugrund abgibt. 80 Turbinen sollen hier zum Jahresende Öko-​Strom erzeugen. 39 davon sind bereits instal­liert, 13 davon arbeiten schon, 41 folgen. 

Die ersten 39 Mühlen sind fertig. Weitere 41 folgen. Die Fundamente sind bereits in den Sand gerammt. Foto: Urbansky

Die ersten 39 Mühlen sind fertig. Weitere 41 folgen. Fotos: Urbansky

Ein Offshore-​Windpark ist ein logis­ti­scher Kraftakt, sicher dem Pyra­mi­denbau im alten Ägypten nicht ganz unähnlich. Entspre­chend lange liefen die Vorpla­nungen. Die begannen 2001. Baubeginn war 10 Jahre später. Als logis­tische Basis dient Helgoland. Neben den Schwie­rig­keiten, die jede Baustelle mit sich bringt, kämpften die E.ON-Leute natürlich gegen das Wetter. Ab 2 Metern Wellengang geht nichts mehr. Und der ist in der Gegend nicht selten. Dennoch gibt es kaum Zeit­verzug, ebenso bei der Anbindung ans Stromnetz.

Beson­derer Schall­schutz beim Rammen

Der Umwelt­schutz in Windparks, gerade populär, wenn auch nicht ganz fakten­sicher in einem Tatort aufbe­reitet, hielt auch einige Über­ra­schungen bereit. Beim Rammen der Funda­mente in den Sand ist zwar ober­ir­disch wenig zu hören, unter­ir­disch jedoch schon. Das stört allerlei Meeres­getier, allen voran die Schweinswale. Deswegen pochten die amtlichen Umwelt­schützer auf einen beson­deren Schall­schutz. Der musste gemeinsam mit Partnern erst entwi­ckelt werden, da die bishe­rigen Methoden nicht ausreichten, und kostete einen zwei­stel­ligen Millio­nen­betrag zusätzlich.

Helgoland ist die logistische Basis. Im Vordergrund links ist das E.ON-Gelände zu sehen. Rechts befindet sich der Hafen. Dieser wird gerade ausgebaut. Foto: Urbansky

Helgoland ist die logis­tische Basis.

Wenn der Windpark im Dezember in Betrieb geht, werden auf Helgoland 50 Menschen arbeiten, die sich um Wartung und Service kümmern. Der Strom wird direkt in Büsum ange­landet. Er dürfte damit ins Konzept des Landes Schleswig-​Holstein passen, zum dem Helgoland via Kreis Pinneberg gehört. Denn das setzt ausschließlich auf Eigen­ver­sorgung durch Erneu­erbare Energien und Strom­export. Mit Erneuerbaren-​Strom sollen im nörd­lichsten Bundesland auch Großteile des Wärme­marktes versorgt werden. Doch das ist schon eine andere Geschichte.

Passt zur neuen E.ON

Zu dieser hier gehört jedoch noch: Amrumbank West passt hervor­ragend ins Konzept der neuen E.ON. Denn das setzt auf Erneu­erbare und Endkunden. Der neue Windpark deckt genau das ab.

Nun zu den Fakten von Amrumbank West:

  • Fläche: 32 Quadratkilometer
  • Distanz zum Festland: 33 Kilometer
  • Wasser­tiefe: 20 bis 25 Meter
  • Anzahl der Turbinen: 80
  • Nenn­leistung je Turbine: 3,6 MW
  • Nenn­leistung: 288 MW
  • Voll­last­stunden: 4.296
  • Netto­strom­ertrag: 1229 GWh jährlich

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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