Flüssiggasterminal im Rotterdamer Rheinhafen. Foto: Joris / Wikimedia

Das Geheimnis des Flüssiggaspreises

von | 30. Juni 2014

Rund eine halbe Million Haushalte heizen mit Flüs­siggas. Die Preise hängen bei diesem Ener­gie­träger besonders vom Geschick des Verbrau­chers ab. Im dritten Teil unserer Serie beleuchtet Frank Urbansky die Preis­bildung von Flüssiggas.

Während die Heiz­öl­preise sich täglich ändern, bewegen sich die Flüs­sig­gas­preise für Endver­braucher gemäch­licher im Wochen- oder gar Monats­rhythmus. Denn ein Großteil des Brenn­stoffes wird auch im Groß­handel in Wochen- oder Monats­kon­trakten gehandelt. Die Preise dafür sind für die Dauer des Vertrages fest. Doch auch die Flüs­sig­gas­preise stiegen zwischen 2000 und 2014 auf mehr als das Doppelte, laut Statis­ti­schem Bundesamt jährlich im Durch­schnitt um sechs Prozent. Der Bund der Ener­gie­ver­braucher ermittelt seit dem Jahr 2005 wöchentlich die Flüs­sig­gas­preise besonders günstiger Anbieter auf dem freien Flüs­sig­gas­markt für elf Regionen mit jeweils zwei Abnah­me­mengen und veröf­fent­licht diese auf seiner Inter­net­seite. Diese Preise werden mitt­ler­weile bran­chenweit als aktuelle Bezugs­größe angesehen und oft auch in Verträgen als Referenz genutzt.

Nicht an Mineralöl gekoppelt

Flüs­siggas, im Wärme­markt auch Heizgas genannt, ist ein Gas, dass sowohl bei der Förderung von Erdöl als auch bei dessen Raffi­nierung anfällt. Zwei Drittel des in Deutschland verbrauchten Propans stammen aus Raffi­nerien, auch aus denen des ARA-​Raums (Antwerpen-​Rotter-​dam-​Amsterdam), von dem noch zu sprechen sein wird.

Verwendung findet Propan auch in der chemi­schen Industrie sowie als Koch- und Heizgas im Camping­ge­schäft. Zu einem erheb­lichen Teil (500.000 Tonnen jährlich) wird es als Autogas gehandelt. Den Großteil jedoch verbraucht der Wärme­markt. Hier ist Flüs­siggas mit jährlich 1,6 Millionen Tonnen aller­dings nur der fünft­wich­tigste Ener­gie­träger (nach Erdgas, Heizöl, Fernwärme und Strom). Rund 430.000 Endab­nehmer, davon der Großteil private Haushalte, setzen auf Flüssiggas.

Im Frühjahr günstiger

In der Heiz­pe­riode (September bis April) steigt die Nachfrage nach Flüs­siggas. Entspre­chend steigt der Preis. Im Frühjahr ist Heizgas hingegen meist günstiger. „In den letzten zwei Jahren war Flüs­siggas am güns­tigsten im April und Mai, während es im Dezember am teuersten war“, bestätigt auch Ronald Lehmer vom Flüssiggas-​Einkaufsring Taunus.

Geschrieben für Bund der Ener­gieb­ver­braucher. Erschienen in ener­gie­de­pesche 2/​2014.

Der voll­ständige Beitrag kann hier gelesen werden.

Titelbild: Flüs­sig­gas­ter­minal im zum ARA-​Raum gehö­renden Rotter­damer Rhein­hafen. Foto: Joris /​Wikimedia, Lizenz unter CC BY-​SA 3.0

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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