3. PV-Auktion: Wieder nur Krümel für Genossenschaften

Vorschaubild: Eclipse.sx / Wikimedia / Lizenz unter CC BY 2.5
Foto: Eclipse.sx / Wikimedia / Lizenz unter CC BY 2.5

Bei der dritten Runde der PV-Ausschreibungen bezu­schlagte die Bun­des­netz­agen­tur 43 Gebote mit ins­ge­samt 204.000 kW. Ein­ge­gan­gen waren ins­ge­samt 127 Gebote für ins­ge­samt 562 MW. Die ange­strebte Akteurs­viel­falt ist dabei noch lange nicht erreicht. 

Ledig­lich drei Pri­vat­per­so­nen, zwei Genos­sen­schaf­ten und drei Gesell­schaf­ten bür­ger­li­chen Rechts waren erfolg­reich, das ent­spricht gerade mal 18,6 %, also nicht mal jeder fünfte Bieter. Der über­große Rest waren reine Wirtschaftsunternehmen. 

Gegen­über der zweiten Runde hat sich im Prinzip gar nichts geän­dert, auch da erhiel­ten acht Akteure aus dem pri­va­ten und Genos­sen­schafts­be­reich Zuschläge – bei ins­ge­samt 136 Bieten, also ein paar mehr als dieses Mal.

Dennoch sieht Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann das positiv: „Beson­ders erfreu­lich ist, dass wir dieses Mal neben Pro­jekt­ent­wick­lern erst­ma­lig Akteure wie Genos­sen­schaf­ten oder Pri­vat­per­so­nen unmit­tel­bar bezu­schla­gen konnten. Betrach­tet man das Ergeb­nis, so zeigt sich, dass auch weniger pro­fes­sio­nelle Bieter erfolg­rei­che Gebote plat­zie­ren und so an der Ener­gie­wende teil­ha­ben können“. Naja.

Nach Ein­schät­zung der BnetzA habe sich auch der posi­tive Ein­druck der ersten beiden Aus­schrei­bungs­run­den ver­fes­tigt Auch diesmal führte der Wett­be­werb zu einem nied­ri­gen Zuschlags­wert für die För­de­rung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen, auch wenn er noch nicht ver­öf­fent­licht wurde. In der zweiten Runde lag er bei 8,49 Euro­cent je kWh und damit unter der aktu­el­len Ver­gü­tung von 8,93 Euro­cent je kWh.

Vor­schau­bild: Eclipse​.sx / Wiki­me­dia / Lizenz unter CC BY 2.5

 

2 Kommentare

  1. Ich finde die Zahlen sind nicht wirk­lich aus­sa­ge­kräf­tig. Wieviel Prozent der Anlagen wurden den zuvor ohne Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren von Pri­vat­per­so­nen, Genos­sen­schaf­ten oder GbRs gebaut? Wieviel Prozent der Bewer­ben waren in Pri­vat­per­so­nen, Genos­sen­schaf­ten oder GbRs?

    Aus­ser­dem ist ja nicht gesagt, dass hinter GmbH & Co. KGs, unbe­dingt ein großes Wirt­schafts­un­ter­neh­men steckt, es macht aus vie­ler­lei Gesichts­punk­ten unter Umstän­den Sinn, eine Pro­jekt­ge­sell­schaft als GmbH & Co. KG zu struktuerieren. 

    Sehr wahr­schein­lich ent­wi­ckeln und baue viele der Gesell­schaf­ten die Anlagen, um diese dann Schlü­ßel­fer­tig an Inves­to­ren (Privat, Ins­ti­tio­nelle, Bür­ger­ge­mein­schaft) zu über­ge­ben. Die wenigs­ten Pro­jekt­ent­wick­ler wollen später auch Betrei­ber sein. Das können finan­zi­ell auch nur die Großen stemmen und sehr viele richtig große, bekannte Namen sehe ich in den Zuschlä­gen nicht (EnBW ausgenommen)

    • Das ist in der Tat schwie­rig abzu­schät­zen, da es keine wirk­li­chen Ver­gleichs­zah­len zur Zeit vor den Aus­schrei­bun­gen gibt. Fakt ist jedoch, dass die Neu­grün­dun­gen an Bür­ger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaf­ten 2014 ein­ge­bro­chen sind, und zwar um 60 % nach Schät­zun­gen des DGRV. Der führt dies auch auf das damals dro­hende Aus­schrei­bungs­mo­dell zurück.

Kommentare sind geschlossen.