Experte: Energiewende-Ziele bis 2020 werden ver­fehlt

Hier soll das Energiewende-Monitoring laufen: Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Foto: Beek100 Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA
Hier soll das Energiewende-Monitoring laufen: Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Foto: Beek100 Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA

Das zen­trale Ziel der Bun­des­re­gie­rung, die Treib­haus­gas­emis­sio­nen bis 2020 um 40 % gegen­über 1990 zu redu­zie­ren, sei erheb­lich gefähr­det, so der Vor­sit­zende der Exper­ten­kom­mis­sion, Andreas Löschel, vor dem Aus­schuss für Wirt­schaft und Energie in seiner Stel­lung­nahme zum Vierten Monitoring-Bericht »Energie der Zukunft«.

Demnach befin­det sich ledig­lich der Ausbau der Erneu­er­ba­ren im Strom­sek­tor auf Ziel­kurs. Sie könnten bis 2020 einen Min­dest­an­teil an Strom­ver­brauch von 35 % errei­chen. Beim Brut­to­end­ener­gie­ver­brauch gehe die Bun­des­re­gie­rung davon aus, dass erneu­er­bare Ener­gien einen Anteil von 19,6 % bis 2020 errei­chen könnten. Der Anteil betrage gegen­wär­tig aber gerade 13,5 % (2013: 13,2 %). Die Bun­des­re­gie­rung sollte des­we­gen die Sta­gna­tion des Anteils erneu­er­ba­rer Ener­gien jen­seits des Elek­tri­zi­täts­sek­tors mit geeig­ne­ten Maß­nah­men über­win­den. Die Erhö­hung des End­ener­gie­ver­brauchs im Verkehr im Jahr 2014 stellt nach Löschels Angaben einen wei­te­ren Rück­schritt dar. Individual- und Güter­ver­kehr auf den Straßen würden eine Zunahme der Gesamt­fahr­leis­tung auf die höchs­ten Werte in der Geschichte der Bun­des­re­pu­blik ver­zeich­nen.

Die Frak­tio­nen befass­ten sich mit unter­schied­li­chen Aspek­ten des Monitoring-Berichts:

  • CDU/CSU-Fraktion: Nutzung von Bio­masse spart viel mehr Koh­len­di­oxid ein als durch Wind­ener­gie.
  • SPD-Fraktion: Erwar­tet, dass der Wider­stand gegen den Netz­aus­bau durch den Vorrang der Erd­ver­ka­be­lung gerin­ger wird.
  • Bündnis 90/Die Grünen: Sind beun­ru­higt, dass Ziele der Ener­gie­wende bis 2020 nicht erreicht werden.
  • Die Linke: Siehe Grüne und zudem die For­de­rung, dass das Tempo der Emis­si­ons­min­de­rung ver­drei­facht werden müsse.

Diese Stel­lung­nah­men schei­nen wenig Enga­ge­ment seitens der Regie­rungs­par­teien zu offen­ba­ren. Denn Bau­stel­len gibt es viel mehr, um nur die Wär­me­wende zu nennen. Mit dem ver­än­derte Monitoring-Verfahren, das für den nächs­ten Bericht gilt und das an dieser Stelle schon als wenig ambi­tio­niert bezeich­net wurde, wird sich dies kaum ändern können.