Grünen-Vorstoß: Logik im Strom­markt umdre­hen

Teile des Kraftwerks Jänschwalde von Vattenfall verbleiben in der unsinnigen Kohlereserve: Foto J.-H. Janßen / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0
Kraftwerk Jänschwalde von Vattenfall: Foto J.-H. Janßen / Wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA 3.0

In einem aktu­el­len Antrag fordern die Grünen die schritt­weise Still­le­gung der Koh­le­kraft­werke nach dem soge­nann­ten bri­ti­schen Modell mittels Ein­füh­rung eines Kohlendioxid-Grenzwertes. Außer­dem soll der dar­nie­der­lie­gende EU-Emissionshandel mittels Kohlendioxid-Mindestpreis refor­miert werden.

Die bünd­nis­grü­nen Abge­ord­ne­ten ver­lan­gen letzt­lich:

… die Logik am Strom­markt so umzu­dre­hen, damit in Zukunft die Erneu­er­ba­ren Ener­gien im Mit­tel­punkt stehen und die fos­si­len Ener­gie­trä­ger sich nach der Ver­füg­bar­keit von Sonne und Wind fle­xi­bel aus­rich­ten müssen.

Diese fle­xi­blen Kapa­zi­tä­ten sollen Bio­masse, Gas-KWK oder Nach­fra­ge­ver­schie­bun­gen durch die Strom­ver­brau­cher liefern. Bei letz­te­ren wird an Groß­strom­ver­brau­cher wie Kühl­häu­ser oder große Rechen­zen­tren mittels so genann­ter abschalt­ba­rer Lasten gedacht, die gegen Prämie vor­über­ge­hend bei Strom­knapp­heit vom Netz gehen. Zumin­dest Rechen­zen­tren brau­chen dabei jedoch eine Backup-Lösung, etwa in Form eines Block­heiz­kraft­wer­kes oder eines Not­strom­ag­gre­gats.

Auf Rea­li­sie­rung hat dieser Antrag nicht mal in Teilen eine Chance. Die aktu­elle Ener­gie­po­li­tik ins­be­son­dere vom Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rium zielt in allen Punkten in eine ganz andere Rich­tung. Aus­nahme: Die Las­ten­re­ge­lung. Aller­dings wurde die bisher kaum genutzt, so dass sich die Bun­des­netz­agen­tur genö­tigt sah, für deren Abschaf­fung zu plä­die­ren. Der Bun­des­tag will diese Option jedoch ver­län­gern.