Endprüfung eines Solarspeichers. Foto: Sonnenbatterie

Welcher Strom­speicher ist der richtige?

von | 1. Februar 2016

In Zeiten stei­gender Strom­preise wird es inter­essant, selbst erzeugten Strom zu verbrauchen. Spei­cher­her­steller setzen auf diese Entwicklung und bieten eine Reihe von Modellen an. Wie markt­fähig und damit inter­essant für die Wohnungs­wirt­schaft sind diese bereits?


Bei derzeit am Markt erhält­lichen Strom­spei­chern stellen sich Hersteller vor allem eine Frage: Blei oder Lithium? Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Klar ist: Der Lithi­um­bat­terie gehört die Zukunft. Sie vereint mehrere Vorteile. Der wich­tigste ist wohl der der Effizienz. Aber auch die Lebens­dauer, sowohl bezogen auf Lade­zyklen als auch absolut, sprechen ebenso für sie wie die weitest­ge­hende Wartungs­freiheit – ideal also für die Wohnungs- und Immo­bi­li­en­wirt­schaft, da weitest­gehend frei von Folgekosten.

Doch die Blei­bat­terie hat auch noch Fans. „Kaufen Sie einen Porsche, der hat immer noch eine Blei­bat­terie,“ bringt es Thomas Pilgram von Spei­cher­her­steller Deutsche Ener­gie­ver­sorgung auf den Punkt. Blei sei sehr erprobt und man wisse, was man damit tue. Auch ließe sich eine Blei­bat­terie zu 90 Prozent recyceln. Bei Lithium ist diese Frage noch ungeklärt. Was nütze es also, wenn man in Erneu­erbare inves­tiere und am Ende den Batte­rie­grund­stoff nicht nach­haltig verwerten könne. Ganz prag­ma­tisch sieht es Wolfram Walter von ASD Solar: „Es ist egal, alle Typen von Batterien die wir haben, sind gut, denn alle speichern Strom.“

Zu teuer? Nein.

Für die Wohnungs­wirt­schaft ist die Anschaffung einer Batterie jedoch meist kein Thema. Verbreitet ist die Meinung, die Kosten seien zu hoch. Zwar gibt es tatsächlich am Markt Systeme im deutlich fünf­stel­ligen Bereich. Doch es geht natürlich deutlich günstiger. „Wir sehen häufig einen Unter­schied in der öffent­lichen Wahr­nehmung des Preises von Strom­spei­chern und dem tatsäch­lichen Preis. Viele Inter­es­senten haben Kosten von 15.000 bis 20.000 Euro oder mehr im Hinterkopf und sind über­rascht wenn sie sehen, dass sie bei uns schon ein anschluss­fer­tiges Komplett­system für weniger als 5.500 Euro bekommen“, erklärt Matthias Bloch vom Hersteller Sonnen­bat­terie GmbH die verzerrte Wahr­nehmung. Auch RWE, der als einziger großer Strom­ver­sorger eigene Batte­rie­systeme zur Spei­cherung von Solar­strom anbietet, verlangt für seinen Storage flex ab 7.000 Euro aufwärts.

Die absoluten Kosten einer Batterie sind jedoch nur die eine Wahrheit. Ein breiter Markt­durch­bruch kann nur gelingen, wenn die Kosten je gespei­cherter und ausge­speister Kilo­watt­stunde herun­ter­gehen. Die liegen nach Angaben der Hersteller derzeit bei mindestens 20 Eurocent je kWh, bei manchen sogar bei 60 Eurocent. Wenn man zu diesen noch die Kosten von 10 bis 15 Eurocent je kWh selbst erzeugten PV-​Stroms hinzufügt, wird schnell klar, dass man kaum unter den derzeit gängigen Strom­preisen bleibt, die derzeit zwischen 27 und 30 Eurocent je kWh liegen. Aber dazu später mehr.

Dieses Dilemma hat 2013 auch die Politik erkannt und legte via KfW ein Förder­pro­gramm für Sonnen­strom­speicher auf. 10.000 Speicher wurden seitdem gefördert – immerhin mit 600 Euro je kWp (bezogen auf die Leistung der PV-​Anlage). Die Preise sanken um 25 Prozent – etwa in dem Maße, in dem auch die Förderung griff.

Geschrieben für Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Der voll­ständige Beitrag erschien in der Nummer 12/​2015. Er ist auch hier online auf Seite 60 bis 62 zu lesen. Zum Abon­nement der Zeit­schrift Immo­bi­li­en­wirt­schaft geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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