Ener­gie­welt ver­kehrt: Grüne sorgen sich um Ölstaa­ten

Wohin treibt der Ölpreis? Mit der Rückkehr des Irans an die weltweiten Handelsplätze, hier der Tanker Dena vor Rotterdam, wird auch weitere Bewegung und die Ölpreise kommen. Foto Alf van Beem / Wikimedia / Lizenziert unter CC0
Säuft trotz niedriger Ölpreise nicht so schnell ab: Iranischer Öl-Tanker. Foto Alf van Beem / Wikimedia / Lizenziert unter CC0

Den aktu­el­len Ölpreis­ver­fall betrach­tet die Bun­des­re­gie­rung als ein vor­über­ge­hen­des Phä­no­men und rechnet so eine Antwort auf Anfrage der Grünen, wieder mit stei­gen­den Preise. Hierzu schaut sie aber nicht in die Glas­ku­gel, sondern zog, wie ordent­li­che Ana­lys­ten das auch machen, die Ter­min­no­tie­run­gen des schwar­zen Goldes für die nächs­ten Jahre zu Rate, und die welt­weite Nach­frage. Die wächst seit Jahren.

An den vielen Grünen‐Fragen erstaunt vor allem eine:

Welche Instru­mente werden derzeit inter­na­tio­nal dis­ku­tiert, um der durch den Ölpreis­sturz ver­ur­sach­ten Desta­bi­li­sie­rung wich­ti­ger För­der­län­der ent­ge­gen­zu­tre­ten?

Und das von einer Partei, die hier­zu­lande vor dem letzten Bun­des­tags­wahl­kampf sogar ein Verbot der Ölhei­zung for­derte? Erstaun­lich. Eigent­lich müsste die Partei doch froh sein, wenn die Quellen ihres Unge­machs im Chaos ver­si­ckern. In einer wei­te­ren Frage ver­su­chen die Grünen dann noch den Brü­cken­schlag zur aktu­el­len Flücht­lings­krise zu bekom­men:

Welche Ana­ly­sen zu mög­li­chen Aus­wir­kun­gen auf Flucht‐ und Migra­ti­ons­be­we­gun­gen bei einem wei­te­ren Ölpreis­ver­fall liegen der Bun­des­re­gie­rung vor, und welche Kon­se­quen­zen zieht sie daraus?

Logi­scher­weise kann die Bun­des­re­gie­rung hierzu wenig ant­wor­ten. Studien gäbe es nicht. Und der Zusam­men­hang ist eher will­kür­lich. Denn von Flucht­be­we­gun­gen aus Saudi‐Arabien, den Emi­ra­ten oder Vene­zuela ist wenig bekannt. Eher schon aus dem Iran oder Nigeria, doch da dürfte das eher an dau­er­haft repres­siv poli­ti­schen (Iran) und bür­gerg­kriegs­ähn­li­chen Zustän­den (Nigeria) liegen.

Ver­brau­cher blechen mehr für Heizöl als Indus­trie

Immer­hin offen­bart die Anfrage noch ein schönes Detail, nämlich die deut­lich unter­schied­li­chen Heiz­öl­preise für Ver­brau­cher und Indus­trie hier­zu­lande. Zahlten letz­tere im Januar 41,17 Euro je 100 Liter, so musste die Indus­trie ledig­lich 29,96 Euro hin­blät­tern, immer­hin 37,4 % weniger. Mit den deut­lich grö­ße­ren Bestell­men­gen lässt sich dieser Rabatt nicht kom­plett erklä­ren, wohl eher damit, dass die End­ver­brau­cher trotz der Nied­rig­preise noch über Gebühr zur Kasse gebeten werden. Denn 2010 lag die Dif­fe­renz bei ledig­lich 25 %, 2013 bei nur 22 % und selbst im letzten Jahr, als die Preise schon stark gefal­len waren, bei 28 %.


Wie dem wich­tigs­ten Mineralöl‐Verbrauchsektor, dem Verkehr, in Nor­we­gen das Wasser abge­gra­ben wird, berich­tet mein Energieblogger‐Kollege Daniel Bön­nig­hau­sen hier auf seinem Blog saving​-volt​.de.